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Aktuelle Literatur zum Forschungsmanagement

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Justus Henke und Sebastian Schneider

Forschungsmanagement

Aktuelle Literatur zum Forschungsmanagement

Entwicklungen im Forschungsmanagement – Einblicke in die gegenwärtige Forschung

In jüngeren Studien ist zu lesen, dass Hochschulen beinahe die Hälfte ihrer Finanzausstattung aus Drittmitteln beziehen – das meiste davon fließt in die Forschung. Mit der großen Bedeutung der Drittmittel für die Finanzierung von Hochschulen und für die Karrieren von Wissenschaftler:innen geht folglich ein Bedarf an effektivem Management für die Forschung einher. Womit beschäftigt sich nun die aktuelle Forschung zum Thema Forschungsmanagement?

Wissenschaftsmanagement - Entscheiden.Führen.Gestalten

 

Das Thema Forschungsmanagement ist innerhalb des Wissenschaftssystems in Deutschland bereits seit den 1970er-Jahren virulent, vor allem in Folge des Ausbaus des Bildungswesens im Hochschulbereich – oft aber ohne, dass man es Forschungsmanagement genannt hätte. Vielmehr kommt dieser, im übertragenen Sinne, im Zusammenhang mit Fragen der optimalen Aufbauorganisation, von Leitungsstrukturen und von Steuerungsmöglichkeiten von Forschungseinrichtungen, daher (Locker-Grütjen 2011, 110). Eine der ersten umfangreichen organisationssoziologischen Arbeiten zum Thema Forschungsmanagement stammt von Renate Mayntz (1985), die sich mit Problemen der Organisation und Leitung von hochschulfreien, öffentlich finanzierten Forschungsinstituten auseinandersetzte. Oliver Locker-Grütjen (2008; 2011) beschäftigte sich als einer der ersten Autoren in Deutschland umfangreich mit dem modernen Verständnis von Forschungsmanagement. Er machte deutlich, dass die strukturellen und prozessualen Umwälzungen – insbesondere im Zuge der Governance- Reformen – nicht nur zu neuen Herausforderungen, sondern auch zu einer Zunahme in den Aufgaben des Managements von Forschungseinrichtungen geführt haben.

Das Forschungsfeld Forschungsmanagement hat sich in den letzten zehn Jahren inhaltlich und quantitativ erheblich weiterentwickelt. Die aktuellen Arbeiten lassen sich grob in drei Gruppen zusammenfassen: (1) Forschungsmanagement als Berufsfeld und Karriereentwicklungen, (2) mit Strukturentwicklungen im Forschungsmanagement und (3) Gelingensbedingungen für ein professionelles Organisieren von Forschung. Jedoch fällt auf, dass es die letzten Jahre zumindest im deutschsprachigen Raum an klassischen Studien zum Forschungsmanagement fehlt – oft handelt es sich um Bestandsaufnahmen beziehungsweise Faktensammlungen, Debatten- und Tagungsberichte, Diskussionspapiere sowie um Praxisberichte. Anders auf dem internationalen Parkett, das hier zunächst verhandelt wird. Vorab kann auf das umfangreiche Praxishandbuch zum Research Management von Jan Andersen et al. (2017) verwiesen werden, dass den Forschungsstand zahlreicher Teilaspekte zusammenfasst – von der Suche nach der besten Praxis der Forschungsunterstützung über Arbeiten zur beruflichen Identität von Forschungsmanager:innen bis hin zum Verhältnis von Management und Verwaltung.

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Fazit

Das Thema ist vor dem Hintergrund zu betrachten, dass Forschungsmanagement mittlerweile weitgehend unter dem Themenfeld „Wissenschaftsmanagement“ mitverhandelt wird. Die hier vorgestellten Beiträge nehmen dabei explizit die Forschungsseite des Wissenschaftsmanagements in den Blick. Resümierend kann man festhalten, dass allen Arbeiten die Einsicht zugrunde liegt, dass Forschungsmanagerinnen und -manager in ihrer Organisation mittlerweile eine zentrale Rolle bei der Sicherung der Forschungsaktivitäten einnehmen. Ferner verweisen die Studien auf die Unterschiede in den Berufsbildern und Aufgaben an Hochschulen und dem außeruniversitären Forschungsbereich. Dies ist sehr wichtig, denn Beschreibungen des Forschungsmanagements sind stark durch den jeweiligen Kontext, auch innerhalb des außeruniversitären Forschungsbereichs, geprägt.

Zu ergänzen wäre indes noch die Differenzierung zwischen Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften. Letztere verfügen über strukturell stark von Universitäten abweichende Voraussetzungen für die Forschung und mithin das Forschungsmanagement, sodass weitere Studien mit diesem Fokus hier wünschenswert wären. Bei allen Unterschieden sollte aber auch nicht unterschlagen werden, dass hinreichend substanzielle Gemeinsamkeiten der Anforderungen an das Forschungsmanagement in allen Gliedern des Wissenschaftssystems bestehen.

In den Studien wird auch mehr oder weniger explizit der Deutungswandel thematisiert, der sich beim Forschungsmanagement vollzogen hat: war früher damit eher eine Führungsaufgabe verbunden – prototypisch etwa das Prorektorat für Forschung –, ist damit nunmehr das professionelle Management von Forschungsaktivitäten durch potenziell vielfältige Positionen und Aufgaben gemeint. Damit verbunden ist die Hinwendung zu Fragen der Gelingensfaktoren für gutes Forschungsmanagement, die auch in den gesichteten Publikationen und Studien herausgearbeitet werden. Es ist also kein Zufall, dass Fragen der Hierarchie, Serviceorientierung, Personalentwicklung und Professionalisierung so intensiv bearbeitet werden. Gleichwohl ist mit Blick auf die Situation in den USA zu konstatieren, dass das Forschungsmanagement in Deutschland derzeit noch recht weit davon entfernt ist, ein mehr oder minder standardisierter Beruf mit klaren Aufgabenprofilen und Karriereoptionen zu werden3. Das muss für die weitere Entwicklung aber auch kein Nachteil sein.

 

  • Der komplette Beitrag ist im ► Onlineshop von Lemmens Medien erhältlich. Den Abonnenten der Zeitschrift Wissenschaftsmanagement steht der Beitrag in ihrem Account zum kostenlosen Download zur Verfügung.

 

Dr. Justus Henke ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Hochschulforschung (HoF) an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Sebastian Schneider M.A. Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Hochschulforschung (HoF) an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.