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Wichtige Fragen zur Weiterentwicklung hochschulinterner Strukturen

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Aktuelle Diskussion

Evaluation von Verbindungsbüros

Wichtige Fragen zur Weiterentwicklung hochschulinterner Strukturen

Britta Piel und Matthias Kuder, Freie Universität Berlin

Ein erklärtes Ziel der Exzellenzinitiative ist es, die Leistungsfähigkeit der deutschen Forschung international sichtbarer zu machen. Die Freie Universität Berlin (FUB) hat aus diesem Anspruch strukturelle Maßnahmen ihres Zukunftskonzeptes abgeleitet: als Internationale Netzwerkuniversität unterhält sie sieben Verbindungsbüros in Ägypten, Brasilien, China, Indien, Russland, den USA sowie bei der EU in Brüssel, um die strategischen Internationalisierungsziele der Universität durch Netzwerkbildung, aktive Rekrutierung von akademischem Nachwuchs sowie Serviceleistungen für Forschungskooperationen weiter zu befördern. Da die Zahl, regionale Reichweite und Ausdifferenzierung des Aufgabenspektrums der Büros in der deutschen Hochschullandschaft in dieser Form einzigartig war, ist es nur folgerichtig, dass die Freie Universität Berlin dieses Netzwerk faktenbasiert weiterentwickelt: zur Halbzeit der aktuellen Phase der Exzellenzförderung wurden die Verbindungsbüros (mit Ausnahme von Brüssel) systematisch evaluiert.

Fotos: Bernd Wannenmacher

Qualitätssicherung und Erhalt der Innovationsfähigkeit im Internationalisierungs-
prozess stehen dabei konsequenter Weise im Mittelpunkt. Für die Freie Universität Berlin (FUB) sind die sieben Verbindungsbüros in für die Hochschule wichtigen Zielregionen ein Kernelement zur weiteren strategischen Internationalisierung. Das Wissen darüber, wie Arbeitsprozesse funktionieren, wie diese Einrichtungen genutzt werden und wie effektiv sie sind, ist daher Ausgangspunkt für eine Reflexion des gesamten Internationalisierungsprozesses.

Messbarkeit von Internationalisierung
Im globalen Diskurs wird die Messbarkeit von Internationalisierung von Hochschulen aktuell kontrovers geführt, und numerische Indikatoren sind dabei hilfreich, aber nicht aussagekräftig genug für ihre vielschichtigen Prozesse und Wirkungszusammenhänge. Gerade wenn Internationalisierung aber, wie richtigerweise postuliert, nicht als eigenständiges Ziel, sondern als Mittel zur Qualitätsverbesserung von Forschung und Lehre angesehen wird, kann sich die Bewertung ihrer Erfolge nicht ausschließlich in Zahlen wie dem Prozentsatz ausländischer Studierender oder der Anzahl aktiver Universitätspartnerschaften erschöpfen. Vielmehr müssen qualitative Indikatoren herangezogen werden, um Einzelmaßnahmen sowie die Gesamtentwicklung zu bewerten.

Die FUB sieht daher die Evaluation der Büros neben der Erfolgsmessung vor allem als Lernprozess: Sind die Büros flächendeckend innerhalb der Universität bekannt? Welche Kommunikationswege sind erfolgreich in der Ansprache potenzieller Promovierender? Wie bewerten die Wissenschaftler der Universität die Serviceangebote? Wie kann man das Angebot auf Grundlage der Anforderungen der Wissenschaft weiterentwickeln? Hierzu wurden zum Beispiel alle hauptamtlich Lehrenden der FUB befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass das Netzwerk der Verbindungsbüros erfolgreich ist und messbare Effekte für die FUB hat, und sie beleuchteten im Detail, welche Expertise und Angebote stärker genutzt werden, wo Nachjustierungen die Services noch verbessern würden und welche Angebote im Sinne einer effizienteren Ressourcenauslastung in den Vordergrund treten sollten.

Zielvorgaben und Handlungsfelder
Das durch die Evaluation generierte Wissen wird nun in neue Zielvorgaben und Handlungsfelder umgesetzt, um die Leistungen der Büros weiter zu verbessern und strategische Aktivitäten voranzutreiben. Als lernende Organisation kann die Freie Universität Berlin gestützt auf die Ergebnisse der Evaluation bestehende Prozesse weiter optimieren, neue Modelle für die interne Kommunikation entwickeln und Regionalstrategien im Sinne der Bedürfnisse der Fachbereiche weiterentwickeln.

Der angestoßene Lernprozess befähigt die Universität, proaktiv zu handeln und innovationsfähig zu bleiben – wesentliche Erfolgsfaktoren im globalen Wettstreit der Universitäten. Für die Universität ist dabei besonders wertvoll, dass diese Weiterentwicklung aufgrund der Befragungen durch die Organisation als Ganzes mitgetragen wird und sich nicht nur auf die Einschätzung einzelner Einrichtungen stützt.

Fazit
Der Prozess der Internationalisierung durchdringt als Querschnittsaufgabe alle Bereiche einer Hochschule. Daher ist insbesondere hier eine regelmäßige, selbstkritische Qualitätskontrolle hilfreich, um den Blick über das Tagesgeschäft hinaus zu heben und Standards zu setzen, die auf andere Bereiche ausstrahlen können und sollten. Die Evaluation der Büros der Freien Universität Berlin stellt in diesem Zusammenhang wertvolle Fragen, um die Internationalisierung der Universität zielgerichtet, qualitätsvoll und strategisch weiterzuentwickeln.

Fotos: Bernd Wannenmacher

Einen weiteren Beitrag zum Thema „Evaluation von Verbindungsbüros“ und Beiträge zum Schwerpunkt „Eckpunkte Wissenschaftsmanagement" lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von WISSENSCHAFTSMANAGEMENT.