Termine

Bundeswissenschaftswoche

Wichtige Termine von überregionalem Interesse.

Aktuelle Termine

Newsletter

Mit unserem Newsletter immer auf dem Laufenden.

Newsletteranmeldung

Archiv

Das Archiv bietet Ihnen ältere Ausgaben aus den Jahrgängen 2003 bis 2017 der Zeitschrift Wissenschaftsmanagement im PDF-Format kostenlos zum Download.

Zum Archiv

Themendiskussion

Diskutieren Sie unsere Themen oder schlagen Sie uns Themen für die nächsten Ausgaben vor.

Themen diskutieren
Themen vorschlagen

Aktuelle Ausgaben
special

State of the Art - Wissenschaftsmanagement für Institute, Hochschulen und Forschung

Wissenschaftsmanagement special Ausgabe 2/2013

Studierende zwischen akuter Not und Optimismus

news

Svenja Rausch und Nance Kaemmerer

Career Service/Recruiting

Studierende zwischen akuter Not und Optimismus

Bildungseinrichtungen in der Pflicht

Virtuelle Vorlesungen und Social Distancing sind mittlerweile Standard auf dem Campus. Doch auch außerhalb der Hochschulen hat die Corona-Pandemie weitreichende Folgen für das akademische und wirtschaftliche System – und gerade die Studierenden bekommen dies zu spüren. 40 Prozent gaben im Rahmen einer aktuellen Umfrage der Recruitingplattform JobTeaser an, dass sie besonders hinsichtlich ihrer beruflichen Zukunft verunsichert sind und sich mehr Unterstützung von ihren Career Centern wünschen. Karriereberatung – physischer wie virtueller Natur – gewinnt wieder stärker an Bedeutung in den Bildungseinrichtungen.

Bild: Svenja Rausch /JobTeaser und Nance Kaemmerer/Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Wie wird sich der Arbeitsmarkt verändern und wie können wir unseren Studierenden in Hinsicht auf ihre berufliche Zukunft zur Seite stehen? JobTeaser hat im Zeitraum vom 1. April bis zum 17. April 2020 eine Online-Umfrage zu den Auswirkungen von Corona auf junge Talente durchgeführt. Daran haben 237 Unternehmen, 175 Hochschulen und Universitäten sowie 7.041 Studierende teilgenommen. Die Ergebnisse wurden jetzt in einem Report veröffentlicht.

In der Umfrage wird deutlich: Neben der nicht immer leichten Umstellung auf virtuelle Lernformate haben viele Studierende derzeit vor allem Probleme, einen Job zu finden. 

  • Ob Praktikum, Werkstudentenstelle, Aushilfstätigkeit oder Einsteigerjob – Bildungseinrichtungen sollten darauf reagieren und ihren Studierenden unter die Arme greifen, um einen erfolgreichen Praxistransfer zu fördern.

 

Junge Talente streben nach beruftlicher Orientierung und Unterstützung

Nahezu ein Drittel der Talente hat infolge der Krise die eigene berufliche Orientierung überdacht und 40 Prozent der jungen Absolventen sind hinsichtlich ihrer beruflichen Perspektiven eher oder sogar sehr verunsichert. Junge Talente benötigen Unterstützung von ihrer Universität oder Hochschule: 79 Prozent wünschen sich Hilfe der jeweiligen Bildungseinrichtung im Bereich der Karriereplanung und -orientierung durch beispielsweise ein Jobportal oder virtuelle Beratungsangebote. Der Eintritt einer neuen Generation in einen instabilen Arbeitsmarkt bringt das Risiko mit sich, dass sich Ängste, Spannungen und Ungleichheiten noch verstärken.

Besonders Hochschulabsolvent*innen der vergangenen Jahre sind unsicher, was ihre berufliche Zukunft betrifft. 30 Prozent der Studierenden, die sich in ihrem letzten Jahr vor dem Abschluss befinden, machen sich Sorgen um ihre berufliche Zukunft. Und fast die Hälfte der Befragten verbringt mehr Zeit als zuvor mit der Suche nach neuen Berufsmöglichkeiten. Was dabei überrascht:

  • Trotz der Verunsicherung ist die Mehrheit der über 7.000 befragten Studierenden optimistisch, was die eigene Zukunft angeht.

So blicken 63 Prozent des befragten akademischen Nachwuchses eher, wenn nicht sogar sehr positiv in die Zukunft – obwohl eine Rezession mit unklaren wirtschaftlichen Folgen droht.

Abb.: JobTeaser

 

Unternehmen reagieren verunsichert im Recruiting

Ein Großteil der Unternehmen ist der Ansicht, dass ein Stillstand im Recruiting nicht die richtige Lösung sein kann. Lediglich 16 Prozent haben neue Einstellungen für das Jahr 2020 komplett gestrichen, 35 Prozent haben Neueinstellungen verringert und 49 Prozent gaben an, Einstellungen bis September zu verschieben. Doch die Verunsicherung am Markt ist spürbar: 25 Prozent der befragten Unternehmen haben die Rekrutierung junger Talente vorerst komplett eingefroren. Auch Praktikanten- und Werkstudentenstellen sind betroffen: 44 Prozent der Unternehmen verschieben die Einstellung derzeit auf einen späteren Zeitpunkt.

Karrierenetzwerke, digitale Weiterbildungen für den Kompetenzausbau und virtuelle Beratungsangebote nehmen für die Generation Z auch dadurch wieder an Bedeutung zu. Die zukünftigen Fachkräfte müssen sich wieder stärker mit der eigenen beruflichen Zukunft auseinandersetzen. Im Gegenzug benötigt sie Unterstützung in Form von Orientierungsangeboten. Bildungseinrichtungen und Unternehmen sind hier gefordert, die Rahmenbedingungen für einen erfolgreichen Praxistransfer zu schaffen und zu gewährleisten.

 

Bildungseinrichtungen und Career Center als wertvolle Schnittstelle

Nicht nur Studierende machen sich Sorgen, sondern auch der überwiegende Teil der Bildungseinrichtungen. So sind 94 Prozent der Universitäten und Fachhochschulen der Ansicht, dass die Beschäftigungsfähigkeit ihrer Studierenden von der Krise beeinträchtigt wird. Besonders die fehlenden Informationen seitens der Unternehmen und die mangelnde Klarheit am Recruiting-Markt bereiten Probleme in der Planung von Angeboten und Hilfestellungen für Studierende.

Was die wirtschaftlichen Auswirkungen der Krise auf den Arbeitsmarkt und den Rekrutierungsbedarf betrifft, tappen die Hochschulen und Universitäten im Dunkeln: Nahezu neun von zehn Befragten (87 Prozent) haben nur eine unklare oder unvollständige Vorstellung davon. Career Center von Fachhochschulen und Universitäten sind jetzt gefordert, ihre Expertise allen Studierenden gleichermaßen zur Verfügung zu stellen.

Abb.: JobTeaser

Die Umstellung auf digitale Bildungsangebote ist nur der Anfang einer Anpassung an neue Gegebenheiten: 43 Prozent der Bildungseinrichtungen geben an, besonders auf Angebote zu setzen, die Studierende emotional unterstützen. Kurz gesagt: Inhaltlich sind keine großen Neuheiten gefordert. Vielmehr muss die Art und Weise, wie Angebote gestaltet werden, an die neue Situation angepasst werden, um Studierende weiterhin optimal zu unterstützen. Folgende drei Säulen sollten in der aktuellen Situation im Bereich der Karriereberatung besonders berücksichtigt werden:

1. Interaktive Formate: Informationen rund um Bewerbung und Berufseinstieg können im Rahmen von digitalen Veranstaltungen aufbereitet werden, um Studierende weiterhin zu begleiten und ihnen bei Fragen zur Seite zu stehen. Besonders Live-Videos, Webinare oder Unterstützung via Live-Messenger-Kommunikation bieten sich hier an.

2. Emotionale Unterstützung: Nicht nur inhaltliche Angebote sind gefragt, auch breit angelegte Lösungen zur emotionalen Unterstützung von Studierenden in dieser anspruchsvollen Zeit sind notwendig. Diese Lösungen sollten in Form von Netzwerken oder WhatsApp-Gruppen ebenso angeboten werden wie Online-Angebote für eine individuelle Unterstützung.

3. Gewährleistung der Beschäftigungsfähigkeit: Sitzungen zu Trendanalysen, zum aktuellen Arbeitsmarkt oder zur Vorbereitung von Bewerbungsgesprächen im digitalen Rahmen geben jungen Talenten die Möglichkeit, die neue Situation zu meistern. Auch die Entwicklung bereichsübergreifender Kompetenzen – die 4 K: Kreativität, Kooperation, Kommunikation und kritisches Denken – sollten nicht zu kurz kommen.

Fazit

Auf zu neuen Ufern: Die Krisensituation macht deutlich, dass es neben den vielen Herausforderungen auch neue Chancen und Potenziale für Career Services, Unternehmen und Studierende gibt. Diese gilt es zu identifizieren und zu nutzen! Insbesondere die Umwandlung der bestehenden Angebote in digitale Formate muss keine bloße Begleiterscheinung der Krise bleiben, sondern sollte auch in Zukunft als Ergänzung zu analogen Angeboten bestehen.

Für Career Center öffnen sich so neue Möglichkeiten, Studierende früher zu erreichen und den Einstieg in den Beruf schon während des Studiums zu thematisieren sowie einen erfolgreichen Praxistransfer zu gewährleisten.

  • Interaktive Online-Formate sind in der Krise unerlässlich und werden nachhaltig bestehen bleiben.

Nur so wird es gelingen, die Beschäftigungsfähigkeit der Studierenden zu fördern und der zunehmenden Orientierungslosigkeit auch nach der Krise entgegenzuwirken.

Quelle

Die Ergebnisse der JobTeaser Online-Umfrage unter 237 Unternehmen, 175 Fachhochschulen und Universitäten sowie 7.041 Studierenden können Sie hier nachlesen: Hier geht es zum kompletten Report.

Autorinnen

Svenja Rausch ist seit 2019 für JobTeaser tätig und verantwortet als Head of Marketing DACH den Markenauftritt der führenden Recruitingplattform für Studierende Europas.

Nance Kaemmerer ist seit 2016 an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg tätig und ist dort im Relationship-Management/Career Service tätig.

Kontakt

Svenja Rausch
JobTeaser GmbH
Oskar-von-Miller-Ring 20
80333 München
Tel: +49 163 1581235
svenja [dot] rausch [at] jobteaser [dot] com

Nance Kaemmerer
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Universitätsplatz 2
39106 Magdeburg
Tel: +49 391 67-01
nance [dot] kaemmerer [at] ovgu [dot] de