Das Archiv bietet Ihnen die special Beilagen zur Zeitschrift Wissenschaftsmanagement aus den Jahrgängen 2004 bis 2013 im PDF-Format kostenlos zum Download.
Das Zwei-Faktoren-Modell von Herzberg et al. in der chemischen Industrie
Der Zusammenhang zwischen einer Leistungssteigerung und zielgerichteter, „richtiger“ Motivation – sei es bei Mitgliedern einer Organisation durch ihre Führungskraft oder bei Schülern durch ihre Lehrkraft – ist schon vielfach bestätigt worden (Becker 2018; Csikszentmihalyi 1996; Deci 1975; Edelmann 2003; Maslow 2002; Nerdinger 1995; Rheinberg 2002). Das von Herzberg et al. entworfene Modell, das auf ihrer empirischen Beobachtung einer offensichtlichen Zweidimensionalität von Arbeitszufriedenheit beruht, beschäftigt sich in diesem Zusammenhang mit zwei unterschiedlichen Arten von Faktoren, die sich auf die Motivation individueller Personen und Personengruppen auswirken (Herzberg/Mausner/Snyderman 1959).
Herausforderung für ein systematisches Konfliktmanagement
Staffing im Wissenschaftssystem kann zu einem missbräuchlichen Vorwurf des Machtmissbrauches führen und Funktionsträger:innen mit Führungsverantwortung zu Unrecht diffamieren – nicht selten mit dramatischen Folgen für die betroffenen Personen und Organisationseinheiten.Dieses offenbar zunehmende Phänomen stellt eine veritable Herausforderung für ein systematisches Konfliktmanagement im Wissenschaftsbereich dar.
Das Phänomen der Korrelation von Motivation und Wirkung
Ein bedeutsames thematisch überlappendes Bindeglied zwischen Wirtschaftswissenschaft und Psychologie ist das Phänomen der Korrelation von Motivation und Wirkung (Heckhausen 1989; Nerdinger 1995). Im betriebswirtschaftlichen Sinn bezieht sich dieses Phänomen naturgemäß auf den wirtschaftenden Menschen. Die Motivation selbst entsteht durch das Zusammentreffen von Motiv und Anreiz und löst bestimmte Verhaltensweisen und Handlungen aus. Innerhalb einer Organisation sind dabei seitens der Organisationsführung naturgemäß Handlungen erwünscht und gewollt, die den Organisationszielen, bei einem Wirtschaftsunternehmen den Zielen des Unternehmens, dienlich sind. Die Handlung selbst ist dabei wie gesagt die Wirkung dieser Motivation. Dies bezieht sich aus Autorensicht sowohl auf einen Menschen, der Unternehmer ist, als auch auf einen von einer Führungskraft geführten Mitarbeiter und darüber hinaus ebenso auf diese Führungskraft. Wenn es in der Betrachtung dieses Phänomens darum geht, die Motivation von Geführten durch eine führende Person zu steuern, um ein intendiertes Handeln zu erwirken, bewegen wir uns auf dem Gebiet der Motivationspsychologie (Weiner 1994) und der betriebswirtschaftlichen Personalführung (Neuberger 2002) gleichermaßen. Spätestens hier haben wir die eingangs betonte Überlappung beide Themenfelder vorliegen.