Wechselwirkungen zwischen technologischem Wandel und Sozialpolitik ++ Regelwerk für Fusionsanlagen ++ Verhandeln ist ein routinemäßiger Bestandteil des Alltags ++ Quantenalgorithmen ++ Forschungsdatenmanagement
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Neues aus der Wissenschaft
Wechselwirkungen zwischen technologischem Wandel und Sozialpolitik ++ Regelwerk für Fusionsanlagen ++ Verhandeln ist ein routinemäßiger Bestandteil des Alltags ++ Quantenalgorithmen ++ Forschungsdatenmanagement

Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF)
Neues Projekt untersucht Wechselwirkungen zwischen technologischem Wandel und Sozialpolitik in historischer Perspektive
Das Forschungsprojekt SOFO-HIST am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) untersucht seit dem 1. August 2026 die Reaktionsweisen und Lösungsstrategien im Umgang mit Innovationen auf betrieblicher Ebene. Im Zentrum stehen Prozesse der Automatisierung, Robotisierung und Digitalisierung sowie deren Auswirkungen auf Anforderungen, Risiken und Ungleichheitsmuster in der Arbeitswelt. Ziel ist es, zu klären, wie neue Schlüsseltechnologien sozialpolitische Herausforderungen beeinflussen und welche Rolle betriebliche Sozialpolitik bei der Einführung technologischer Innovationen spielt. Der zeitliche Rahmen reicht von den 1980er-Jahren bis in die Zeit nach der deutschen Einheit (2000er-Jahre). Das Projekt ist Teil einer neu eingerichteten Forschungsgruppe des DIFIS-Sonderforschungszentrums und wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales gefördert. Die Potsdamer Teilgruppe wird von Karolin Mirtschin bearbeitet und unter der Leitung von Priv.-Doz. Dr. Winfried Süß geführt. Die Forschungsgruppe arbeitet in vier Teilprojekten: politische Diskurse (Cornelius Torp, Uni Bremen), Wissensproduktion (Martina Heßler, TU Darmstadt), Sozialadministration (Christiane Kuller, Uni Erfurt) sowie Arbeitsbeziehungen (Winfried Süß, ZZF Potsdam). Untersucht werden direkte und indirekte Auswirkungen technologischer Innovationen auf sozialstaatliche Diskurse, Leistungsprofile, Organisationsformen und Arbeitsbeziehungen.
Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) gGmbH
Auf dem Weg zu einem Regelwerk für Fusionsanlagen: ReFus-Verbundpartner veröffentlichen Statusbericht
Der Statusbericht zum Projekt ReFus fasst die bisherigen Arbeiten zur Regulierung zukünftiger Fusionsanlagen in Deutschland zusammen. Ziel ist die Entwicklung eines gestuften, risikoorientierten Regelwerks, das Strahlenschutzrecht berücksichtigt und an radiologischem Gefährdungspotenzial orientiert; beteiligt sind GRS, MPI für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, Öko-Institut, TÜV Rheinland und KIT, unterstützt von Stakeholdern aus Industrie und Energieversorgung. Der Bericht ermöglicht bis 31. Oktober 2026 Kommentare, aus denen im Abschlussbericht und späteren Fachberichten Schlussfolgerungen gezogen werden; in der Finalphase werden unter anderem eine Merkpostenliste für Genehmigungen, Europarechtsfragen, Umnutzungspotenziale ehemaliger Kernkraftwerke und die Anwendbarkeit konventioneller Sicherheitsnormen behandelt.
Quelle: https://www.grs.de/de/aktuelles/publikationen/grs-878
European School of Management and Technology (ESMT)
Verhandeln ist ein routinemäßiger Bestandteil des Alltags, kein seltenes Ereignis mit hohem Einsatz, zeigt neue Studie der ESMT Berlin
Eine neue Studie der ESMT Berlin und Ko-Autoren zeigt, dass Verhandeln ein routinemäßiger Bestandteil des Alltags ist: über 30 Prozent der alltäglichen sozialen Interaktionen enthielten mindestens einen Verhandlungsprozess. Am häufigsten bestand der Verhandlungsakt darin, eine Einigung zu erzielen (etwa 10,4 Prozent der Interaktionen), während reines Feilschen beziehungsweise Angebot- und Zugeständnisaustausch nur 2,7 Prozent ausmachten. Verhandeln trat nicht nur am Arbeitsplatz auf, sondern auch in persönlichen Beziehungen: 54 Prozent der Interaktionen mit Kollegen und rund 30 Prozent mit Freunden, Familienmitgliedern oder romantischen Partnern beinhalteten Verhandlungselemente. Die Studie nutzte eine app-basierte Experience-Sampling-Methode mit 302 Teilnehmenden über eine Woche (5.286 Datenpunkte). Verhandeln war mit zeitweilig negativer Stimmung assoziiert, doch Teilnehmende, die häufiger verhandelten, berichteten auch von einem höheren allgemeinen Wohlbefinden im Longer-Term. Es gab keine signifikanten Unterschiede nach Geschlecht oder Alter. Die Autoren betonen, dass der Zusammenhang zwischen Verhandlungshäufigkeit und Wohlbefinden korrelativ, nicht kausal ist, und fordern Längsschnitt- und Interventionsstudien.
Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF
Quantenvorteil neu bewertet: Realistischere Maßstäbe für Quantenalgorithmen
Zwei aktuelle Fraunhofer-IAP-Beiträge beleuchten, wie Quantenvorteil realistischer bewertet werden kann. Im Review „Beyond Unitary Quantum Simulation: Open-System Approaches for Quantum Chemistry Toward Quantum Advantage“ wird vorgeschlagen, Dissipation und offene Systemdynamik in der Quantenchemie nicht mehr bloß als Störfaktoren zu behandeln, sondern als potenzielle Ressource für Algorithmen. Moleküle interagieren naturgemäß mit ihrer Umwelt, was dissipative Prozesse zentral macht. Der Text plädiert für einen Perspektivwechsel, der offene Dynamik, fehlerresistente Algorithmen, Engineered Dissipation, sowie Anwendungsfelder wie Quantum Machine Learning und QAOA stärker berücksichtigt und so robustere Voraussetzungen für Quantenvorteile schafft.
Die zweite Veröffentlichung von Vanessa Dehn beschäftigt sich mit der algorithmischen Skalierung des Quantum Approximate Optimization Algorithm (QAOA). Sie entwickelt eine extrapolationsbasierte Methodik, um Parameter des linear-ramp QAOA von kleinen auf größere Problemgrößen zu übertragen und so die Laufzeit-Skalierung zu untersuchen. Am Beispiel von Portfolio-Optimierungen zeigt die Arbeit, dass bei bestimmten Problemgrößen Skalierungsvorteile gegenüber klassischen Verfahren möglich sein können. Damit wird ein wichtiger Schritt hin zu belastbaren, praxisnahen Nachweisen von Quantenvorteil unternommen, indem nicht nur kleine Demonstrationen, sondern die Leistung bei wachsenden Instanzen betrachtet wird.
Quelle: https://www.iaf.fraunhofer.de/de/medien/pressemitteilungen/Quantenvorteil-neu-bewertet.html
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
8,3 Millionen Euro für Forschungsdatenmanagement
Das Konsortium DAPHNE4NFDI (Daten aus Photonen und Neutronen Experimenten für NFDI) erhält für die zweite Förderphase 8,3 Millionen Euro bis Ende 2028. Ziel ist, Forschungsdaten aus Photon- und Neutronenexperimenten gemäß den FAIR-Prinzipien besser auffindbar, zugänglich und wiederverwendbar zu machen. In der ersten Förderphase wurden unter anderem Metadatenempfehlungen, elektronische Laborbücher und Datenkataloge entwickelt sowie der PaN Database‑Metadatensatz aufgebaut; das Rechenzentrum der CAU betreibt den IGSN Sample Registration Service zur eindeutigen Identifizierung von Proben.
In der zweiten Förderphase soll der Fokus stärker auf breite Nutzung der entwickelten Lösungen, die Etablierung von Qualitätskriterien für Forschungsdaten und intensivere Vernetzung mit anderen NFDI-Konsortien gelegt werden. Das Kieler Team aus CAU, KiNSIS (Kiel Nano, Surface and Interface Science) und DESY bringt Expertise insbesondere in den Use Case „Surfaces and Interfaces“ ein, der datenbasierte Lösungen für Oberflächen- und Grenzflächenmethoden entwickelt. Das Ruprecht-Haensel-Labor ermöglicht eine enge Zusammenarbeit von CAU und DESY, ergänzt durch das Rechenzentrum der CAU. Über Landesinitiativen bleibt Kiel zudem im Austausch mit weiteren NFDI-Konsortien.
Quelle: https://www.uni-kiel.de/de/detailansicht/news/83-millionen-euro-fuer-forschungsdatenmanagement



















