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Erwartungen an Hochschulen steigen

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Tanja Rosenthal

Neues aus der Wissenschaft

Erwartungen an Hochschulen steigen

Körber-Stiftung

Die internationale Studie „The Place of Universities in Society“ untersucht die Beziehung von Hochschule und Gesellschaft. Als zentrales Ergebnis der Studie zeigt sich, dass von den Hochschulen neben Lehre und Forschung vermehrt Beiträge zur Gesellschaft gefordert werden.

Bild: www.pixabay.com

Erwartungen an Hochschulen steigen
Körber-Stiftung

Die Forderungen an die Hochschulen sind hoch und die Erwartungen an sie steigend. Von ihnen wird erwartet, Hochschulbildung für eine wachsende Zahl an Studierenden bereitzustellen, sie sollen neue soziale Gruppen für ein Studium gewinnen und auf veränderte Arbeitsmarktbedarfe reagieren. Zeitgleich wird von ihnen gefordert, international mit konkurrenzfähiger Forschung ein Beitrag zur Lösung globaler Zukunftsfragen geleistet und mit anwendungsorientierter Forschung die Wirtschaft an ihrem regionalen Standort gestärkt werden. Diese Anforderungen und die Erwartungen an die gesellschaftliche Relevanz betreffen Hochschulen weltweit, wenn auch ihre Ausprägung länderabhängig ist und sich von Land zu Land unterscheidet. Dies ist das  Ergebnis der internationalen Studie „The Place of Universities in Society“ der Universität Oslo, die von der Körber-Stiftung in Auftrag gegeben wurde.

In der Studie wurden die gesellschaftlichen Bezüge von Hochschulen in den Ländern Deutschland, Kanada (Ontario), Chile, Großbritannien (England), Japan und Südafrika verglichen. Zu den in Deutschland untersuchten Hochschulen gehören dabei die LMU München, die RWTH Aachen, die TH Köln, die Universität Duisburg-Essen sowie die Universität Heidelberg. 

Als zentrale Forderung ermittelt die Studie: Hochschulen sollen neben Lehre und Forschung vermehrt Beiträge zur Gesellschaft leisten. Doch es zeigt sich das Problem, dass sich die Ansprüche an die Hochschulen teils widersprüchlich darstellen. Und auch die politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen bezüglich der gewünschten Beziehung zwischen Hochschulen und sind häufig nicht deutlich genug formuliert. Peter Maassen, Professor an der Universität Oslo und Leiter der Studie kritisiert außerdem, dass „die öffentliche Finanzierung für eine Weiterentwicklung der Strategien und Aktivitäten in diesem Bereich nicht ausreichen [ist], sodass Hochschulen allgemein nur begrenzte Kapazitäten haben, sich hier zu professionalisieren.“

Die zentralen Ergebnisse der Studie betreffen zum einen das Wachstum der gesellschaftlichen Anforderungen an Hochschulen weltweit. Mit Maßnahmen in den Bereichen Weiterbildung-, Wissens- beziehungsweise Erkenntnis- und Technologietransfer, welche in ihrer Summe häufig als „third mission“ bezeichnet werden, wird seitens der Hochschulen auf die Anforderungen eingegangen und versucht, ihre Beziehung zur Gesellschaft zu entwickeln. Was Deutschland betrifft, zeigt die Studie, dass die Hochschul-Gesellschaft-Beziehung innerhalb der vergangen zehn Jahre zwar einen zunehmenden Stellenwert eingenommen hat, ihre Institutionalisierung jedoch im Vergleich mit den angelsächsischen Hochschulen hinterherhinkt.

Weiterhin zeigen die Ergebnisse sowohl global als auch für Deutschland , dass aktuell der Fokus des Wissenstransfers auf Privatwirtschaft und Industrie liegt und soziale Initiativen eher unter den Bereich „Engagement“ fallen und dabei allgemeiner und schwächer verankert sind. Zudem – bedingt durch die Autonomie der einzelnen Lehrstühle – ist dieses soziale Engagement auf die Freiwilligkeit einzelner Hochschulangehöriger beschränkt.

Für die gesellschaftliche Einbindung der Hochschulen ist außerdem der nationale Kontext entscheidend, so die Studienergebnisse. In Deutschland ergeben sich durch unzureichende und streng regulierte Finanzierungsmöglichkeiten sowie relativ starren und komplexen rechtlichen Rahmenbedingungen, wie beispielsweise in Bezug auf Publikationsrechte und der Nutzung von Forschungsergebnissen.

Innovative Ansätze im Verhältnis von Hochschule und Gesellschaft finden sich vor allem in der Lehre – in der Forschung sind sie welt- und auch deutschlandweit weniger verbreitet. Dazu zählen beispielsweise der Einsatz digitaler Technologien und die Einführung neuer pädagogischer Ansätze. Dies betrifft auch Deutschland. Anpassungen der Curricula an den gesellschaftlichen Wandel sind nach Studienleiter Maassen eher weniger Bestandteil von Bildungsinnovationen. Ihm zufolge „[steht] eine oftmals strikte disziplinäre Organisation der Hochschulen […] neuen wahrhaft multidisziplinären Forschungsaktivitäten entgegen.“

Die Studie dient der Vorbereitung des dritten Global University Leaders Council Hamburg, das im Juni 2019 stattfinden wird und deren zentrales Anliegen es ist, den Prozess der weltweiten Hochschulentwicklung bewusst zu gestalten.

Die gesamte Studie steht hier in englischer Sprache zum Download bereit. Eine Kurzfassung in deutscher Sprache ist hier zu finden.

 

Zur Original-Pressemitteilung gelangen Sie hier.

 

 

Bild: www.pixabay.com