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Ziele der europäischen Reform werden größtenteils bejaht. Mehr Mittel für Personal in Lehre und Forschung, fordern Hochschullehrer und HRK
Deutsche Hochschullehrer stehen inhaltlich hinter den Zielen der Bologna-Reform – wie diese bisher umgesetzt werden, sehen sie dagegen kritisch. Besonders die angestrebten Verbesserungen der Lehre und größere internationale Mobilität der Bachelor-Studierenden begrüßen laut einer neuen Studie im Auftrag der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) ein Großteil der deutschen Hochschullehrer. Allerdings äußerte sich die Mehrheit der Befragten kritisch gegenüber der Umsetzung der europäischen Reform.
Vor zehn Jahren begann mit dem Bologna-Prozess der Umbau des Hochschulwesens: An die Stelle von Magister und Diplom traten nach sechs Semestern der Bachelor (BA) und nach weiteren vier Semestern der Master (MA). In den traditionellen Staatsexamensfächern wie Jura, Medizin, Lehramt und Theologie blieb alles weithin beim Alten. Und auch der Titel Dipl.-Ing. ist nie ganz ausgestorben, weil weder der BA noch der MA in Physik, Chemie, Maschinenbau, Ingenieurwissenschaft oder Informatik der Wirtschaft eine ausreichende berufliche Qualifikation bedeuten. Da heute selbst Berufsakademien und private Kollegs den Bachelor verleihen, ist eine weitere Entwertung des für Bundesbildungsministerin Annette Schavan vollgültigen akademischen Abschlusses eingetreten.
Bereits im Jahr 2009 verabschiedeten die Wissenschaftsminister der 47 Bologna‐Länder einen Benchmark für die internationale Mobilität von Studierenden.
Bis 2020 soll mindestens jeder fünfte Hochschulabsolvent während seines Studiums Auslandserfahrung gesammelt haben. In der jüngst in Bukarest veröffentlichten ersten Mobilitätstrategie für den Europäischen Hochschulraum werden Mobilitätshindernisse identifiziert, die abgebaut werden sollen. Der ebenfalls erstmals vorgelegte „Implementation Report“, der gemeinsam von Eurydice, Eurostat und EUROSTUDENT erarbeitet wurde, betont die Bedeutung des Abbaus von Hindernissen, die soziale Gruppen unterschiedlich betreffen. Die Schlussfolgerung des Berichts lautet: „If let unchecked, increases in mobility rates may lead to a new dimension of social disparity“.