Das Archiv bietet Ihnen die special Beilagen zur Zeitschrift Wissenschaftsmanagement aus den Jahrgängen 2004 bis 2013 im PDF-Format kostenlos zum Download.
Das Editorial zur kommenden Ausgabe Wissenschaftsmanagement 1/13
Die Not im britischen Hochschulsystem macht erfinderisch. Über 30 Prozent Kürzungen in der Grundfinanzierung zwingen dort zur Suche nach neuen Geldquellen. Nicht nur die Anleihe der Universität Cambridge, die sie im vergangenen Jahr mit über 410 Millionen Euro erfolgreich ausgegeben hat, zieht neidische Blicke auf sich. Auch die erste Halbjahresbilanz der Cambridge & Counties Bank Ltd. veranlasst die Süddeutsche Zeitung im Februar zu einer Würdigung. Eine Bank für kleine- und mittelständische Investitionen in Mittelengland ist aus deutscher Sicht zunächst noch nichts Besonderes. Aber die Liste der Gesellschafter lässt deutsche Wissenschaftsmanager aufmerken: 50 Prozent des Geldhauses gehört nämlich Trinity Hall, einem der altehrwürdigsten Colleges der Universität Cambridge.
DAAD und BMBF fördern strategische Partnerschaften mit ausländischen Hochschulen – mit bis zu 250.000 Euro pro Jahr
Ein neues DAAD-Programm belohnt Hochschulen, die ihr internationales Profil stärken. In der ersten Auswahlrunde erhalten 21 Projekte den Geldsegen. Die Finanzierung erfolgt durch das Bundesbildungsministerium. ''Unser Ziel ist es, die strategische Internationalisierung unserer Hochschulen zu fördern'', sagte Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU).
Bund und Länder stellen bis 2017 erneut 150 Millionen Euro für Professorinnen-Stellen zur Verfügung. Studie zeigt: Frauen bei Berufsaufstieg weiterhin benachteiligt
Das „Professorinnen-Programm“ von Bund und Ländern ist in die zweite Runde gestartet. Für die nächsten fünf Jahre stellen das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie die Länder zusammen 150 Millionen Euro zur Verfügung, um neue Stellen für weibliche Hochschullehrer zu schaffen. Der Grund: „Exzellente Hochschulen sind nicht nur auf die besten Wissenschaftler angewiesen, sondern auch auf die besten Wissenschaftlerinnen“, sagt Bildungsministerin Annette Schavan (CDU).
Drei deutsche Universitäten wurden vom Wirtschaftsministerium als „Gründerhochschulen“ geadelt – und werden in den nächsten Jahren mit Millionen gefördert
Bereits während des Studiums eine Geschäftsidee entwickeln und daraus eine erfolgreiche Firma oder Organisation zu gründen – für viele Studenten ein Traum und für Ökonomen ein segensreicher Wissenstransfer in die Wirtschaft. Drei deutsche Universitäten, die solche Erfolgsstories mit einer umfassenden Strategie besonders stark fördern, zeichnete das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) jetzt mit dem Titel „Gründerhochschule“ aus – und stellt ihnen in den nächsten Jahren Millionengelder zur Umsetzung der Programme zur Verfügung. Laut Bundeswirtschaftsminister Rösler (FDP) bekäme das Thema Gründungen durch den Wettbewerb „einen Stammplatz im akademischen Betrieb“ und Gründer könnten sich „auf das konzentrieren, was sie am besten können: Wissen in die Wirtschaft zu transferieren“.
Plädoyer für den Blick auf die organisationale Individualität von Hochschulen
Hochschulreformer gehen davon aus, dass Umstrukturierungen und neue Steuerungsinstrumente universell wirken. Eine Fehleinschätzung! Die Reforminstrumente treffen je nach Hochschule auf unterschiedlichste Voraussetzungen. Gemeint ist die organisationale Individualität, die durch Werte, informelle Strukturen und Regelwerke entsteht. Hier ist es sinnvoll, Reformkonzepte und Steuerungsinstrumente viel stärker an diese Besonderheiten anzupassen.
Der Wissenschaftsrat kommentiert den dritten Arbeitsbericht zur Analyse der Prüfungsnoten
Die Prüfungsnoten an Hochschulen dienen nicht nur der Leistungsbewertung von Absolventen, sie werden auch zur Selektion verwendet: bei der Vergabe von Stipendien, in der Schnittstelle zum Arbeitsmarkt und neuerdings auch beim Übergang zwischen Bachelor und Master. Dadurch gewinnt die Benotungspraxis im Vergleich zwischen verschiedenen Fachbereichen und unterschiedlichen Standorten weiter an Bedeutung.
Die nicht nur zwischen den politischen Parteien heftig umstrittenen Studiengebühren stehen vor dem Aus. Denn Bayern plant wohl nun auch als letztes Bundesland den Ausstieg aus einer „Studienreform“, die alles andere als schlecht war. Da die im blau-weißen Freistaat starken Freien Wählergemeinschaften eine entsprechende Volksbefragung planen, scheint die CSU als traditionell stärkste Regierungspartei einzuknicken. Sie fürchtet wohl eine ähnliche schwere Schlappe wie beim von den Freien Wählern durchgesetzten Volksentscheid zum Rauchverbot. Kippt Bayern als letztes der 16 Bundesländer in der Frage der Studiengebühren, dann ist dieses Thema auf viele Jahre politisch tabu. Zum Schaden der Hochschulen.
Noch dümpelt das Deutschlandstipendium vor sich hin
Alles hat seine Zeit. Doch mit Blick auf das Deutschlandstipendium kann man die Einsicht des „Predigers Salomo“ von vor über 2.000 Jahren abwandeln in ein „Alles braucht seine Zeit“. Auch das seit 2011 eingeführte Deutschlandstipendium des Bundesbildungsministeriums, das im vergangenen Jahr gerade einmal 5.400 Mal vergeben werden konnte. Geplant waren 10.000. Mittelfristig sollen rund 8 Prozent der Studierenden in den Genuss dieses Stipendiums in Höhe von 300 € pro Monat – unabhängig von BAFöG und anderen Einkommen – für mindestens ein Jahr kommen.