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"Lehrkräfte nur unzureichend auf den Schulalltag in der Einwanderungsgesellschaft vorbereitet" und "Politische Ungleichheit bewirkt digitale Ungleichheit"

news

Oleg Rudometkin

Neues aus der Forschung

"Lehrkräfte nur unzureichend auf den Schulalltag in der Einwanderungsgesellschaft vorbereitet" und "Politische Ungleichheit bewirkt digitale Ungleichheit"

September 2016

In dieser Rubrik fassen wir in loser Folge interessante Pressemeldungen aus der Forschung und Wissenschaftseinrichtungen zusammen. Ebenso berücksichtigen wir ausgewählte Veranstaltungshinweise. Wir verlinken für Sie die jeweilige Meldung. Ihre Redaktion Wissenschaftsmanagement

Bild: Rainer Sturm www.pixelio.de

Politische Ungleichheit bewirkt digitale Ungleichheit
Universität Konstanz

Während des Arabischen Frühlings wurde das Internet als „Befreiungstechnologie“ gefeiert. Gemäß dieser Sicht ermöglicht es mehr politische Transparenz, mehr politische Rechte und mehr Demokratie. Eine interdisziplinäre Studie der Universität Konstanz stellt diese Annahme nun in Frage. Mit Hilfe einer in Zusammenarbeit mit Informatikern der ETH Zürich entwickelten Messmethode konnte nachgewiesen werden, dass politisch ausgeschlossene ethnische Bevölkerungsgruppen deutlich weniger Zugang zum Internet haben als diejenigen Gruppen im selben Land, die politische Macht besitzen. Somit können ausgerechnet die Bevölkerungsgruppen, die mehr Mitsprache benötigen, deutlich weniger von der politischen Wirksamkeit moderner Kommunikationstechnologie profitieren.

Sind ethnische Gruppen von der Macht ausgeschlossen, droht dabei sowohl in Demokratien als auch in Autokratien Benachteiligung beim Internetzugang. Allerdings gibt es in Demokratien vergleichsweise nur wenige dieser ausgeschlossenen Gruppen, sodass die in der Studie nachgewiesene digitale Diskriminierung größtenteils ein Problem in nichtdemokratischen Staaten ist. Digitale Ungleichheit wirkt sich auf die Bedeutung aus, die das Internet hinsichtlich sozialer Bewegungen hat. Der Erfolg dieser Bewegungen wird grundlegend davon bestimmt, inwieweit diese Unterstützer mobilisieren können. Dies ist bedeutend schwieriger, wenn es keinen oder nur eingeschränkten Zugriff auf das Internet gibt.

Die Studie legt daher nahe, bei der Überlegung, ob und unter welchen Umständen das Internet Katalysator für politischen Wandel in einem Land sein kann, die Rolle der jeweiligen Regierungen mit einzubeziehen. Nur wenn digitale Ungleichheit beseitigt ist, so das Fazit, kann das Internet politische und ökonomische Entwicklungen befördern.

https://www.uni-konstanz.de/universitaet/aktuelles-und-medien/aktuelle-m...
http://science.sciencemag.org/cgi/doi/10.1126/science.aaf5062

 

Lehrkräfte nur unzureichend auf den Schulalltag in der Einwanderungsgesellschaft vorbereitet
Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache

Lehrkräfte werden in den meisten Bundesländern immer noch unzureichend auf den Unterrichtsalltag in der Einwanderungsgesellschaft vorbereitet. Auch in der Lehrerfortbildung gibt es bundesweit immer noch zu wenig Qualifizierungsangebote zu Sprachförderung und kultureller Vielfalt. Notwendig ist jedoch, dass alle Lehrkräfte Grundkenntnisse der Sprachförderung und interkulturelle Kompetenz erwerben. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Untersuchung vom Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration und dem Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache an der Universität zu Köln.

Bundesweit hat etwa jedes dritte Schulkind einen Migrationshintergrund. Für einen Großteil der Lehrkräfte ist der Unterricht in Klassen mit Schülern unterschiedlicher Herkunft und Muttersprache längst zum Normalfall geworden. Allerdings werden Lehramtsstudenten in den meisten Bundesländern während des Studiums und des Referendariats immer noch unzureichend auf den Schulalltag in der Einwanderungsgesellschaft geschult. Speziell im Referendariat hängt es auch oftmals vom Zufall ab, ob junge Lehrkräfte lernen, pädagogisch und didaktisch angemessen mit sprachlichen und kulturellen Unterschieden umzugehen. Eine bessere Ausbildung würde sich jedoch positiv auf die Schul- und Unterrichtsqualität auswirken, so die Schlussfolgerung der Untersuchung, denn nur wenige Lehrkräfte werden derzeit systematisch darauf trainiert, ihren Unterricht so zu gestalten, dass alle Kinder, unabhängig von ihrer Herkunft, ihre mündlichen und schriftlichen Sprachkenntnisse verbessern können und somit eine Chance auf höhere Bildungsabschlüsse erhalten. Von einer solchen Förderung würden auch Kinder ohne Migrationshintergrund profitieren, die zum Teil ebenfalls deutliche Sprachdefizite aufweisen.

http://www.mercator-institut-sprachfoerderung.de/fileadmin/Redaktion/PDF...
http://www.svr-migration.de/wp-content/uploads/2016/09/Policy_Brief_Lehr...

 

 

Bild: Rainer Sturm www.pixelio.de