Das Archiv bietet Ihnen die special Beilagen zur Zeitschrift Wissenschaftsmanagement aus den Jahrgängen 2004 bis 2013 im PDF-Format kostenlos zum Download.
Der deutsche Hochschulmarkt befindet sich in einem tiefgreifenden strukturellen Wandel. Demografische Entwicklungen, veränderte Studien- und Hochschulpräferenzen, die zunehmende Konkurrenz sowie ein verändertes digitales Informations- und Suchverhalten verschärfen den Wettbewerb um Studieninteressierte. Vor diesem Hintergrund vertritt der Beitrag die These, dass viele staatliche Hochschulen weniger unter einem Qualitäts- als vielmehr unter einem Sichtbarkeitsproblem leiden. Auf Grundlage von Erfahrungen aus der strategischen Hochschulberatung wird argumentiert, dass hochwertige Studienangebote allein keine ausreichende Nachfrage erzeugen, wenn sie von potenziellen Studieninteressierten nicht wahrgenommen werden. Der Beitrag zeigt, dass strategische Sichtbarkeit zu einem zentralen Wettbewerbsfaktor im Hochschulsektor geworden ist, eine notwendige Ergänzung zur Sicherung und Wahrnehmung akademischer Qualität darstellt und zeichnet den Weg von Strategie zur Umsetzung.
Die Redaktion blickt (KI-unterstützt) auf einige interessante Meldungen, die die Industrienahe Forschung, Studium, Künstliche Intelligenz und Transfer betreffen. Wir verlinken für Sie auf die jeweilige Originalmeldung. Verlag und Redaktion wünschen allen Leserinnen und Lesern eine informative Lektüre!
Die Erneuerung eines integrierten ERP-Systems an der Universität Leipzig
In diesem Beitrag wird über einen Kernreformprozess an einer ostdeutschen Universität berichtet und reflektiert, der einerseits für die Modernisierung der Verwaltungsprozesse einen erheblichen Schritt nach vorn bedeutet und sich andererseits mit dem umfassenderen strategischen Ziel verbindet, das Modell der Volluniversität der Zukunft auszubuchstabieren und umzusetzen. Dieser Bericht ist nicht mit der Ambition verfasst, eine Vorreiterrolle zu reklamieren. Im Gegenteil, den Verfassern ist bewusst, dass vergleichbare Prozesse an anderen Hochschulen schon vor langer Zeit begonnen oder sogar zum Abschluss gebracht worden sind. Es ist auch kein Plädoyer für eine bestimmte Softwarefamilie oder ein bestimmtes Organisationsmodell. Vielmehr reflektieren die Autoren einen laufenden Prozess vor dem Hintergrund einer intensivierten Suche nach hochschulübergreifenden Lösungen und ihren Synergieeffekten bei gleichzeitiger Präsenz von institutionellen Spezifika, die eben das Passepartout doch unwahrscheinlich machen.
Was die Bund-Länder-Vereinbarung für Hochschulen bedeutet
Die im Februar 2026 verkündete Bund-Länder-Vereinbarung zur Sanierung von Hochschulen schafft weitere Möglichkeiten für Modernisierungen und dringend notwendige Investitionen. Der dafür genannte Investitionsbedarf bewegt sich nach Angaben aus der Wissenschaftspolitik in einer Größenordnung von mehr als 100 Milliarden Euro. Zwischen 2026 und 2029 stehen den Ländern nun jährlich bis zu einer Milliarde Euro für Bau, Sanierung und Modernisierung von Wissenschaftsinfrastrukturen und Kitas zur Verfügung.
Ein Ordnungsrahmen für die Wissenschaftsadministration
Während Studium und Lehre durch das Akkreditierungsrecht strukturell qualitätsgesichert sind, fehlt für die Wissenschaftsadministration bislang ein vergleichbarer Ordnungsrahmen. Zwar existieren zahlreiche Steuerungs- und Berichtsinstrumente. Sie wirken jedoch häufig nebeneinander, ohne systematisch aufeinander bezogen zu sein. Der Beitrag analysiert diese strukturelle Konstellation und zeigt, weshalb daraus Herausforderungen unter anderem für Prioritätensetzung, Digitalisierung und institutionelles Lernen entstehen. Er argumentiert, dass ein Qualitätsmanagementsystem, etwa auf Grundlage der DIN EN ISO 9001, einen solchen Ordnungsrahmen schaffen kann. In diesem Rahmen werden die vorhandenen Instrumente der Wissenschaftsadministration nicht nur miteinander verbunden, sondern in eine nachvollziehbare Struktur überführt, in der Ziele, Verfahren, Verantwortlichkeiten und Rückmeldungen systematisch zusammenwirken.
In einem öffentlichen Fachgespräch am Mittwochmittag diskutierten Experten im Forschungsausschuss zu dem Thema „Weiterentwicklung von Stellenprofilen und Department-Strukturen an Hochschulen“. Sie forderten, Department-Strukturen zu etablieren und mehr unbefristete Post-Doc-Stellen anzubieten. Mehr hierzu in den News. Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern ein schönes Wochenende.
Die Redaktion wissenschaftsmanagement.de wirft kurz vor dem Wochenende einen Blick auf die Arbeit der Fraktionen und der Bundesregierung (wir verlinken für Sie zu den Original-Meldungen). Verlag und Redaktion wünschen allen Leserinnen und Lesern einen schönen vierten Advent.
Die Redaktion wissenschaftsmanagement.de wirft einen Blick auf die Arbeit der Fraktionen und der Bundesregierung während der parlamentarischen Sommerpause (folgen Sie den Links zu den Original-Meldungen). Verlag und Redaktion wünschen allen Leserinnen und Lesern ein schönes Wochenende.
Wie Blockchain-Technologie den Technologietransfer revolutionieren konnte
Die Blockchain-basierte Tokenisierung von Patenten verspricht, das „Valley of Death“ im Technologietransfer zu überbrücken. Doch wie viel Tokenisierung ist optimal? Unsere Modellierung zeigt: Bei einem moderaten Tokenisierungsgrad – unsere Analyse deutet auf etwa 47 Prozent hin – könnten Hochschulen eine optimale Balance zwischen Innovationsfinanzierung und Verwaltungsaufwand erreichen (Peters 2025b, 15–18). Der Beitrag liefert eine praxisorientierte Roadmap für Technology Transfer Offices (TTOs), von der strategischen Entscheidung bis zur operativen Umsetzung. Mit konkreten Handlungsempfehlungen, Checklisten und internationalen Perspektiven.
Change-Management an deutschen Hochschulen am Beispiel einer Technischen Universität unter Anwendung kognitionspsychologischer Instrumente
Alles wird schneller, komplizierter, vernetzter. Unser Leben und unsere Arbeitswelt verändert sich mit nie dagewesener Geschwindigkeit: Kommunikation, Arbeitsformen, Organisationen – immer mehr Daten, Informationen, Projekte und Prozesse müssen koordiniert und gemanagt werden. Torpediert durch äußere Faktoren – Globalisierung, Digitalisierung, Internationalisierung und aktuelle Krisen (Klimawandel, Pandemien, politische Krisen, Konflikte und Kriege) – üben diese Bedingungen und Entwicklungen einen gewaltigen Druck auf das Innere der Organisationen und ihre Mitarbeiter: innen aus und bedürfen umfassender interner und externer Anstrengungen. Können Organisationen diesen Herausforderungen nicht mehr aus eigener Kraft begegnen und ihre Organisationsziele nicht mit eigenen Ressourcen erreichen, wird ein Change-Management-Programm herangezogen.