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Quantenkommunikation ++ Solarstrom ++ Hightech Agenda ++ Europas digitale Abhängigkeit ++ Wie KI die Medizinforschung voranbringt ++ Erstes Fusionskraftwerk ++ Toolchain für Software-Defined Vehicles ++ KI- und Hochleistungsrecheninfrastruktur

news

Ralf Bohlsen

Neues aus Wissenschaft, Forschung und Prolitik

Quantenkommunikation ++ Solarstrom ++ Hightech Agenda ++ Europas digitale Abhängigkeit ++ Wie KI die Medizinforschung voranbringt ++ Erstes Fusionskraftwerk ++ Toolchain für Software-Defined Vehicles ++ KI- und Hochleistungsrecheninfrastruktur

Ein Blick zurück (KI-unterstützt) auf einige interessante Meldungen der vergangenen Tage, die die Forschung, Technologien und Wissenschaftspolitik betreffen. Wir verlinken für Sie auf die jeweilige Originalmeldung. Die Redaktion wünscht allen Leserinnen und Lesern eine informative Lektüre und ein schönes Wochenende.

Foto: Tim Reckmann www.pixelio.de

Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF
Abschluss der QuNET-Initiative: Bundesforschungsministerin Bär aktiviert Netz zur Quantenkommunikation
Die seit 2019 vom Bundesforschungsministerium mit 125 Millionen Euro geförderte QuNET-Initiative hat ihr finales Schlüsselexperiment abgeschlossen. In Berlin schaltete Bundesforschungsministerin Dorothee Bär regionale Teilnetze aus Bayern, Berlin, Thüringen und Sachsen zu einem bundesländerübergreifenden experimentellen Quantenkommunikationsnetz zusammen. Bei der Live-Demonstration wurden fiktive Apothekenabrechnungen zwischen dem Universitätsklinikum Jena, DATEV und der Bundesdruckerei über bestehende Glasfasernetze quantengesichert übertragen. Das Experiment zeigte, wie unterschiedliche Systeme und regionale Infrastrukturen zusammenarbeiten können.

QuNET erforschte seit sieben Jahren technische Grundlagen der Quantenkommunikation, insbesondere die Quantenschlüsselverteilung (QKD), und förderte die Zusammenarbeit von Forschung und Wirtschaft. Ergänzende QuNET±Projekte entwickelten unter anderem Komponenten für Schlüsselmanagement, optisches Routing und Testverfahren. Die Initiative endet nun, während die nächste Phase beginnen soll: Forschungsergebnisse und Technologien sollen stärker in wirtschaftliche Anwendungen überführt werden. Damit verbindet QuNET das Ziel, sensible Daten besser zu schützen, mit dem Anspruch, technologische Souveränität und die deutsche und europäische Industrie zu stärken.
Quelle: https://www.iof.fraunhofer.de/de/presse-medien/pressemitteilungen/2026/Abschluss_QuNET-Initiative.html

Hochschule Hof
Agri-PV-Anlagen im Praxistest: Warum mehr Solarstrom nicht automatisch mehr Wirtschaftlichkeit bedeutet
Ein Forschungsprojekt der Hochschule Hof untersucht in Konradsreuth, wie sich landwirtschaftliche Nutzung und Solarstromerzeugung sinnvoll verbinden lassen. Verglichen werden eine klassische Südanlage, ein vertikales bifaziales Ost-West-System und ein vertikal nachgeführtes System. Die Ergebnisse zeigen: Das nachgeführte System erzielt zwar den höchsten Energieertrag, wirtschaftlich attraktiver ist jedoch das Ost-West-System. Es erzeugt mehr Strom am Morgen und Nachmittag, wenn dieser am Markt wertvoller sein kann. Für die Bewertung berücksichtigt das Forschungsteam neben Wetterdaten und Strompreisen auch verschiedene Batteriespeicher. Die Simulationen dienen als Planungsgrundlage für eine geplante Agri-PV-Anlage mit einer Leistung von 1 Megawatt-Peak. Das ausgewählte vertikale System lässt die landwirtschaftliche Nutzung, insbesondere die Weidehaltung, weiterhin zu. Insgesamt macht das Projekt deutlich, dass es kein allgemein bestes Anlagenkonzept gibt: Entscheidend sind die Bedingungen am jeweiligen Standort und der zeitliche Wert des erzeugten Stroms.
Quelle: https://campuls.hof-university.de/aktuelles/warum-mehr-solarstrom-nicht-automatisch-mehr-wirtschaftlichkeit-bedeutet/

Forschung, Technologie, Raumfahrt und Technikfolgenabschätzung
Stand nach einem Jahr Hightech Agenda Deutschland
Link zur Meldung des Deutschen Bundestages (Quelle: Bundestag.de/hib)

Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Europas digitale Abhängigkeit steigt - USA und China ziehen davon
Eine Studie des Vodafone Institute und der Universität Bonn zeigt, dass Europas digitale Abhängigkeit zwischen 2010 und 2023 leicht zugenommen hat. Während China seine Abhängigkeit von ausländischen Technologien um fast elf Prozentpunkte und die USA um sechs Prozentpunkte senkten, stieg der europäische Wert um etwa 0,5 Prozentpunkte. Besonders groß ist Europas Abhängigkeit bei digitalen Plattformen und IKT-Patenten. Die Entwicklung unterscheidet sich jedoch stark zwischen den Ländern: Finnland verzeichnete den stärksten Anstieg, während Serbien den größten Rückgang erreichte.

Die Forschenden halten eine einheitliche Strategie für ganz Europa daher nicht für ausreichend. Sie empfehlen, gemeinsame Prioritäten festzulegen und Maßnahmen in Regulierung, Innovation, Investitionen und Beschaffung besser zu koordinieren. Als mögliche Ansätze nennen sie den Ausbau europäischer Fähigkeiten in wichtigen Lieferketten, Investitionen in eigene Technologien und Plattformen, die Beseitigung kritischer Engpässe sowie eine breitere Auswahl internationaler Partner. Digitale Souveränität bedeute dabei nicht Abschottung, sondern die Fähigkeit, Abhängigkeiten gezielt zu steuern und selbst über Technologiepartner entscheiden zu können.
Quelle: https://www.uni-bonn.de/de/neues/222-2026

Philipps-Universität Marburg
Mini-Organe und große Daten: Wie KI die Medizinforschung voranbringt
Das Forschungsprojekt SCOPE-AI erhält rund 330.000 Euro von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, um umfangreiche, frei zugängliche Bilddatensätze von Organoiden aufzubauen. Organoide sind im Labor gezüchtete Miniaturmodelle von Organen, die etwa für die Erforschung von Krankheiten und das Testen von Wirkstoffen genutzt werden. Da ihre Mikroskopiebilder bislang meist aufwendig von Hand ausgewertet werden, soll künstliche Intelligenz diese Analyse künftig automatisieren und verbessern. Dafür erstellt das Projekt drei Datensätze mit fachlich markierten Zellstrukturen und stellt zusätzlich KI-Modelle, Werkzeuge und Beispielabläufe offen bereit. Forschende aus Marburg, Helmholtz Munich, Helmholtz AI und dem DKFZ wollen damit die Nutzung von KI in der Organoidforschung fördern und neue Ansätze für Krankheitsforschung, Medikamentenentwicklung und personalisierte Medizin ermöglichen.
Quelle: https://www.uni-marburg.de/de/aktuelles/news/2026/mini-organe-und-grosse-daten

Forschung, Technologie, Raumfahrt und Technikfolgenabschätzung
Erstes Fusionskraftwerk soll in Deutschland gebaut werden
Link zur Meldung des Deutschen Bundestages (Quelle: Bundestag.de/hib)

Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE
Fraunhofer IESE bringt Safety Engineering in vertrauenswürdige KI-gestützte Entwicklung von Software-Defined Vehicles
Im europäischen Forschungsprojekt AI4SDV entwickeln mehr als 50 Partner aus Industrie und Wissenschaft eine offene, KI-gestützte Toolchain für Software-Defined Vehicles. Ziel ist es, die Fahrzeugentwicklung zu beschleunigen, die Produktivität zu steigern und Fehler zu reduzieren. Das Fraunhofer IESE bringt seine Expertise im Safety Engineering ein und untersucht, wie KI sicherheitskritische Entwicklungsprozesse unterstützen kann, ohne dabei Nachvollziehbarkeit, Verifikation und Compliance zu beeinträchtigen. Im Fokus stehen unter anderem die Analyse von Sicherheitswissen, Sicherheits- und Änderungsfolgenabschätzungen sowie die Verknüpfung von Sicherheitsnachweisen. Die Ergebnisse sollen Ingenieurinnen und Ingenieuren helfen, KI-generierte Vorschläge fachlich zu prüfen und zu korrigieren. AI4SDV startete im September 2026, läuft 36 Monate und wird im Rahmen von Horizon Europe gefördert. Die entwickelten Technologien sollen als offene Plattform dem europäischen SDV-Ökosystem zur Verfügung stehen.
Quelle: https://www.iese.fraunhofer.de/de/media/presse/pm_2026_10_28_ai4sdv.html

Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT
JUPITER AI Factory kooperiert mit NVIDIA, um Start-ups und SMEs zu unterstützen
Die JUPITER AI Factory (JAIF) kooperiert mit dem NVIDIA-Inception-Programm, um Start-ups und kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zu leistungsstarker KI- und Hochleistungsrecheninfrastruktur zu erleichtern. Über JAIF können sie JUPITER, Europas ersten Exascale-Supercomputer, für das Training von KI-Modellen nutzen und auf JARVIS für KI-Inferenz zurückgreifen. Die Zusammenarbeit macht diese Angebote über das NVIDIA-Netzwerk besser sichtbar und ergänzt den regulären, offenen und herstellerneutralen Zugang der JAIF.

Zusätzlich sind Schulungen, Mentoring und Hackathons geplant, um Wissen zu vermitteln und praktische Kompetenzen in KI und Hochleistungsrechnen aufzubauen. Davon sollen neben Unternehmen auch Forschende und weitere Mitglieder der JAIF-Community profitieren. Ziel ist, die Nutzung der vorhandenen Rechenkapazitäten zu stärken und KI-Anwendungen in Bereichen wie Gesundheit, Energie, Fertigung, Klima, Bildung und öffentlichem Sektor voranzutreiben.
Die JAIF wird vom Forschungszentrum Jülich koordiniert und vereint mehrere deutsche und europäische Partner. Sie ist Teil des von EuroHPC kofinanzierten europäischen Netzwerks von KI-Fabriken. JUPITER bildet das technologische Fundament des Angebots; die langjährige Zusammenarbeit des Jülich Supercomputing Centre mit NVIDIA wird durch die neue Kooperation erweitert.
Quelle: https://www.fit.fraunhofer.de/de/presse/26-10-28_JUPITER-AI-Factory-kooperiert-mit-NVIDIA-um-Startups-und-SMEs-zu-unterstuetzen.html

USTP – University of Applied Sciences St. Pölten
Wenn KI zum Gegenüber wird: Die sozialen Folgen kommunikativer KI
Die Sprachwissenschafterin Sabine Lehner von der USTP untersucht im Forschungsprojekt „KIKKI“, welche Vorstellungen von Sprache und Kommunikation KI-basierten Sprachtechnologien zugrunde liegen und wie Menschen diese Systeme wahrnehmen und nutzen. Dabei betrachtet sie sowohl die Perspektiven von KI-Forschenden und -Entwicklerinnen als auch den Einsatz kommunikativer KI in der Sozialen Arbeit. Erste Studien zu virtuellen Begleiterinnen und KI-gestütztem Dolmetschen befassen sich insbesondere damit, was geschieht, wenn sprachliche Sorgearbeit und die Vermittlung von Nähe automatisiert werden. Ziel des Projekts ist es, die sozialen Folgen solcher Technologien besser zu verstehen und Grundlagen für ihren verantwortungsvollen Einsatz zu schaffen. Für ihre Forschung erhielt Lehner das APART-GSK-Stipendium der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.
Quelle: https://research.ustp.at/projekte/kikki-kommunikationsideologien-in-bezug-auf-kommunikative-kuenstliche-intelligenz