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Wissenschaftsmanagement special Ausgabe 2/2013

Studierendenbefragung an der Universität Frankfurt

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Luis Padberg

Hochschulevaluation

Studierendenbefragung an der Universität Frankfurt

Die Goethe-Universität Frankfurt hat sich von ihren knapp 40.000 Studenten bewerten lassen. Themen der Erhebung waren in erster Linie Studienwahl und Studienorganisation.

Deutschlands drittgrößte Universität hat sich als eine der ersten Hochschulen dem Urteil ihrer Studierendenschaft gestellt. Ganze 22 Prozent der Studenten beteiligten sich, was mehr als 8.500 Teilnehmern entspricht. Damit ist es eine der umfassendsten Erhebungen, die je an einer deutschen Hochschule durchgeführt wurde. Die Befragten konnten Angaben zu ihren Studienpräferenzen machen und ihre Universität hinsichtlich verschiedener Aspekte bewerten. Außerdem war die Überprüfung des Bologna-Prozesses Inhalt der Studie.

Die Erhebung belegte die große internationale Diversität der Goethe-Universität, an der Menschen aus insgesamt 130 Nationen studieren: Mehr als 24 Prozent der Befragten hatten einen Migrationshintergrund. Im Bundesdurchschnitt liegt dieser Wert lediglich bei elf Prozent. Der Universitätspräsident, Prof. Werner Müller-Esterl, sieht dabei auch einen Zusammenhang mit dem Standort der Hochschule: „Die Goethe-Universität verfügt bereits heute über ein bemerkenswertes Maß an Internationalität. Sie passt damit zu Frankfurt als der internationalsten Stadt in Deutschland.“ Die Anzahl der Studenten, die aus einem Nicht-Akademiker-Haushalt stammen, entspricht mit 37 Prozent knapp dem Bundesdurchschnitt. Beide Werte können in der Hochschulplanung gut verwendet werden, um das Studienangebot in Zukunft besser an die Zielgruppen anpassen zu können. Viele Kritikpunkte an den Ergebnissen der Bologna-Reform werden durch die Erhebung bestätigt. So meinen beispielsweise nur 50 Prozent der Bachelorstudenten und 36 Prozent der Masterstudenten, dass sie ihre Ausbildung in der Regelstudienzeit absolvieren werden. Gründe dafür sind zusätzliche Erwerbstätigkeit (38 Prozent) und die Überschneidung von Lehrveranstaltungen (30 Prozent). 75 Prozent sind sich aber sicher, dass sie ihr Studium in der Regelstudienzeit plus zwei weiterer Semester abschließen werden. Auch der Zweifel an der Berufsqualifizierung des Bachelors wird anhand der Ergebnisse der Befragung deutlich. 85 Prozent der Bachelorstudenten strebt einen weiteren Abschluss als Master an. Vizepräsidentin Tanja Brühl erklärt sich die Zahlen so: „Der Bachelor wird möglicherweise von vielen Studierenden der Goethe-Universität noch nicht als vollwertiger Abschluss angesehen.“ Diese Ergebnisse sollten bildungspolitisch Beachtung finden, um auch die nötige Anzahl an Masterplätzen zu schaffen. Dass der Bologna-Prozess in anderen Bereichen in die richtige Richtung geht, wird anhand des Mobilitätswunsch der Studierenden deutlich. Knapp die Hälfte (46 Prozent) möchte ihren Master an einer anderen Universität absolvieren, mehr als die Hälfte (60 Prozent) plant während ihres Studiums einen Auslandsaufenthalt und ein gutes Viertel (26 Prozent) war bereits vor oder während des Studiums im Ausland. In anderen Bereichen, beispielsweise in der Wirtschaftsorientierung, zeigt die Befragung, dass die Bemühungen der Bologna-Reformen noch nicht weit genug gehen. So wünscht sich ein Drittel (33 Prozent) aller Befragten mehr Veranstaltungen zum „Einüben berufspraktischer Tätigkeiten“ und sogar mehr als ein Drittel (38 Prozent) der Studenten Module zur „Kontaktaufnahme mit potenziellen Arbeitgebern“. Die Ergebnisse der repräsentativen Studie sind also weitreichend und beleuchten die Situation der einzelnen Fachbereiche und Institute detailliert. In der nächsten Zeit wird seitens der Universität weiter an einer genauen Analyse der Ergebnisse und ihrer Bedeutung für die einzelnen Bereiche gearbeitet, um letztlich zu konkreten Handlungsempfehlungen zu gelangen. Von Seiten der Universität ist man mehr als zufrieden über die rege Beteiligung bei der Befragung. Universitätspräsident Müller-Esterl: „Wir freuen uns über die große Beteiligung und den insgesamt großen Zuspruch, den die Goethe-Universität bei ihren Studierenden findet. Ziel der Studie ist es, unsere Entscheidungen für die weitere Verbesserung der Studienqualität auf ein empirisch solides Fundament zu stellen. Jetzt wissen wir besser, was Studierende an ihrer Goethe-Universität schätzen und was sich noch verbessern lässt. Das hilft uns, konkrete Veränderungen vorzunehmen.“ Foto: Einzmedia/pixelio