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Forschung für Nachhaltigkeit + Moderne Wörterbücher + KI für Energiesysteme + Urbane Zukunft + Werkstoffforschung + Zukunft der Lehre + Wissenschaft unter Druck + Vom Sanierungsfall zum Zukunftslabor

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Ralf Bohlsen

Aktuelle Pressemitteilungen

Forschung für Nachhaltigkeit + Moderne Wörterbücher + KI für Energiesysteme + Urbane Zukunft + Werkstoffforschung + Zukunft der Lehre + Wissenschaft unter Druck + Vom Sanierungsfall zum Zukunftslabor

Von modernen Wörterbüchern bis zur urbanen Zukunft

Die Redaktion fasst (KI-generiert) einige interessante Pressemitteilungen der vergangenen Tage zusammen und verlinkt auf die Originalmeldungen. Allen Leserinnen und Lesern wünschen wir eine informative Lektüre.

Foto: Günther Gumhold www.pixelio.de

FONA-Forum 2026: Dialog zur neuen BMFTR-Strategie „Forschung für Nachhaltigkeit“

Beim Forum „Forschung für Nachhaltigkeit“ diskutieren Akteurinnen und Akteure aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft den Aufbruch rund um die neue FONA-Strategie, die erstmals von Forschungsministerin Dorothee Bär vorgestellt wird. Ziel ist es, konkrete Ideen für Veränderungen zu entwickeln und zu prüfen, wie die Innovationsdynamik weiter gestärkt und der Aufbruch gemeinsam mit Wirtschaft und Gesellschaft gestaltet werden kann.

Investitionen in nachhaltige Innovationen brechen Rekorde; saubere Technologien, Kreislaufwirtschaft und soziale Innovationen liefern wichtige Antworten auf aktuelle Krisen und Herausforderungen. Forschung für Nachhaltigkeit wird als entscheidender Enabler gesehen, der Wissen und Innovationen für zukunftsträchtige Wertschöpfung, nachhaltigen Wohlstand und eine widerstandsfähige Gesellschaft schafft. 

Beim Netzwerk-Event, zu dem Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft eingeladen sind, sollen Ideen erarbeitet werden, wie die neue FONA-Strategie wirksam umgesetzt und konkrete positive Veränderungen angestoßen werden können. Der Anlass ist der Startschuss für die Umsetzung der FONA-Strategie, die von Dorothee Bär vorgestellt wird.

Quelle: https://www.fona.de/de/aktuelles/veranstaltungen/2026/FONA-Forum-2026/

 

Was kann Künstliche Intelligenz für die Erstellung moderner Wörterbücher leisten?

Das IDS Mannheim beteiligt sich gemeinsam mit 25 europäischen Partnern am EU-finanzierten Projekt ELEXAI (European LEXicographic infrastructure for Artificial Intelligence). Ziel ist, moderne KI-Technologien zur Erstellung und Erweiterung von Wörterbüchern und anderen lexikographischen Ressourcen einzusetzen, ohne Genauigkeit und Zuverlässigkeit zu kompromittieren. Im Rahmen der Horizon-Infrastrukturlinie sollen Mittel bereitgestellt werden, um die europäische Wörterbuchlandschaft zu vernetzen, zu verbessern und zu digitalisieren. 

KI soll (halb-)automatisch bei der effizienteren, umfassenderen und konsistenteren Strukturierung und Analyse sprachlicher Daten helfen und großspurige Sprachmodelle (LLMs) durch eingebundenes, gesichertes lexikographisches Wissen verbessern. Gleichzeitig werden qualitative Mehrwerte der KI in der lexikographischen Arbeit sowie der Nutzen für Anwenderinnen und Anwender kritisch reflektiert. Eine zentrale Aufgabe ist zudem die länderübergreifende Klärung rechtlicher und forschungsethischer Fragen zum KI-Einsatz in der Lexikographie. Das IDS coordinates drei Kernaufgaben: Anreichern und Erweitern lexikographischer Daten mit LLMs, Ausloten rechtlicher Rahmenbedingungen sowie Beantwortung ethischer Fragestellungen rund um Daten und KI im Gesamtprojekt. Der Wissenschaftliche Direktor Prof. Dr. Henning Lobin betont die führende Rolle des IDS bei der Erforschung und Dokumentation der deutschen Sprache im digitalen Zeitalter.

Quelle: https://www.ids-mannheim.de/lexik/pb-l3/elexai/

 

Erklärbare KI für Energiesysteme

Forscher am KIT haben eine Methode namens SHAPformer entwickelt, um KI-gestützte Vorhersagen im Energiesystem transparenter zu machen. Ziel ist, Vorhersagen für Zeitreihen wie Stromverbrauch oder -preise präzise und nachvollziehbar zu gestalten. SHAPformer kombiniert Transformer-Modelle mit Explainable AI (SHAP-Methoden), die sichtbar machen, wie einzelne Faktoren (zum Beispiel Temperaturen, Feiertage, Windprognosen, frühere Verbrauchsdaten) eine Vorhersage beeinflussen. Im Training wurden gezielt Informationen ausgeblendet, um den Einfluss einzelner Eingaben auf die Prognosen nachvollziehbar zu machen, ohne die Genauigkeit zu beeinträchtigen. Die Methode integriert Erklärbarkeit direkt in den Trainingsprozess, was eine effizientere Analyse ermöglicht. Anwendungsbeispiele reichen von Stromverbrauchs- und Preisprognosen bis hin zu intelligenten Ladesystemen für Elektroautos oder Heimspeichern, die flexibel auf Strompreise reagieren. Die Arbeit betont außerdem die Bedeutung von Transparenz und menschlicher Aufsicht in sensiblen Energiesystemen und verweist auf regulatorische Vorgaben wie den EU AI Act.

Quelle: https://www.kit.edu/kit/pi_2026_051_erklaerbare-ki-fuer-energiesysteme.php

 

„Urbane Zukunft – Bewältigung des Wandels für eine bessere Gesundheit in blauen Städten“

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das gemeinsame Graduiertenkolleg „Urbane Zukunft – Bewältigung des Wandels für eine bessere Gesundheit in blauen Städten“ von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS), der Universität Bonn (Uni Bonn) und dem Universitätsklinikum Bonn (UKB) in Kooperation mit dem Deutschen Institut für Entwicklungspolitik (IDOS) als außeruniversitärem Forschungsinstitut. Das Kolleg wird in den kommenden fünf Jahren rund fünf Millionen Euro erhalten. Federführend bei der H-BRS ist das Internationale Zentrum für Nachhaltige Entwicklung (IZNE). Damit ist erstmals eine Hochschule für Angewandte Wissenschaften als mitantragstellende Einrichtung an einem DFG-Graduiertenkolleg beteiligt. 

Im Fokus des Kollegs stehen urbane Transformationen im globalen Süden und die Wechselwirkungen von Gesundheit, Ökologie und Resilienz in „Blue Cities“ – Städten am Meer oder an großen Flüssen, die aufgrund des Klimawandels eine besondere Vulnerabilität aufweisen, deren Transformation jedoch potenziell größere Wirkungen entfalten kann. Ziel ist es, innovative, inter- und transdisziplinäre Forschungsansätze zu entwickeln, um Gesundheits-, Nachhaltigkeits- und Resilienz-Ziele in integrierte Stadtplanung und -politik zu überführen. Die Promotionsbetreuung wird in international koordinierten Teams erfolgen, wobei internationale Partnerinnen und Partner in Seminaren, Datenerhebungen und Betreuung eingebunden werden. 

Die Zusammenarbeit vereint Expertisen aus dem IZNE, dem Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit (UKB) und der Uni Bonn, ergänzt durch das IDOS. Die Arbeiten sollen Landnutzung, Boden- und Wasserschutz, Ernährung, Krankheitsvektoren, politische Ökonomien und Biodiversität sowie weitere relevante Dimensionen umfassen. Die Kooperation baut auf bestehenden Netzwerken mit internationalen Universitäten und Forschungsinstituten auf und knüpft an das NRW-geförderte Kolleg „One Health“ an, das ähnliche Themen rund um Stadttransformationen aus interdisziplinärer Perspektive untersuchte. Insgesamt wird der Studien- und Forschungsstandort Bonn damit seine Rolle als Zentrum für transdisziplinäre, globale Gesundheitsforschung im urbanen Kontext stärken.

Quelle: https://www.h-brs.de/de/kum/pressemitteilung/dfg-bewilligt-gemeinsames-graduiertenkolleg-von-h-brs-uni-bonn-und-ukb-zur

 

Aufbau der größten föderierten Digitalinfrastruktur für Werkstoffforschung in Europa gestartet

MaterialsCommons ist ein europaweites, föderiertes Digitalinfrastrukturprojekt für Werkstoffforschung und -entwicklung, koordiniert von Prof. Dr. Peter Gumbsch. Gefördert von Horizon Europe mit 28 Millionen Euro verbinden 26 Forschungseinrichtungen aus 14 Ländern über 30 Industriepartner (zum Beispiel Bosch, Siemens, ArcelorMittal, Infineon, Schaeffler) eine fragmentierte europäische Werkstoffdatenlandschaft. Ziel ist, den Zugang zu verteilten Datenrepositorien, Workflows und KI-Werkzeugen zu erleichtern, ohne Daten zentralisieren zu müssen, und damit Entwicklungszeiten zu verkürzen (Ziel: Faktor 4 Beschleunigung).

Kerninnovationen sind gemeinsame Ontologien, Taxonomien und Metadaten-Schemata sowie mehrstufige, automatisierte Forschungsabläufe (Self-Driving-Lab-Workflows) über mehrere Standorte hinweg. Geplant ist, bis vor Projektende über 90 Prozent der meistgenutzten europäischen Repositorien über eine einzige Schnittstelle zugänglich zu machen. Die Infrastruktur wird in sechs industriellen Anwendungsfällen erprobt, darunter Batteriewerkstoffe (Siemens), bainitische Stähle (Bosch, ArcelorMittal, Voestalpine, Schaeffler), Qualitätssicherung in der additiven Fertigung (Schaeffler, Applus) sowie Materialien für die Mikroelektronik (Infineon, Siemens). Zur nachhaltigen Sicherung der Möglichkeiten wird eine MaterialsCommons Foundation gegründet.

Die Initiative adressiert dringliche geopolitische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen, erhöht Effizienz, reduziert Kosten und unterstützt die europäische Industrie bei der Entwicklung neuer Hochleistungswerkstoffe im Kontext von EU-Regeln wie dem Critical Raw Materials Act, Net-Zero und Ecodesign. Zentral ist ein digitales Ökosystem aus semantischer Interoperabilität, Workflows, Datenräumen, elektronischen Laborjournale und einem nutzerfreundlichen Zugangspunkt, verbunden durch eine übergreifende, kooperative Infrastruktur (HPC, FAIR-Daten, SDLs, ELNs, industrielle Dienste).

Quelle: https://www.iwm.fraunhofer.de/de/presse/presse-news/pressemitteilungsliste/aufbau-groessten-foederierten-digitalinfrastruktur-werkstoffforschung-europa-gestartet.html

 

Zukunft der Lehre gemeinsam gestalten

KoLLI (Kooperative Lehr-Lern-Innovationen) ist ein Forschungsprojekt der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Karlsruhe. Ziel ist die Entwicklung von Methoden, Tools und Best Practices für partizipative Lehrveranstaltungen, in denen Lehr-Lern-Innovationen kollaborativ von Lehrenden und Lernenden erarbeitet werden. Dabei sollen die Perspektive der Studierenden und deren Kompetenzen aktiv in die Entwicklung und Implementierung einbezogen werden.

Ausgehend vom bestehenden Konzept des Lehr-Lernmoduls smile („Studierende als Multiplikator:innen für innovative und digitale Lehre“) wird die Idee in Lehrveranstaltungen übertragen. Dort sollen Studierende der jeweiligen Vorlesung beteiligt werden, um einzelne Teile selbst mitzugestalten und gemeinsam mit den Lehrenden Lehr-Lern-Innovationen zu entwickeln, umzusetzen und zu evaluieren. Der Prozess beginnt mit transparenter Information über den Innovationsgehalt, umfasst eine mögliche gemeinsame Entwicklung und Umsetzung und endet mit formativen sowie summativen Feedbackmechanismen der Studierenden.

Das KoLLI-Konzept soll ausarbeiten, methodisch fundieren und in Pilotprojekten erproben werden. Nach Evaluation und Überarbeitung kann es anschließend in beliebigen Lehrveranstaltungen eingesetzt werden, um Innovationen explizit aus studentischer Sicht zu begleiten, anzustoßen und umzusetzen.

Quelle: https://www.karlsruhe.dhbw.de/forschung-transfer/schwerpunkte-aktivitaeten/kolli.html

 

Wissenschaft unter Druck – Perspektiven aus Forschung und Praxis

Wissenschaft unter Druck – Perspektiven aus Forschung und Praxis ist eine öffentliche Diskussionsveranstaltung der Technischen Universität Berlin, die am 17. Juni 2026 stattfindet. Vier Professorinnen und Professoren der TU Berlin beleuchten aus verschiedenen Blickwinkeln, wie politische und gesellschaftliche Konflikte wissenschaftliche Erkenntnisse beeinflussen und welche Folgen dies für die Freiheit von Forschung und Lehre haben kann. Die Veranstaltung bietet Raum für Diskussion und Austausch über die Rolle der Wissenschaft in Konfliktfeldern der Gesellschaft und dafür, wie deren Unabhängigkeit auch in Zeiten zunehmender Polarisierung gesichert werden kann. Organisiert wird das Forum von der TU-Vereinigung „Demokratie stärken“. Die Eröffnung erfolgt durch die TU-Präsidentin Prof. Dr. Fatma Deniz, während Prof. Dr. Timo Hartmann, Vizepräsident für Studium und Lehre, die Diskussion moderiert.

Quelle: https://www.tu.berlin/nachrichtendetails/wissenschaft-unter-druck-perspektiven-aus-forschung-und-praxis-1

 

Vom Sanierungsfall zum Zukunftslabor

Das Reallabor „Transfor:Mathe“ untersucht, wie Hochschulbauten ressourcengerecht erhalten und transformiert werden können. Am Beispiel des alten Mathematikgebäudes der Technischen Universität Berlin (erbaut in den 1980er-Jahren als ökologisch geprägte Glashausarchitektur, gelegen an der Straße des 17. Juni nahe dem Ernst-Reuter-Platz) wird gezeigt, dass viele Hochschul-, Forschungs- und Institutsbauten von Instandhaltungsstau, hohen Energieverbräuchen und komplexen Nutzungsanforderungen betroffen sind, gleichzeitig aber baukultureller und räumlicher Wert bestehen.

Seit Oktober 2025 koordiniert und begleitet das Natural Building Lab das Reallabor. In einem offenen, transdisziplinären Prozess entstehen Forschungs- und Lernformate, die sich gegenseitig bereichern und zu einem Sanierungskonzept für das Mathematikgebäude sowie zu übertragbaren Ansätzen für die Transformation von Hochschulbauten beitragen. Im Fokus stehen suffiziente Nutzungskonzepte, minimalinvasive Low-Tech-Maßnahmen, kreislaufgerechte Materialstrategien sowie neue Betriebs- und Managementmodelle. Den Auftakt des Austauschs bildete das Fachsymposium Re-Source Campus am 27. Mai 2026 in der Kantine des Mathegebäudes, das Perspektiven aus Forschung, Lehre, Planung, Betrieb und Campusentwicklung zusammenbrachte.

Quelle: https://www.tu.berlin/news/dossiers/sanierung-hochschulbauten