Termine

Bundeswissenschaftswoche

Wichtige Termine von überregionalem Interesse.

Aktuelle Termine

Newsletter

Mit unserem Newsletter immer auf dem Laufenden.

Newsletteranmeldung

Archiv

Das Archiv bietet Ihnen ältere Ausgaben aus den Jahrgängen 2003 bis 2017 der Zeitschrift Wissenschaftsmanagement im PDF-Format kostenlos zum Download.

Zum Archiv

Themendiskussion

Diskutieren Sie unsere Themen oder schlagen Sie uns Themen für die nächsten Ausgaben vor.

Themen diskutieren
Themen vorschlagen

Aktuelle Ausgaben
Sonderausgabe 2020
Sonderausgabe 2020
special Archiv

Das Archiv bietet Ihnen die special Beilagen zur Zeitschrift Wissenschaftsmanagement aus den Jahrgängen 2004 bis 2013 im PDF-Format kostenlos zum Download.

Deutsches Vergaberecht gegen globale Softwareindustrie

news

Dirk von Suchodoletz und Jan Leendertse

Governance & Management

Deutsches Vergaberecht gegen globale Softwareindustrie

Suche nach Spielräumen durch intelligente Planung eigener Clouddienste

Die Evolution des IT-Markts zur „Cloudifizierung“ von Digitalangeboten und Infrastrukturen macht vor den Hochschulen nicht Halt und vollzieht die Veränderungen nach, die im privaten und kommerziellen Bereich schon länger zu beobachten sind. Die aktuelle Evolution in der IT erlaubt auch kleineren Einrichtungen, Dienste anzubieten, deren eigene Entwicklung oder eigener Betrieb außerhalb ihrer Budgets liegen. Die eingeschlagene Richtung verschärft die Konzentration auf große Softwareanbieter, ohne dass hier Regulierungen wie die Vergabeordnung wirksame Gegengewichte schaffen und Verhandlungen auf Augenhöhe erlauben. Der Hochschulbereich, selbst öffentlich-rechtlich verfasst, ist diesen Anbietern in Verhandlungssituationen unterlegen, so lange viele kleiner dimensionierte und sich nicht koordinierende Entscheidungsträger potenteren und rechtlich bestens aufgestellten Verhandlungsführern gegenüberstehen.

Wissenschaftsmanagement - Entscheiden.Führen.Gestalten

Das Ungleichgewicht ist ebenso Ausdruck einer mangelnden Anerkennung von Informationstechnologie als strategischer Faktor für die Erfüllung der Kernaufgaben von Hochschulen. Die strategische Bedeutung von IT ist außerhalb von Stellungnahmen, Konzepten oder Leitlinien im Management von Hochschulen nicht ausreichend berücksichtigt. Es wird nicht vollständig erkannt, wie die digitale Souveränität von Hochschulen unterminiert wird, indem Entscheidungen von außen aufgezwungen werden und die Datenbasis für rationale Entscheidungen der akademischen Selbstverwaltung nach außen wandert. Ein Ansatz zu einer Verschiebung der Kräfteverhältnisse ist, IT-Dienstleistungen, bestehend aus Hardware, Software und prozessualem Wissen, nicht als Produkt anzusehen, das auf einem Markt zu besorgen ist, sondern als strategisches Asset, das der Grundversorgung dient.

Die sich ändernde IT-Welt
Der Vormarsch cloudbasierter Systeme wird durch verschiedene Effekte angetrieben. Durch den Erfolg mobiler Endgeräte und eine zunehmende Anzahl webbasierter Werkzeuge in fast allen Bereichen moderner IT hat sich das Paradigma der dezentralen, voll ausgestatteten Arbeitsplatzrechner zunehmend totgelaufen. Diese Entwicklung hat sich bis in die 2020er-Jahre fortgesetzt hin zu einer stärkeren Verschiebung zu zentral administrierten Systemen. Ergänzend wird mehr und mehr der Programmlogik auf zentralen Ressourcen berechnet. Damit sind Softwareanbieter gezwungen, ihre Kosten und Einnahmemodelle anzupassen. Software heißt nicht mehr alleine das Schreiben von Code und Bereitstellen auf Installationsmedien, sondern Betrieb auf Ressourcen, für die der Softwareanbieter selbst aufkommen muss oder die er an weitere Firmen auslagert.

Das Pendel schwingt wieder in Richtung Zentralisierung: Während das Geschäftsmodell Software mit der Zahl der verkauften Lizenzen sehr gut skalierte, betraf das nicht den Gesamtaufwand für den Betrieb einer dezentralen Desktop-Landschaft. Zudem wurde es zunehmend schwieriger, Nutzer:innen einer weitgehend ausentwickelten Software von neuen Käufen zu überzeugen. An dieser Stelle treffen cloudbasierte Angebote und der Umstieg auf Softwaremiete zusammen, was Anbietern erlaubt, andere Geschäftsmodelle durchzusetzen.

Dabei muss das Mieten von Ressourcen nicht zum Nachteil der Auftragnehmer sein, wie sich das schon lange in anderen Geschäftsfeldern unter dem Stichwort „Leasing“ zeigt. Das Mietmodell ist je nach Ausgestaltung auch für Hochschulen attraktiv, da es damit die oft unsynchronisierten Projektlaufzeiten und Abschreibungszeiten von Hard- und Software ausgleichen kann. Ebenso lässt sich auf diese Weise ein weitaus breiteres Angebot etablieren, als es im klassischen On-Premise-Geschäft denkbar gewesen wäre.

Die derzeitigen Beschaffungsrichtlinien gehen primär von Arbeitsformen auf Basis lokal installierter Software aus. Ein immer größerer Anteil der Datenverarbeitung wird inzwischen aber über Webfrontends zu cloudbasierten Diensten geleistet. Sofern sie nicht werbebasiert sind, werden sie über Serviceabonnements abgerechnet. Aus einmaligen Lizenzzahlungen zum Beschaffungszeitpunkt werden regelmäßige Verträge. Für die Anbieter von Clouddiensten ist die Umstellung der Zahlungsströme wichtig, weil für deren Bereitstellung in Rechenzentren Kosten im laufenden Betrieb entstehen. Mit Abonnements werden Einnahmeströme und Kostenstrukturen synchronisiert.

….

Fazit
Diese Empfehlungen lassen sich grundlegend auf den Nenner bringen, die Planung der IT als Teil der Daseinsvorsorge anzusehen. Das ist keine bahnbrechend neue Erkenntnis, doch allein die Analyse der gängigen Praxis bei der Beschaffung von Software zeigt die Folgen einer nicht mehr zeitgemäßen Einschätzung. Hochschulen produzieren Daten, Informationen, Wissen, die IT ist außer den Köpfen das wichtigste Werkzeug dafür. 

  • Der komplette Beitrag ist im ► Onlineshop von Lemmens Medien erhältlich. Den Abonnenten der Zeitschrift Wissenschaftsmanagement steht der Beitrag in ihrem Account zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Dirk von Suchodoletz leitet seit Juni 2014 die Abteilung eScience am Rechenzentrum der Universität Freiburg.

Jan Leendertse koordiniert seit Juli 2020 innerhalb der „Research Data Management Group“ an der Universität Freiburg die Aktivitäten zum Forschungsdatenmanagement.