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Na also…

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K.Rüdiger Durth

KOMMENTAR

Na also…

Zum jüngsten „Bundesbericht für Forschung und Innovation“

Na also. Es geht doch, wenn man will, dass die Ausgaben für Forschung und Innovation kräftig steigen. Und zwar von 2,51 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Jahr 2005 auf 2,82 Prozent 2010. Eigentlich hat sich die Bundesrepublik Deutschland gegenüber der Europäischen Union verpflichtet, drei Prozent zur Verfügung zu stellen.

Aber die fehlenden 0,18 Prozent dürften kein unüberwindbares Hindernis sein, zumal Forschung und Entwicklung für die Zukunftsfähigkeit der rohstoffarmen Exportnation überlebensnotwendig sind. Gewusst hat man das zwar schon immer, aber wenn es um die konkrete Finanzierung von Forschung und Entwicklung ging, zeigte man sich unter dem Hinweis der knappen Haushaltsmittel meist zugeknöpft.

Bis 2010 stiegen die jährlichen Ausgaben des Staates und der Wirtschaft auf 60,5 Milliarden Euro. Eine ansehnliche Summe. Doch Geld ist nicht alles, auch wenn für Forschung und Entwicklung alles nichts ist, wenn es an Geld fehlt. Da sollte sich Deutschland ein Vorbild an Israel nehmen, das trotz seiner hohen Verteidigungs- und Soziallasten über vier Prozent des BIP in Forschung und Entwicklung steckt. Eine Zahl, die Deutschland durchaus auch erreichen könnte (und sollte).

Je einer Million Einwohner weist Deutschland laut Forschungsbericht der Bundesregierung etwa doppelt so viele weltmarktrelevante Patente auf wie die USA, erheblich mehr als Japan und der EU-Durchschnitt. Aber auch diese Zahlen bilden die Grundlage für berechtigten Stolz: 294.000 Deutsche erreichten 2010 einen Hochschul-abschluss, was etwa 30 Prozent eines Altersjahrgangs entspricht. Erfreulich auch, dass zunehmend deutsche Wissenschaftler aus dem Ausland wieder in ihre alte Heimat zurückkehren.

Doch alle diese beispielhaften Zahlen dürfen nicht dazu führen, dass sich der Staat unter Hinweis auf Eurokrise und Haushaltskrise zurücklehnt und sagt, das sei nun genug für Forschung und Entwicklung. Das könnte auch für die Wirtschaft ein falsches Signal sein, die noch immer Probleme bei der technologischen Umsetzung der Grundlagenforschung hat, die in der Tat die Stärke Deutschlands ist. Und vom Bundeswirtschaftsministerium hört man neuerdings kaum noch etwas von einer wesentlichen Technologieförderung, obwohl es den Doppelnamen „Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie“ trägt. Schade.

Gerade in Zeiten knapper Staatsgelder ist es wichtig, dass Forschung und Entwicklung mehr aus den vorhandenen finanziellen Mittel machen. Konkret bedeutet dies, dass dafür gesorgt wird, dass die Bürokratie zurück gefahren wird, dass mit dem Geld sorgsam umgegangen wird und dass die Qualität der Ausbildung gesteigert wird. Nicht zuletzt in den Schulen, wo in Zeiten sinkender Schülerzahlen das Interesse der jungen Menschen an Natur- und Ingenieurwissenschaften stärker als bislang gefördert wird. Auf großes Unverständnis muss es dabei stoßen, wenn eine Kindergartengruppe beim Besuch eines angesehenen Technikmuseums für einen Workshop 55 Euro auf den Tisch legen muss – zusätzlich zum Eintrittsgeld. Solche Veranstaltungen müssen gerade für Kindergarten-Kinder kostenlos sein, damit sie nicht an Geldmangel der Eltern bzw. der Kindergärten scheitern.

Erheblich gesteigert werden müssen die Anstrengungen für die Integration der Schüler, da sich unter den Schülern mit Migrationshintergrund viele potentielle Naturwissen-schaftler, Ingenieure und Ärzte befinden. Auch muss der Lehrer(fort)bildung eine größere Aufmerksam geschenkt werden. Schließlich geht es nicht nur um die akademische Ausbildung, sondern auch um die Duale Ausbildung. Denn nicht zuletzt verdankt Deutschland seine Wirtschaftserfolge den Fachkräften. Der „Bundesbericht für Forschung und Innovation“ zeigt, dass mehr Geld für Forschung und Entwicklung locker gemacht werden kann, wenn Staat und Wirtschaft es nur wollen. Hoffentlich lässt sich ein „Na also“ auch vom nächsten Bericht dieser Art sagen, wenn es um die beispielhaft angeführten Schwachstellen geht. Alles in allem: Deutschland ist auf dem richtigen Weg in das 21. Jahrhundert, das wesentlich von Forschung und Entwicklung bestimmt werden wird.