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Zukunftsszenarien ++ Robotik-Lösungen ++ Semitransparente PV-Module ++ Mensch und Computer ++ Roboter im Gewächshaus ++ Reform des Computerstrafrechts ++ KI-Infrastrukturen ++ Studienerfolgserwartungen von Studentinnen

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Ralf Bohlsen

Interessante Pressemitteilungen

Zukunftsszenarien ++ Robotik-Lösungen ++ Semitransparente PV-Module ++ Mensch und Computer ++ Roboter im Gewächshaus ++ Reform des Computerstrafrechts ++ KI-Infrastrukturen ++ Studienerfolgserwartungen von Studentinnen

24.08. - 27.08.2026

Die Redaktion fasst (KI-unterstützt) einige interessante Pressemitteilungen der vergangenen Tage zusammen und verlinkt auf die Originalmeldungen. Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern eine informative Lektüre.

Foto: www.fotolia.com

Leibniz Universität Hannover
KI im Fokus: Visions4AI präsentiert Zukunftsszenarien
Visions4AI ist eine Abendveranstaltung an der Leibniz Universität Hannover, organisiert von L3S und dem Institut für Künstliche Intelligenz der LUH, die im Lichthof des Welfenschlosses stattfindet. Unter Schirmherrschaft von Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs am Montag, 5. Oktober 2026, richtet sie sich an Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Die Veranstaltung bietet sieben Impuls-Talks von Expertinnen und Experten zu verschiedenen Anwendungsgebieten der KI, darunter Unternehmensentwicklung, Nachhaltigkeit, Bildung und Kunst. Ziel ist es, die Bedeutung von KI für Forschung, Industrie und Gesellschaft zu beleuchten, Netzwerke zu stärken, neue Kooperationen zu knüpfen, sich über aktuelle Entwicklungen zu informieren, Wissen zu erweitern und aktiv an der Gestaltung der KI-Zukunft mitzuwirken.
Quelle: https://www.uni-hannover.de/universitaet/aktuelles/presseinformationen/detail/news/ki-im-fokus-visions4ai-praesentiert-zukunftsszenarien-26

Technische Universität Darmstadt
Chancen und Risiken KI-basierter Robotik-Lösungen
Die Expertengruppe des Zentrums verantwortungsbewusste Digitalisierung (ZEVEDI) hat zum Thema „KI-basierte Robotik – Chancen nutzen, Verantwortung ausgestalten“ eine Stellungnahme mit Empfehlungen verfasst, die die Chancen und Risiken KI-basierter Robotik breit diskutieren. Zentrale Punkte sind, dass KI-Roboter Wirtschaft, Arbeitswelt, Industriepolitik, Datenschutz und Regulatorik beeinflussen und dass nur durch Nachvollziehbarkeit, Verlässlichkeit, Kontrollierbarkeit und klare Verantwortlichkeiten Akzeptanz entstehen kann. Gleichzeitig betont die Gruppe, dass es zahlreiche Anwendungsfelder gibt, in denen KI-basierte Robotik sicherer, einfacher und mit weniger Umgebungsveränderungen eingesetzt werden kann als klassische Robotik.

In Pflege und Betreuung stellen menschenähnliche Maschinen besondere ethische Fragen, denn Robotik soll unterstützen, nicht Zuwendung ersetzen. In körperlich belastenden Arbeiten können Roboter eine sinnvolle Ergänzung sein, während in anderen Bereichen eine signifikante Fortbildung der Menschen erforderlich wird. Es wird gefordert, Rahmenbedingungen zu schaffen, um Bedarfe zu erkennen, zu diskutieren und Mehrwert zu ermöglichen oder zu nutzen. Regulierung brauche Zeit, demokratische Gespräche und klare Rahmenbedingungen, damit Entwicklung verantwortungsvoll gestaltet wird, statt sie später nur zu begleiten. Die Thesen sollen politisch vorausschauendes Handeln unterstützen. Die Aussagen werden durch Zitate aus der Digitalministerin Kristina Sinemus ergänzt, die die Vereinfachung und Beschleunigung durch KI und Roboter als Gewinn freier Gestaltungsmöglichkeiten bezeichnet, und durch die Wissenschaftliche Direktorin von ZEVEDI, Petra Gehring, die betont, Wissenschaft könne rechtzeitig auf gesellschaftliche Veränderungen hinweisen und Empfehlungen geben.
Die Publikation entstand unter anderem aus Forschungen von Professorin Petra Gehring, Professor Jan Peters (TU Darmstadt), Professor Martin Hein (Universität Kassel), Professor Christof Mandry (Goethe-Universität Frankfurt) und Professor Pero Mićić (Future Management Group) und gehört zu dem Expertenpool, der aus dem 2018 von der Hessischen Landesregierung einberufenen Rat für Digitalethik hervorgegangen ist.
Quelle: https://zevedi.de/wp-content/uploads/ZEVEDI_KI-basierte-Robotik_digital.pdf

Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE
Semitransparente PV-Module mit industrienahem Fertigungsprozess entwickelt
Forscherinnen und Forscher der Universität Freiburg und des Fraunhofer ISE haben semitransparente organische PV-Module in der Größe 14,5 mal 14,5 Zentimeter realisiert, die im sichtbaren Spektrum durchschnittlich 43,2 Prozent Licht durchlassen und dabei einen Wirkungsgrad von bis zu 9,26 Prozent erreichen. Dabei nutzen sie eine industrielle Kombination aus Sputter- und Slot-Die-Beschichtung, die sich hochskalieren lässt und auch für große Modulflächen geeignet ist. Die Rückelektroden werden im Sputterprozess aufgebracht, die Absorberschicht besteht aus organischen Halbleitern und die Top-Elektrode aus dem polymeren PEDOT:PSS, das über mehrstufige Slot-Die-Verfahren aufgetragen wird; eine neue PEDOT:PSS-Formulierung von Heraeus Epurio trug zu erhöhter Transparenz bei.

Mehr als 100 Solarzellen pro Modul wurden mittels Laserstrukturierung zu verschalteten Zellen verbunden. Die Module weisen eine Lichtnutzungseffizienz (LUE) von bis zu 4,0 Prozent auf. Slot-Die-Verfahren ist kompatibel mit Rolle-zu-Rolle-Verfahren und damit auch für Folien geeignet; erste flexible Module blieben nach 1.274 Biegezyklen bei einem 15 mm Durchmesser stabil und behielten 100 Prozent ihrer ursprünglichen Effizienz. Die Arbeiten entstanden im Projekt „Durchblick-PV – Entwicklung von organischen Solarmodulen mit hoher visueller Transparenz“, gefördert vom BMWK (heute BMWE), mit Partnern Heraeus Epurio, ROWO Coating, ASCA und der Universität Freiburg. Langfristig könnte eine Transparenz von deutlich über 50 Prozent möglich sein, wodurch solche Module auch statt Fenstern in Gebäudefassaden oder Gewächshäusern eingesetzt werden könnten; bei Anwendungen wie Autodächern und Fassadenelementen kann geringere Transparenz sogar vorteilhaft sein.
Quelle: https://www.ise.fraunhofer.de/de/forschungsprojekte/durchblick-pv.html

Universität Duisburg-Essen
Konferenz Mensch und Computer 2026: Wie uns digitale Technik prägt
Die Konferenz Mensch und Computer 2026 an der Universität Duisburg-Essen UDE (30. August bis 2. September) steht unter dem Motto Transforming Interactions und versammelt über 500 Teilnehmende, um zu diskutieren, wie Menschen digitale Technologien nutzen, mitgestalten und wie diese Systeme Arbeit, Kommunikation und gesellschaftliches Zusammenleben verändern. Im Fokus stehen Fragen zur Mensch-KI-Beziehung, etwa wie glaubwürdig KI in der Wissenschaftskommunikation wirkt, wie Menschen die Persönlichkeit von Sprachmodellen wahrnehmen und ob Unternehmen KI aus Sorge um Anschluss einführen. Sicherheit und Datenschutz werden ebenso behandelt, etwa informierte Datenschutzentscheidungen im Smart Home und verständliche Vermittlung von IT-Sicherheitsrisiken.

Eine weitere Session thematisiert die Zusammenarbeit von Menschen und Robotern, Vertrauen in Roboter und den Nutzen menschenähnlicher Aussehen. Ein Panel widmet sich dem Forschungsdatenmanagement in der Mensch-Computer-Interaktion und der Langzeitzugänglichkeit von Forschungsdaten, wobei die UDE federführend beteiligt ist. In Workshops werden praxisnahe Fragestellungen wie Rettungsrobotik, KI-Verantwortung in kritischen Situationen, der Umgang mit Hassrede in sozialen Netzwerken und die Folgen digitaler Selbstvermessung durch Fitnessuhren und Tracking-Apps diskutiert. Die Keynote am 31. August hält Kim Albrecht, Informationsdesigner und Professor der Folkwang Universität der Künste sowie Wissenschaftler an der Harvard University, der das Konferenzmotto aufgreift und zeigt, wie Schnittstellen und Datenstrukturen Arbeit, Kommunikation und Wahrnehmung prägen.
Quelle: https://muc2026.mensch-und-computer.de/

Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Wenn der Roboter im Gewächshaus aufs Wort hört
Im Gewächshaus der Zukunft arbeiten Menschen und Roboter enger zusammen: Im Projekt AgriLoop entwickeln ein Team um Professoron Dr. Maren Bennewitz von der Universität Bonn und taiwanesische Partner auf Basis Künstlicher Intelligenz ein integriertes Human-in-the-Loop-System, das Sprachmodelle, Bild-Sprach-Modelle und Vision-Language-Action-Modelle mit physischer Robotik und 3D-Wahrnehmung von Pflanzen kombiniert. Ziel ist, dass Fachleute über ein natürliches Interface Fragen zum Pflanzenzustand stellen, Anweisungen geben und das Verhalten der Roboter gezielt steuern können, wobei diese Interaktionen direkt in rekonstruierten 3D-Gewächshausszenen verankert und in sichere Roboterschritte übersetzt werden.

Die Förderung durch das BMFTR beläuft sich auf 463.000 Euro zur Unterstützung der Bonner Forschung; AgriLoop ist ein Partnerprojekt des Exzellenzclusters PhenoRob und im Transdisziplinären Forschungsbereich Sustainable Futures angesiedelt. Deutschland bringt Roboterplattformen, 3D-Wahrnehmung und pflanzenbauliche Expertise ein, Taiwan zentrale Komponenten für multimodale Sprachverarbeitung, Dialogsysteme, Command Grounding und Lernen aus dem Fachleuten-Feedback. Am Ende des Projekts soll ein Demonstrator zeigen, wie ein Gewächshausroboter verständlich erklärt werden kann und gezielt gesteuert wird, indem das System per Sprach- oder Text-Anweisungen die Umgebung räumlich erfasst und in konkrete, sichere Roboterhandlungen überführt. Langfristig sollen solche Systeme Fachkräfte bei zeitaufwendigen und wiederkehrenden Arbeiten unterstützen, Ressourcen effizienter einsetzen und damit eine intelligentere, nachhaltigere Landwirtschaft ermöglichen.
Quelle: https://www.uni-bonn.de/de/neues/165-2026

Gesellschaft für Informatik e.V.
Zeit zu handeln: GI legt Whitepaper zur Reform des Computerstrafrechts vor
Die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) fordert im Rahmen eines Whitepapers zur Reform des Computerstrafrechts eine Gesetzesänderung, die die rechtliche Situation rund um ethische Sicherheitsforschung klärt und damit die Kriminalisierung von Sicherheitsforschenden beendet. Seit 2007 kritisiert die GI das geltende Computerstrafrecht, insbesondere die Strafbarkeit von Hacking-Tools. Als Vorbilder nennt sie Polen und Belgien, die eine rechtssichere Sicherheitsforschung und eine wertschätzende Behandlung ehrenamtlich tätiger Sicherheitsforscherinnen und -forscher vorleben. Gemeinsam mit Industrie, Sicherheitsforschenden und digitalpolitischen NGOs hat die GI Lösungsansätze entwickelt, wie eine Legalisierung in Deutschland gelingen kann.

Martin Wolf, Präsident der GI, betont die Notwendigkeit, Schwachstellen in IT-Systemen besser zu erkennen und zu melden, da sie enormes Missbrauchs- und Angriffspotenzial bergen. Ehrenamtliche Hackerinnen und Hacker dürften nicht länger mit Strafanzeigen statt Anerkennung konfrontiert werden. Die Bundesregierung müsse dringend handeln. Das Whitepaper fordert neben der Gesetzesänderung auch ein ganzheitliches Konzept: ein wirksames Meldeverfahren, eine aktive Meldekultur sowie eine stärkere gesellschaftliche Anerkennung ethischer Hackerei, um eine resilientere Gesellschaft zu schaffen.

Im Koalitionsvertrag hat die schwarz-rote Regierung das Ziel verankert, Rechtssicherheit für die Cybersicherheitsforschung zu schaffen. Die GI und die Konsultationsbeteiligten unterstützen dieses Ziel und appellieren an die Bundesregierung, zügig eine Reform unter Beteiligung aller Betroffenengruppen einzuleiten.
Quelle: https://gi.de/fileadmin/GI/Hauptseite/Aktuelles/Meldungen_und_Blogbeitraege/2026/2026-08-24_Whitepaper.pdf

Leibniz-Gemeinschaft
Leibniz-Gemeinschaft stärkt KI-Infrastrukturen für Spitzenforschung
Die Leibniz-Gemeinschaft erhält vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt im Rahmen des 1.000-Köpfe-Plus-Programms insgesamt rund 14,9 Millionen Euro, um eine nachhaltige, leistungsfähige KI-Forschungsinfrastruktur für moderne KI-Methoden aufzubauen. Drei Vorhaben in Lebenswissenschaften, Gesundheits- und Präventionsforschung sowie Materialwissenschaften und Verfahrenstechnik sollen strategisch verknüpft und eng mit der Hightech Agenda Deutschland (HTAD) verbunden werden. Ziel ist es, standortübergreifende, datenintensive und interdisziplinäre Forschung zu ermöglichen, wissenschaftliche Kooperation zu stärken und internationale Spitzenforscherinnen und -forscher zu gewinnen.

Konkret koordiniert das Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie in Halle gemeinsam mit weiteren Leibniz-Einrichtungen den Aufbau einer KI-Infrastruktur für Hightech-Phänotypisierung in den Lebenswissenschaften. Das Leibniz-Institut für Analytische Wissenschaften – ISAS in Dortmund entwickelt zusammen mit Partnern eine neue GPU-Recheninfrastruktur für die Gesundheits- und Präventionsforschung. Das Weierstraß-Institut für Angewandte Analysis und Stochastik in Berlin baut in Kooperation mit weiteren Leibniz-Einrichtungen eine KI-Infrastruktur für materialwissenschaftliche und verfahrenstechnische Forschung auf. Alle drei Vorhaben sind in größere institutsübergreifende Verbünde eingebettet. Ergänzend unterstützt ein übergreifendes Vernetzungsvorhaben die Zusammenarbeit zu Betriebsmodellen, Zugangsregelungen, IT-Sicherheit, Datenschutz und digitaler Souveränität, wofür Schloss Dagstuhl eine Plattform bereitstellt.
Quelle: https://www.leibniz-gemeinschaft.de/ueber-uns/neues/forschungsnachrichten

Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung
Diskriminierungserfahrungen stehen im Zusammenhang mit Studienerfolgserwartungen von Studentinnen
Eine neue Studie im Journal Research in Higher Education zeigt, dass Studentinnen häufiger von Diskriminierung berichten als Studenten und dass sie ihre Wahrscheinlichkeit, das Studium erfolgreich abzuschließen, im Durchschnitt geringer einschätzen. Zudem erklärt Diskriminierung insgesamt rund 8,4 Prozent des Geschlechterunterschieds bei den Erfolgserwartungen. Von besonderer Bedeutung ist dabei die relationale, subtile Diskriminierung – wie soziale Ausgrenzung oder Herabsetzung von Leistungen – da sie mit geringeren Erfolgserwartungen bei Studentinnen verbunden ist; offene Diskriminierung dagegen lässt sich statistisch nicht entsprechend signifikant mit den Erfolgserwartungen verbinden.
Überraschend ist, dass dieser Zusammenhang vor allem in frauendominierten Studienfächern sichtbar wird: Obwohl Studentinnen in männerdominierten Fächern häufiger Diskriminierung berichten, korreliert relationaler Diskriminierung dort weniger stark mit den Erfolgserwartungen. In frauendominierten Fächern zeigt sich der Zusammenhang dagegen stärker. Die Ergebnisse betonen die Notwendigkeit, Diskriminierung in Hochschulen umfassender zu betrachten und sowohl subtile als auch offene Formen sowie fachspezifische Unterschiede in den Blick zu nehmen. Grundlage der Befunde ist die Studierendenbefragung in Deutschland 2021 (n rund 188.000, 250 Hochschulen). Die vorliegende Analyse verwendet 9.512 Studierende, davon 5.825 Frauen.
Quelle: https://www.dzhw.eu/services/meldungen/detail?pm_id=1670