"Der Konzertsaal zum Mitnehmen", "Das Internet bringt keine Wähler zurück" und "Forscher finden Tachometer im Gehirn"
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Neues aus der Forschung
"Der Konzertsaal zum Mitnehmen", "Das Internet bringt keine Wähler zurück" und "Forscher finden Tachometer im Gehirn"
Der Konzertsaal zum Mitnehmen
Fraunhofer IIS
Neuartige Audio-Software erzeugt ein natürliches dreidimensionales Musikerlebnis. Ob über das Smartphone oder im Auto – der Zuhörer hat stets das Gefühl, mitten im Konzertsaal zu sitzen. Um digitalisierte Musik optimal wiederzugeben, sind sehr gute Softwarelösungen notwendig. Das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS in Erlangen entwickelte mit Cingo und Symphoria intelligente Algorithmen, die einen natürlichen dreidimensionalen Raumklang erzeugen. Zuhörer haben im Auto oder über mobile Endgeräte das Gefühl, direkt beim Konzert dabei zu sein.
Die Voraussetzungen sind oft schlecht: Smartphones, Tablets und Kopfhörer verfügen nicht immer über hochwertige Lautsprecher. In Fahrzeugen geben Lautsprecherpositionen und Fahrgastraum schwierige akustische Bedingungen vor. Dennoch erwarten Hörer hervorragende Tonqualität. Die Softwarelösungen Cingo und Symphoria gleichen Schwächen der Hardware aus und geben gleichzeitig das bei der Aufnahme erzeugte Klangbild präzise wieder – unabhängig davon, welche Lautsprecher oder Kopfhörer der Nutzer verwendet.
“In einem Konzertsaal kommt die Musik nicht nur direkt von der Bühne. Wir hören auch die Reflexionen des Schalls von der Decke und den Wänden. Erst hierdurch erhalten wir einen dreidimensionalen Klangeindruck”, erklärt Symphoria-Projektleiter Oliver Hellmuth. Cingo und Symphoria analysieren, welche Elemente einer Aufnahme Direktschall oder Reflexion sind, und fügen diese anschließend zu einem natürlichen dreidimensionalen Klang zusammen.
http://www.fraunhofer.de/de/presse/fraunhofer-preisverleihung-2015/der-k...
Das Internet bringt keine Wähler zurück
Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
Demokratische Innovationen beantworten die soziale Frage der Demokratie nicht. Die repräsentative Demokratie steht unter Druck: Das untere Drittel der Gesellschaft beteiligt sich nicht mehr, Parteien verlieren an gesellschaftlicher Verankerung, die Europäisierung schwächt den demokratisch legitimierten Nationalstaat nicht nur in Südeuropa. Als Heilmittel gelten mehr Referenden, die digitale Demokratie, mehr deliberative Verfahren oder ein stärkerer europäischer Zusammenschluss. Doch solche Änderungen halten in der Praxis nicht das, was sie versprechen, wie WZB-Demokratie-Forscher Wolfgang Merkel in seiner Analyse „Nur schöner Schein?“ für die Otto Brenner Stiftung zeigt. Das untere Drittel der Gesellschaft kehrt nicht zur Politik zurück. Die Heilmittel könnten die soziale Krankheit der Demokratie beschleunigen.
Wolfgang Merkel, Direktor der WZB-Abteilung „Demokratie und Demokratisierung“, hat vier Reformvorschläge auf ihr demokratisches Potenzial in Theorie und Praxis hin durchleuchtet. Sein Fazit: „An erster Stelle muss eine Reformierung und Vitalisierung von Parteien, Parlament und Regierung stehen. Die diskutierten demokratischen Neuerungen können diese Versuche ergänzen, aber nicht ersetzen.“
http://www.wzb.eu/de/pressemitteilung/das-internet-bringt-keine-waehler-...
Forscher finden Tachometer im Gehirn
Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen DZNE
Bonner Forscher haben in den Hirnen von Mäusen neuronale Schaltkreise identifiziert, die für die Fortbewegung und die Navigation im Raum von zentraler Bedeutung sind. Diese Nervenzellen, die in ähnlicher Form auch beim Menschen vermutet werden, geben das Startsignal für eine Fortbewegung und versorgen das Gehirn zudem mit Geschwindigkeitsinformationen. Wissenschaftler des DZNE und der Universität Bonn um Prof. Stefan Remy berichten darüber im Fachjournal „Neuron“. Ihre Untersuchungen liefern neue Erkenntnisse darüber, wie das Ortsgedächtnis arbeitet. Außerdem könnten sie dazu beitragen, Störungen der Hirnfunktion wie sie bei Parkinson auftreten, besser zu verstehen.
In vertrauter Umgebung bewegen wir uns zielgerichtet. Dann folgt unser Gang – etwa vom Büroschreibtisch zum Pausenkaffee – wie selbstverständlich einer vorgezeichneten Route, die in unserem Gedächtnis abgespeichert ist: Durch die Bürotür, links auf den Flur, vorbei an der Fensterreihe. Um uns auf Kurs zu halten, muss unser Gehirn blitzschnell wechselnde Sinneseindrücke verarbeiten. „Das ist eine grundsätzliche Aufgabe, mit der unser Gehirn umgehen muss. Nicht nur auf dem Weg zur Kaffeemaschine, sondern immer dann, wenn wir uns fortbewegen. Also auch auf dem Fahrrad oder im Auto“, erläutert Remy. Mit zunehmendem Tempo steige die Datenrate, betont er: „Je schneller wir uns fortbewegen, umso weniger Zeit bleibt dem Gehirn, Umgebungsreize aufzunehmen und mit unserem Ortsgedächtnis abzugleichen. Unsere Wahrnehmung muss daher Schritt halten mit der Bewegungsgeschwindigkeit, damit wir den richtigen Weg wiederfinden. Sonst landen wir statt an der Kaffeemaschine vor dem Kopiergerät.“
http://www.dzne.de/ueber-uns/presse/meldungen/2015/pressemitteilung-nr-7...
Bild: Gerd Altmann/pixelio www.pixelio.de



















