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Mehr Engagement notwendig

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K.Rüdiger Durth

Kommentar

Mehr Engagement notwendig

Noch dümpelt das Deutschlandstipendium vor sich hin

Alles hat seine Zeit. Doch mit Blick auf das Deutschlandstipendium kann man die Einsicht des „Predigers Salomo“ von vor über 2.000 Jahren abwandeln in ein „Alles braucht seine Zeit“. Auch das seit 2011 eingeführte Deutschlandstipendium des Bundesbildungsministeriums, das im vergangenen Jahr gerade einmal 5.400 Mal vergeben werden konnte. Geplant waren 10.000. Mittelfristig sollen rund 8 Prozent der Studierenden in den Genuss dieses Stipendiums in Höhe von 300 € pro Monat – unabhängig von BAFöG und anderen Einkommen – für mindestens ein Jahr kommen.

Vielleicht liegt es auch daran, dass das Deutschlandstipendium noch zu unbekannt ist. Vor allem in Industrie und Wirtschaft, deren Förderer pro Stipendium 150 € aufbringen sollen (was auch kleinen Betrieben für mindestens ein Jahr möglich ist). Die anderen 150 € zahlt der Bund. Vielleicht aber liegt es auch daran, dass einige Hochschulen die Mühe scheuen, diese privaten Gelder einzuwerben. Alles in allem: Mehr Engagement in dieser Sache ist von allen Beteiligten notwendig. Schließlich handelt es sich um eine mehr als gute Sache für das Forschungsland Deutschland. Zumal nicht nur deutsche Studierende in den Genuss eines solchen Stipendiums für ein Erst- , Zweit- oder Ergänzungs- sowie ein Masterstudium kommen können, sondern auch ihre ausländischen Kommilitoninnen und Kommilitonen. Studieren ist teuer. Nicht nur für den Staat, der für Hochschulen und Dozenten sorgt, sondern auch für die Studierenden. Das gilt besonders für junge Menschen aus ärmeren sozialen Schichten. Da reicht das BAföG oft nicht. Vor allem hochqualifizierte Studierende, die sich zusätzlich in Vereinen, Kirchen, Parteien oder in der Hochschulpolitik engagieren, werfen nicht selten aus finanziellen Gründen das sprichwörtliche Handtuch. Dass solches Engagement bei der Vergabe des Deutschlandstipendiums berücksichtigt wird, ehrt diejenigen, die das Programm entworfen haben. Thomas Sattelberger, der Vorsitzende des Beirats Deutschlandstipendium, bringt es auf den Punkt: „Eine Stipendienkultur für Deutschland ist uns allen eine Herzensangelegenheit.“ Und auch das Bundesbildungsministerium hat Recht, wenn es darauf hinweist, dass man mit diesem Programm auch dem Fachkräftemangel entgegenwirken will. Und beides ist nur möglich, wenn Staat und Wirtschaft/Industrie hier eng zusammenarbeiten. Schließlich ist das rohstoffarme Deutschland vor allem auf seine Wissenschaftler, Forscher und Ingenieure angewiesen. Manche Unternehmen sind durchaus an einem solchen Stipendienprogramm interessiert, wenn sie Einfluss auf seine Vergabe nehmen könnten. Doch das ist nicht nur rechtlich problematisch, sondern auch kurzsichtig. Was macht ein kleiner Betrieb, der ein Stipendium an einen Studierenden vergibt, um diesen damit später an sich zu binden, der plötzlich expandiert und mehr qualifizierte Mitarbeiter benötigt? Dann ist er angewiesen auf Fachkräfte, die von anderen Firmen gefördert worden sind. Also Finger weg von solchen egoistischen Plänen, die bereits in der dualen Berufsausbildung unter anderen Voraussetzungen nicht wirklich funktionieren. Dabei steht es den Förderern aus Industrie und Wirtschaft selbstverständlich frei, zusätzlich zu Stipendien etwa Praktika anzubieten. Alles braucht seine Zeit. Aber man sollte sich beim Deutschlandstipendium nicht zu viel davon lassen, sondern es mit mehr Engagement betreiben: Bund, Hochschulen und Wirtschaft/Industrie gemeinsam. Denn dieses Stipendium ist eine mehr als gute Sache, die dem Forschungsstandort Deutschland gut tut und ihn ein Stück zukunftssicherer macht. Und ein wenig mehr Werbung für dieses Programm könnte auch nichts schaden. Vor allem nicht in den kleinen und mittleren Betrieben, die nach wie vor das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bilden. Denn sie dürften mittelfristig mit am meisten von diesem Stipendienprogramm profitieren. Foto: Michael Grabscheit/pixelio