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Der Ingenieur, der Germanist und das Higgs-Boson

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Gerhard Wolff

DFG

Der Ingenieur, der Germanist und das Higgs-Boson

Jahresversammlung und Jahrespressekonferenz der DFG in Dortmund und Berlin.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft traf sich am 4. Juli in Dortmund zu ihrer Jahresversammlung und wählte einen neuen Präsidenten. Amtierender und zukünftiger Präsident sind sich in vielem ähnlich und einig – auch über den steten Wandel des deutschen Wissenschaftssystems und seiner Finanzierung. Dabei sollen, so DFG-Präsident Matthias Kleiner auf der Jahrespressekonferenz am 5. Juli in Berlin, die Universitäten im Mittelpunkt aller künftigen Strategien stehen.

Dies gelte auch für die neu angestrebten Kooperationen zwischen Hochschulen und außeruniversitärer Forschungsinstitute. Um diese Rolle aber erfüllen zu können und weiterhin das „Herzstück des Wissenschaftssystems“ sein zu können, forderte Kleiner eine „bessere Balance zwischen grundfinanzierter und drittmittelfinanzierter Wissen-schaft, Forschung und Lehre“. Daher sei die Änderung des §92b des Grundgesetzes ein Schritt in die richtige Richtung. Auch die Exzellenzinitiative, wie Kleiner betonte, für deren zweite Phase jüngst den Startschuss mit über 2,7 Milliarden Euro Fördergeldern fiel, verteile „keine Elitelabel“ für Wenige, sondern fördere eine breit und tief aufgestellte Spitzenforschung.

Im Gegensatz zum Ingenieur und Produktionstechniker Kleiner kommt der Neue aus den Geisteswissenschaften. Peter Strohschneider ist Professor für Germanistische Mediävistik an der Universität München. Seine Amtszeit im Präsidium der DFG beginnt am 1. Januar 2013 und läuft zunächst drei Jahre. Er konnte sich gegen die Bielefelder Chemikerin Katharina Kohse-Höinghaus und den Würzburger Pharmakologen Martin Lohse durchsetzen. In seiner Forschung beschäftigt sich Strohschneider unter anderem mit höfischen Liedern und Erzählformen des Mittelalters. Und auch auf der Jahrespressekonferenz zeigt er seine Eloquenz und Schlagfertigkeit. „Das wichtigste am 4. Juli“, sagte der designierte DFG-Präsident Peter Strohschneider über den Tag seiner Wahl, „war die Entdeckung des Higgs-Bosons.“

Was kommt nun auf ihn zu? Die Effizienz, das heißt, das Verhältnis zwischen bewilligten Fördersummen und Verwaltungskosten sind weltweit spitze: nur ca. drei Prozent. Der weltweite Durchschnitt liegt doppelt so hoch. Die Gleichstellung von Mann und Frau? Das Präsidium besteht zur Hälfte aus Frauen, der Senat zu über einem Drittel. Außerdem ist die Gleichstellung Kriterium bei der Bewilligung von Förder-anträgen. Die Transparenz der Mittelvergabe? „Die DFG ist bereits gläsern“, wie Präsident Kleiner herausstellt. Allein jede Transparenz hat ihre Grenzen. So müssten Einzelgutachter anonym bleiben, um weiterhin unabhängig und unbestechlich agieren zu können. Gutachtergruppen, die über zwei Drittel des Fördervolumens entscheiden, werden aber immer namentlich bekannt gegeben.

Die kommenden Herausforderungen liegen laut Strohschneider woanders. In den nächsten Jahren wird es um die Öffnung der Wissenschaft gegenüber der Gesellschaft gehen. Die Wissenschaftskommunikation muss es schaffen, über die immer komplexeren und komplizierteren Inhalte und Vorgehensweisen aufzuklären, zu informieren und diese zu rechtfertigen – auch die Tatsache, dass Forschung immer ein Blick ins Ungewisse ist und Forschungserfolge nie garantiert werden können.

Die Berufung von Peter Strohschneider blieb nicht die einzige Personalie, die auf der Jahresversammlung entschieden und verkündet wurde. Dermatologin Leena Kaarina Bruckner-Tudermann, die auch Vizepräsidentin und somit Stellvertreterin für Strohschneider werden wird, und Regelungstechniker Frank Allgöwer sind neu in das Präsidium der DFG gewählt worden. Gleich fünf neue Mitglieder wird der Senat der Forschungsgemeinschaft bekommen. Bernd Sachweh, BASF, übernimmt einen Platz der Industrie, Frauke Melchior, Universität Heidelberg, den Platz für Entwicklungs- und Zellbiologie. Georg Matthias Peters von der Universität Münster vertritt die Theoretische Medizin, Joanna Pfaff-Czarnecka, Universität Bielefeld, die Außereuropäischen Kulturen. Und Ekkehard Neuhaus von der Technischen Universität Kaiserslautern übernimmt den Platz der Pflanzenwissenschaften im Senat der DFG.