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Nachhaltigkeitsfaktoren von Forschungsprojekten

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Steffen Fleßa, Julia Kuntosch, Marie-Luise Rübsam und Timm Laslo

Wissenschaftliche Beiträge

Nachhaltigkeitsfaktoren von Forschungsprojekten

Am Beispiel der grenzüberschreitenden Notfallrettung

Der rettungsdienstlichen Notfallversorgung über die Landesgrenze zwischen Deutschland und Polen hinaus stehen vielschichtige Hindernisse gegenüber, welche mit dem Forschungsprojekt InGRiP (Integrierter grenzüberschreitender Rettungsdienst Pomerania/Brandenburg) und dessen interdisziplinären Aktivitäten aufgegriffen wurden, um Lösungsansätze zu ermitteln.

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Hier soll aufgezeigt werden, welche Faktoren maßgeblich für die Nachhaltigkeit der Projektaktivitäten von Bedeutung sind. In einer Längsschnittstudie konnte anhand von Experteninterviews festgestellt werden, dass die Motivation der beteiligten Akteure, die Qualität des Managements (insbesondere Planung und Organisation) sowie rechtliche und politische Rahmenbedingung für eine erfolgreiche Nachhaltigkeit von Bedeutung sind. Die Finanzierung sowie die Sprachkompetenz haben dagegen einen geringeren Einfluss auf die Nachhaltigkeit als erwartet.

Die Zusammenarbeit in der rettungsdienstlichen Notfallversorgung im Grenzgebiet von Deutschland und Polen konnte trotz eines 2011 unterzeichneten Rahmenabkommens (Bundesministerium für Gesundheit 2013) bisweilen kaum vollumfänglich umgesetzt werden. Nicht nur die rechtlichen Voraussetzungen in ihrem Status quo stellen ein Hindernis dar, auch sprachliche, fachliche sowie infrastrukturelle Unterschiede verhindern eine grenzüberschreitende Notfallrettung in der Grenzregion. Mit dem Forschungsprojekt InGriP wurden interdisziplinäre Aktivitäten angestoßen, um diese Hindernisse aufzugreifen und Lösungsansätze für die Forschungsregion zu entwickeln und umzusetzen.

Die Herausforderung von Forschungsprojekten ist es, nach der Projektphase in eine Nachhaltigkeit überzugehen und in der Regelversorgung fortgeführt zu werden. Projektnachhaltigkeit definiert sich dadurch, dass mit dem Projektablauf die begonnenen Aktivitäten nicht beendet werden, sondern dass diese einen weiteren Nutzen in ihrer ursprünglichen oder verbesserten Konzeption für die (Modell-)Region aufweisen und gegebenenfalls eine Übertragbarkeit auf weitere Regionen mit ähnlichen Herausforderungen gegeben ist (EU-Fördermittel-Plattform 2017). Die Zielsetzung dieser Studie ist es, die wesentlichen Faktoren aufzuzeigen, welche die Nachhaltigkeit von Forschungsprojekten in der grenzüberschreitenden Notfallrettung fördern können und zudem Faktoren zu benennen, die einer Nachhaltigkeit potenziell entgegenstehen können.

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Fazit
Durch die Längsschnittstudie unter den beteiligten Projektpartnern konnten in den Interviews 2018 Erfolgs- wie auch Misserfolgsfaktoren ermittelt werden, welche sich in den abschließenden Befragungen 2020/2021 gefestigt, abgeschwächt oder auch neu herausgestellt haben.

Die Ergebnisse der Expertenbefragungen haben ergeben, dass es nicht lediglich einen wesentlichen Erfolgsfaktor gibt, welcher zu einer Nachhaltigkeit der Projektaktivitäten in der grenzüberschreitenden Notfallrettung führen kann. Vielmehr ist von einem Zusammenspiel unterschiedlichster Faktoren auszugehen, die sich gegenseitig bedingen und fördern. Bei der Beurteilung der Faktoren muss zwischen Gewichtung und Zugewinn an Relevanz differenziert werden. Dabei rücken vor allem die Management- Komponenten, wie die Planung und Organisation innerhalb der Prozesskette, Hürden in der internen und externen Kommunikation wie auch die Personalgestellung auf der Führungsebene, in den Vordergrund. Dass diese Faktoren einen wesentlichen Einfluss auf die Nachhaltigkeit besitzen, erwies sich für die Experten erst in der zweiten Befragungsrunde als wesentlich für die angestrebte Nachhaltigkeit. Zwar sind sowohl die politischen als auch die rechtlichen Rahmenbedingungen weiterhin grundlegend, jedoch besteht auf sie kein direkter Einfluss und somit keine Option auf eine zeitige, eigeninitiierte Anpassung. Management- Komponenten hingegen sind direkt beeinflussbar und zielorientiert anpassbar.

Bei der Betrachtung der gesamten Prozesskette von InGRiP kann festgestellt werden, dass sich Probleme in den einzelnen Modulen ergeben haben, die sich mit den ursprünglichen Aktivitäten nicht bewältigen lassen und Anpassungen erfordern.

Es ist folglich festzustellen, dass eine detaillierte und zielgerichtete Planung gleichermaßen einer auf die einzelnen Projektbeteiligten ausgerichteten Organisation bedarf. Die einzelnen Prozessschritte mit ihren Maßnahmen sollten stetig durch die Verantwortlichen überprüft und gegebenenfalls angepasst beziehungsweise präzisiert werden. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass der Erfolg von Projektvorhaben von der Ausgestaltung des Managements abhängig ist. Das Projektmanagement sollte kontrolliert daraufhin ausgerichtet werden, dass die Ziele und Maßnahmen festgelegt und eingehalten werden (Besio 2019).
 

  • Der komplette Beitrag ist im ► Onlineshop von Lemmens Medien erhältlich. Den Abonnenten der Zeitschrift Wissenschaftsmanagement steht der Beitrag in ihrem Account zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Prof. Dr. Steffen Fleßa ist Inhaber des Lehrstuhls für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Gesundheitsmanagement. Seine Forschungsgebiete sind Krankenhausmanagement und Internationales Gesundheitswesen.

Dipl.-Kffr. Julia Kuntosch ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin am Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Gesundheitsmanagement an der Universität Greifswald.

Dr. med. Marie-Luise Rübsam ist Assistenzärztin für Anästhesiologie, Notärztin und Referentin der Projektleitung der Universitätsmedizin Greifswald im Projekt InGRiP.

Dr. rer. pol. Timm Laslo ist Betriebsleiter des Eigenbetriebes Rettungsdienst des Landkreises Vorpommern-Greifswald.