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Wissenschaftsmanagement special Ausgabe 2/2013

Der technologische Wandel spaltet den Arbeitsmarkt in Deutschland +++ Vertrauen schaffen in Künstliche Intelligenz – Interdisziplinäres Team aus Informatik, Philosophie und Recht definiert Handlungsfelder zur Zertifizierung von KI

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Tanja Rosenthal

Neues aus der Forschung

Der technologische Wandel spaltet den Arbeitsmarkt in Deutschland +++ Vertrauen schaffen in Künstliche Intelligenz – Interdisziplinäres Team aus Informatik, Philosophie und Recht definiert Handlungsfelder zur Zertifizierung von KI

Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW) und Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS)

Der deutsche Arbeitsmarkt befindet sich infolge von Digitalisierung und Automatisierung im Spannungsfeld zwischen Beschäftigungswachstum und Einkommensungleichheit, denn am Arbeitsmarkt vollzieht sich ein (digitaler) Strukturwandel. Künstliche Intelligenzen (KI) rücken immer mehr in sämtliche Lebensbereiche vor und bringen neue technische Anwendungen mit sich.

Bild: Rainer Sturm www.pixelio.de

Der technologische Wandel spaltet den Arbeitsmarkt in Deutschland
Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW)

Ein neues Forschungspapier von Wissenschaftlern am ZEW und am Forschungsinstitut für Zukunft der Arbeit (IZA) versucht einen Blick in die Zukunft und simuliert mögliche Zukunftsszenarien zu den Auswirkungen des technologischen Wandels auf den Arbeitsmarkt in Deutschland.

Für die kommenden Jahre ist zu erwarten, dass der digitale Wandel zu einer Generierung von Arbeitsplätzen führt, welche die Anzahl der verlorenen Arbeitsplätze überwiegt. Investitionen in digitale und automatisierte Arbeitsprozesse führen laut der Ergebnisse in den Jahren 2016 bis 2021 zu einem Beschäftigungswachstum von insgesamt 1,8 Prozent – ein solches Wachstums ergibt sich dabei durch den zusätzlichen Bedarf an entsprechend geschultem Personal, welcher bei der Einführung neuer Technologien entsteht. Im Hinblick auf den Strukturwandel geht es aber weniger um die Zu- oder Abnahme  von Arbeitsplätzen – viel deutlicher wird sich dieser in den einzelnen Arbeitsinhalten der Angestellten bemerkbar machen.

Auf der anderen Seite sind Digitalisierung und Automatisierung voraussichtlich mit einer zunehmenden Einkommensungleichheit unter den Arbeitnehmern verbunden. Jobs mit komplexeren Tätigkeiten haben ein geringeres Automatisierungspotenzial und werden daher meist besser entlohnt als Jobs, bei denen insbesondere Routinetätigkeiten gefordert sind. Für geschultes Personal geht der technologische Wandel daher eher mit positiven Effekten einher – auf der anderen Seite stehen also Arbeitskräfte mit wenigen digitalen Kompetenzen und damit niedrigerem Einkommen. Aus dem Forschungspapier geht daher die Empfehlung hervor, der Einkommensungleichheit durch gezielte Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen der Beschäftigten entgegenzuwirken. Investitionen in Weiterbildung statten die Arbeitskräfte dabei mit dem nötigen Fachwissen aus und sorgen für Fachkräftenachwuchs, der die entstehenden Arbeitslätze in den Unternehmen besetzt. Auf Unternehmensseite ist der Weg Digitalisierung und damit der Produktivitätssteigerung zwar mit Geduld- und Kostenaufwand verbunden, führt aber gleichzeitig auf das Ziel hinaus, langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Politik kann die Unternehmen dabei durch politische Maßnahmen unterstützten.

► Zur Original-Pressemitteilung gelangen Sie hier.

 

Vertrauen schaffen in Künstliche Intelligenz – Interdisziplinäres Team aus Informatik, Philosophie und Recht definiert Handlungsfelder zur Zertifizierung von KI
Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS

Aktuellen Prognosen zufolge rechnet man bereits im nächsten Jahr mit einem exponentiellen Wachstum von KI-Anwendungen. Immer häufiger wirft der Einsatz von intelligenten Systemen neue Fragen zu Themen wie Ethik und Verantwortung auf. KI muss dabei immer auch im Spannungsfeld mit gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und moralischen Fragen gesehen werden. Damit KI ihr Potenzial und ihren Mehrwert für die Gesellschaft voll entfalten kann, müssen zunächst Vertrauen und Akzeptanz für ihre Anwendungen in der Gesellschaft oder den Unternehmen geschaffen werden – dies erreicht man vor allem, wenn auf KI basierende Entwicklungen möglichst technisch, ethisch und rechtlich vertretbar sind.

Daher erarbeiten Wissenschaftler der Universitäten Bonn und Köln unter der Leitung des Fraunhofer IAIS als interdisziplinäres Team eine KI-Zertifizierung, bei der akkreditierte Prüfer die Anwendungen auf technische Zuverlässigkeit sowie auf einen verantwortungsvollen Umgang mit diesen untersuchen. Erste Ansätze für die Zertifizierung von KI-Anwendungen sowie die Handlungsfelder aus philosophischer, ethischer, rechtlicher und technologischer Sicht wurden bereits in einem Whitepaper veröffentlicht und stehen nun als Grundlage für die weitere Entwicklung der KI-Zertifizierung zur Verfügung.

Mit der Zertifizierung soll dazu beigetragen werden, „Qualitätsstandards für eine ‚KI Made in Europe‘ zu setzten, den verantwortungsvollen Umgang mit der Technologie zu sichern und einen fairen Wettbewerb verschiedener Anbieter zu fördern“ – erklärt Professor Stefan Wrobel, Institutsleiter des Fraunhofer IAIS und Professor für Informatik an der Uni Bonn, die Ziele. Die Zertifizierung soll anhand von Kriterien wie Fairness, Transparenz, Autonomie und Kontrolle, Datenschutz sowie Sicherheit und Verlässlichkeit vorgenommen werden. Dabei wird die jeweilige KI-Anwendung unter anderem darauf untersucht, inwieweit sie gesellschaftliche Werte und Gesetze respektiert, inwiefern sie selbstbestimmt und effektiv genutzt werden kann, ob alle Betroffenen fair von der KI behandelt werden, inwieweit ihre Funktionsweise und Entscheidungen nachvollziehbar sind oder ob die KI zuverlässig und robust funktioniert. Auch die Frage nach der Sicherheit gegenüber Angriffen, Unfällen und Fehlern muss dabei nachgegangen werden. Im Zusammenhang mit der Transparenz erwähnen die Wissenschaftler mögliche Konfliktfelder – hier könnte beispielsweise die Geheimhaltung von Geschäftsgeheimnissen zu widerstreitenden Interessen führen. Diese Kriterien müssen dann jeweils in einer Einzelfallanalyse gegeneinander abgewogen werden.

Voraussichtlich sollen bis Anfang 2020 eine erste Prüfkatalogsversion veröffentlicht werden und erste KI-Anwendungen zertifiziert werden.

► Zur Original-Pressemitteilung gelangen Sie hier.

 

Bild: Rainer Sturm www.pixelio.de