Das Archiv bietet Ihnen die special Beilagen zur Zeitschrift Wissenschaftsmanagement aus den Jahrgängen 2004 bis 2013 im PDF-Format kostenlos zum Download.
Alternatives Messverfahren zur Beurteilung der Qualität der Forschung entwickelt sich – gibt es Brücken zum Finanzrating?
Ein relativ neues Verfahren zur Messung der Qualität in einem ausgewählten Fach kommt in Schwung: das sogenannte „Rating“. Es befindet sich noch im erweiterten Entwicklungsstadium. Dennoch gilt es bereits mit drei aktuellen Beispielen des Wissenschaftsrates, Köln, als Konkurrent des traditionellen Hochschulrankings. Während beim Ranking nach Meinung der Kritiker oft unklar bleibt, welche Fakten den Ergebnissen zugrunde liegen, so arbeitet das Rating gezielt mit erhobenen Zahlen und eingebundenen Wissenschaftlern, die fachlich urteilen. Sie untersuchen direkt Angaben und Wirkungen der geleisteten Forschung in einzelnen Disziplinen. Chemie, Soziologie, Elektrotechnik und Informationstechnik liegen vor. Die Anglistik/Amerikanistik ist noch in Arbeit. Das Ergebnis wird Mitte 2013 erwartet. Eine Frage drängt sich auf: Was kann das Forschungsrating von der Erfahrung der Finanzindustrie lernen?
Die TU9 fordert mehr finanzielles Engagement des Bundes
Der Artikel 91b Grundgesetz hat es in sich: Er verbietet dem Bund die finanzielle Förderung von Hochschuleinrichtungen und gestattet diese nur für bestimmte Vorhaben wie beispielsweise die 2017 auslaufende Exzellenzinitiative. Hintergrund ist die Sorge der 16 Bundesländer, der Bund könne ansonsten zu sehr ihre Zuständigkeit für Bildung und Forschung aushöhlen. Gleichwohl mangelt es (vor allem den kleinen) Bundesländern an ausreichend finanziellen Mitteln für ihre Hochschulen. Die schwarz-gelbe Bundesregierung, in Forschungsfragen durchaus lernfähig, will das nun ändern und den Artikel 91b dahingehend ändern, dass der Bund künftig sowohl Vorhaben als auch Einrichtungen finanziell fördern kann.
Vor zehn Jahren begann mit dem Bologna-Prozess der Umbau des Hochschulwesens: An die Stelle von Magister und Diplom traten nach sechs Semestern der Bachelor (BA) und nach weiteren vier Semestern der Master (MA). In den traditionellen Staatsexamensfächern wie Jura, Medizin, Lehramt und Theologie blieb alles weithin beim Alten. Und auch der Titel Dipl.-Ing. ist nie ganz ausgestorben, weil weder der BA noch der MA in Physik, Chemie, Maschinenbau, Ingenieurwissenschaft oder Informatik der Wirtschaft eine ausreichende berufliche Qualifikation bedeuten. Da heute selbst Berufsakademien und private Kollegs den Bachelor verleihen, ist eine weitere Entwertung des für Bundesbildungsministerin Annette Schavan vollgültigen akademischen Abschlusses eingetreten.
Im Rahmen der Fachveranstaltung „Kurswechsel – Neue Wege zur Professionalisierung in der Lehrerbildung“ wurde die neue Akademie für Bildungsforschung und Lehrerbildung (ABL) an der Goethe-Universität eröffnet.
EUA warnt vor zurückgehenden Investitionen in Forschung und Lehre
Die europäische Wirtschafts- und Finanzkrise macht auch vor den Hochschulen nicht halt. Der Europäische Hochschulverband EUA hat auf seinem Funding Forum in Salzburg die Sorge formuliert, dass eine mangelnde Hochschulfinanzierung zu einer Zwei-Klassen-Gesellschaft in Europa führen könnte. Gerade die krisengeschüttelten Länder Ost- und Südeuropas leiden besonders stark unter zurückgehenden Geldmitteln. Aber auch Länder, die von der Finanzkrise wenig bis kaum betroffen sind, können ihre Hochschulsysteme nicht in Gänze vor Kürzungen bewahren. Sie alle stehen in Zugzwang, neue Finanzierungsquellen zu erschließen.
Der CHE-Studienkredit-Test 2012 gibt Tipps für Studierende und Studieninteressiert.
Der Markt für Studienkredite ist im Wandel. „Ungefähr 80 Prozent der regionalen Angebote wurden in den letzten Jahren eingestellt“, berichtet der Leiter der Studie, Ulrich Müller vom CHE Centrum für Hochschulentwicklung. Gewinner der Entwicklung ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). „Die meisten lokalen Banken vermitteln nur noch den KfW-Studienkredit. Dabei zeigen Angebote wie die der Sparkassen Essen, Leipzig oder Herford, dass sinnvoll konzipierte regionale Modelle durchaus auf starke Nachfrage stoßen können.“