Exzellenz – Impact – Profilbildung
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Essay
Exzellenz – Impact – Profilbildung

Sprache im Wissenschaftsmanagement wirkt oft neutral, beeinflusst aber aktiv Wahrnehmung und Entscheidungen. Begriffe, die in diesem Bereich verwendet werden, strukturieren, was als relevant oder qualitativ hochwertig gilt. Durch Sprache ist es möglich nicht nur Informationen zu vermitteln oder sie zu beschreiben, sondern die Realität rahmen. Dieser Einfluss geschieht durch Framing. Informationen werden durch bestimmte sprachliche Deutungsrahmen (Frames) präsentiert. Diese beeinflussen, wie Menschen Inhalte verstehen und bewerten. Ein Frame ist der konkrete Deutungsrahmen, während Framing den Prozess beschreibt, diesen Rahmen gezielt zu erzeugen oder zu nutzen.
Framing im Wissenschaftsmanagement: Warum Begriffe mehr als Worte sind
Frames sind sprachliche Deutungsrahmen, die beeinflussen, wie Menschen Informationen wahrnehmen und bewerten. George Lakoff (2014, 10) beschreibt Frames als „mental structures that shape the way we see the world. As a result, they shape the goals we seek, the plans we make, the way we act, and what counts as a good or bad outcome of our actions“.
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Exzellenz – Wissenschaft im Wettbewerbsrahmen
Ein besonders prägnantes Beispiel bietet die Exzellenzstrategie. Der Begriff Exzellenz wird nicht konkret definiert und entfaltet gerade dadurch seine Wirkung. Er erzeugt eine Hierarchie, wo es exzellente und damit implizit weniger exzellente Forschung gibt.
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Impact – Forschung als Wirkungsversprechen
Ein zweiter Frame ist Impact, insbesondere in den Unterlagen der Nationalen Kontaktstelle (NKS) Gesellschaft.
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Profilbildung – Hochschulen als strategische Akteure
Der Begriff Profilbildung ist insbesondere in Dokumenten des Wissenschaftsrates sowie in Förderlogiken der Exzellenzstrategie zentral verankert. In den Unterlagen wird von der wissenschaftlichen Profilbildung der Universitäten gesprochen.
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Fazit
Die vorliegende Framing-Analyse bedeutet nicht, zentrale Steuerungsbegriffe grundsätzlich abzulehnen. Wettbewerbsfähigkeit, gesellschaftliche Wirkung und strategische Entwicklung sind legitime Anliegen moderner Wissenschaftspolitik. Problematisch wird es jedoch, wenn die sprachlichen Voraussetzungen dieser Ziele unsichtbar bleiben. Ein reflexiver Umgang mit Framing könnte dazu beitragen, implizite Steuerungsmechanismen transparenter zu machen. Wissenschaftsmanagement hätte damit nicht nur eine administrative, sondern auch eine diskursive Verantwortung. Dies betrifft insbesondere drei Ebenen. Erstens sollten zentrale Steuerungsbegriffe stärker begrifflich geklärt werden. Unschärfe schafft zwar Flexibilität, kann aber zugleich Intransparenz fördern. Zweitens braucht es mehr Sensibilität für die normativen Effekte sprachlicher Rahmungen. Jede Definition wissenschaftlicher Qualität schließt alternative Perspektiven teilweise aus. Drittens sollte Wissenschaftsmanagement Räume für sprachliche Reflexion schaffen. Governance-Begriffe dürfen nicht ausschließlich technokratisch verwendet werden, sondern müssen Gegenstand kritischer Diskussion bleiben. Deshalb ist eine reflektierte Auseinandersetzung mit diesen sprachlichen Rahmungen notwendig. Wissenschaftsmanagement gestaltet nicht nur Prozesse und Strukturen, sondern auch die semantischen Grundlagen wissenschaftlicher Steuerung. Sprache wird damit selbst zu einem zentralen Instrument der Wissenschaftspolitik und zu einem Gegenstand kritischer Analyse.
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Nejra Elkaz, MA, ist Doktorandin an der Philosophischen Fakultät der Universität Sarajevo. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Politolinguistik, Textlinguistik und Frame-Semantik. Foto: privat



















