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Motor für technische, ökonomische und soziale Innovation

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Ulf Richter

Governance & Management

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Transferziele und Transferstrategie der Universität Siegen

Mit einer individuellen und von vielen Hochschulangehörigen getragenen Transferstrategie kann eine Hochschule neben ihrem Lehrangebot und ihrer Forschungsleistung ein weiteres Profilmerkmal entsprechend ihrer eigenen Stärken und ihres Selbstverständnisses entwickeln. Transfer setzt zwingend Kooperation voraus, denn erst durch (enges) partnerschaftliches Zusammenwirken zwischen der Hochschule und den Transferempfängern entstehen Innovationen, die zeitnah in der Praxis einen Mehrwert schaffen. Insbesondere für kleinere und mittelgroße Hochschulen erscheint es aus Effizienz- und Effektivitätsgesichtspunkten sinnvoll, die Transferaktivitäten hochschulintern zu bündeln und so Synergiepotenziale zu nutzen.

Foto: Universität Siegen

Die vielfältigen finanziellen Förderinstrumente der Europäischen Union (EU), des Bundes und der Länder, die auf den Transfer ausgerichtet sind, gilt es zielgerichtet zu nutzen, um die Transfervorhaben mit zusätzlichen Ressourcen auszustatten. Um den Erfolg des Transfers messen zu können und sichtbar zu machen, gilt es, klare Erfolgskenngrößen, die sich selbstverständlich an der Strategie ausrichten, zu definieren und die Erfolge innerhalb der Hochschule sichtbar zu machen und zu würdigen.

Wissens- und Erkenntnistransfer – eine wichtige Aufgabe für Hochschulen
Viele gesellschaftliche, medizinische und technologische Fragestellungen können heute nur mit Hilfe der Wissenschaft beantwortet werden. Neben den klassischen Aufgaben in Forschung und Lehre ist als dritte Dimension der Transfer als sogenannte Third Mission seit vielen Jahren ein allgemein anerkanntes Aufgabengebiet und Handlungsfeld für Wissenschaftsorganisationen. Das gilt für Universitäten, Fachhochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen gleichermaßen. So finden sich in vielen Strategie- und Entwicklungsplänen von Wissenschaftseinrichtungen Passagen dazu, wie die jeweilige Organisation die Aufgaben und Ziele des Transfers definiert und wie sie diese plant umzusetzen. Dieses Vorgehen, die Ziele von innen heraus zu definieren, ist richtig und angemessen, denn die unterschiedlichen Handlungsfelder und Zielsetzungen, die mit dem Transfer verbunden werden, sind so breit gefächert wie die Wissenschaftslandschaft in ihrer Differenziertheit insgesamt.

„Das Transferverständnis ist hochschulspezifisch, beziehungsweise an der Aufgabenstellung der jeweiligen außer- universitären Einrichtung ausgerichtet. Es ist unter anderem abhängig vom Fächerspektrum, vom regionalen Umfeld, von den Stärken der transferaktiven Forschenden und Lehrenden“ (Stifterverband 2019).

Der Stifterverband hat sich in diesem Diskussionspapier mit der Erfolgsmessung von Transfer und Kooperationen an Hochschulen auseinandergesetzt. Bevor sich jedoch der Erfolg von Transfer, mit dem auch Aufwand verbunden ist, messen lässt, gilt es, die spezifischen Transferziele der jeweiligen Organisation zu definieren. Aus einer Vielzahl von Transferaudits des Stifterverbands wurde zwischen Transferformaten, die sich vor allem aus Forschung beziehungsweise vor allem aus der Lehre heraus speisen, differenziert. Beide Rückverweise legen für die strategischen Ziele und Handlungsfelder den Grundstock, denn nur aus Lehre und/ oder aus der Forschung heraus lässt sich der Transfer gestalten. Gleichzeitig bietet Transfer aber auch eine Reflexionsmöglichkeit im Sinne von: Lässt sich Erdachtes in die Praxis umsetzen? Oder: Welche Fragen der Praxis können von der Wissenschaft aufgegriffen werden? Der folgende Artikel soll beispielhaft zeigen, wie in einer Universität ausgehend von der Transferstrategie Strukturen etabliert werden können mit dem Ziel, ein Gründerökosystem im Umfeld der Universität zu etablieren.

Fazit
Die Tatsache, dass der Begriff des Transfers so weit gefasst ist, stellt für die Umsetzung einer engagiert gelebten und von einer Vielzahl von Mitgliedern getragenen Transferstrategie eine nicht zu unterschätzende Herausforderung für eine Hochschule dar.

Allein die Formulierung der konkreten Transferziele und damit die (notwendige) Fokussierung auf eine bestimmte Auswahl von (Transfer-)Handlungsfeldern, auf die sich eine Institution konzentriert, erfordert innerhalb einer Hochschule eine breit angelegte Diskussion. Nur wenn es gelingt, die Transferstrategie so zu formulieren, dass sich möglichst viele Hochschulangehörige an deren Umsetzung beteiligen, ist eine notwendige Voraussetzung auf dem Weg zum Erfolg geschaffen.

Aufgabe und Rolle einer Hochschulleitung ist es, den Diskussionsprozess anzustoßen und in der Weise zu lenken, eine Transferstrategie zu formulieren und eine möglichst große Zahl von Hochschulangehörigen zur Mitwirkung an der Umsetzung der Transferziele zu gewinnen.

Die Wertschätzung und Sichtbarkeit von Transfererfolgen leisten einen Beitrag, die Wissenschaftler:innen zu motivieren, sich für den Transfer zu engagieren. Eine Bündelung von kollaborativ nutzbaren Infrastrukturen, die den Transfer befördern, kann darüber hinaus einen wichtigen Beitrag leisten, die Transferstrategie umzusetzen.

Diese Bündelung der verschiedenen Transferstruktur schafft Transparenz über das Leistungsspektrum und die damit verbundenen Kosten hinweg und führt im besten Fall zu Synergien und zur Vermeidung von Doppelstrukturen.
 

  • Der komplette Beitrag ist im ► Onlineshop von Lemmens Medien erhältlich. Den Abonnenten der Zeitschrift Wissenschaftsmanagement steht der Beitrag in ihrem Account zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Ulf Richter, MBA. Der Diplom- Wirtschaftsjurist war unter anderem als Geschäftsführer des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung tätig und ist seit dem Sommer 2013 Kanzler der Universität Siegen.

Foto: Universität Siegen