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Damit sich Bildung weiter lohnt: Aus- und Umbaubedarf im Bildungssystem

news

Tanja Rosenthal

Neues aus der Wissenschaft

Damit sich Bildung weiter lohnt: Aus- und Umbaubedarf im Bildungssystem

Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF)

In dieser Rubrik fassen wir in loser Folge interessante Pressemeldungen aus den Wissenschaftseinrichtungen zusammen. Ebenso berücksichtigen wir ausgewählte Veranstaltungshinweise. Wir verlinken für Sie die jeweilige Meldung. Ihre Redaktion Wissenschaftsmanagement.

Bild: Fotolia
Damit sich Bildung weiter lohnt: Aus- und Umbaubedarf im Bildungssystem
Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF)
 

Bildung bedeutet einen Mehrwert für jeden Einzelnen und damit auch zu Gunsten von Staat und Gesellschaft, doch unser Bildungssystem sieht sich drängenden Herausforderungen gegenüber. Dies macht der neue, zweijährlich erscheinende nationale Bildungsbericht „Bildung in Deutschland 2018“ deutlich.

Die unter Federführung des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) aktuelle siebte Ausgabe fokussiert im Schwerpunktkapitel das Thema „Wirkungen und Erträge von Bildung“. Die auf der Basis von amtlichen Statistiken und sozialwissenschaftlichen Studien erstellte Analyse von Trends und Problemen im Bildungssystem umfasst dabei alle Bildungsphasen – von der frühen Bildung über das Schulwesen, die Berufsausbildung, bis hin zu Hochschul- und Weiterbildung.

Positive Entwicklungstrends
Der aktuelle Bildungsbericht bestätigt erneut die langjährige Wachstumstendenz von Bildungsteilnehmern, die sich unter anderem durch erhöhte Zuwanderungszahlen, aber auch durch die in den letzten fünf Jahren gestiegene Geburtenrate ergibt. Aber nicht nur die generelle Teilnahme an Bildung liegt im Trend, insbesondere streben Schüler nach höherer Bildung. So stieg der Anteil an Abiturienten innerhalb von zehn Jahren (2006 bis 2016) von 34 auf 43 Prozent. Gleichzeitig ist auch eine Zunahme des Anteils von Auszubildenden mit Abitur sowie eine erhöhte Studiennachfrage erkennbar.

Mehrwert durch Bildung
Das Schwerpunktthema macht weiterhin deutlich, dass sich Bildung als wertvolles Gut für jeden lohnt: bessere Gehälter, aber auch eine gesündere Lebensweise und mehr Zufriedenheit im Leben sind nur einige der positiven Auswirkungen, die Bildung mit sich bringt. So zeigt der Bericht beispielsweise, dass Akademikerinnen im Vergleich zu Frauen mit einer Berufsausbildung im Durchschnitt fast acht Euro pro Stunde mehr verdienen. Bei den Männern ergibt sich sogar eine Differenz von neun Euro. Positiv wirkt sich Bildung auch auf Staat und Gesellschaft aus. So zeigt sich bei den 18- bis unter 40-Jährigen mit Hochschulreife eine Wahlbeteiligung von 57 Prozent – im Vergleich liegt diese bei Personen mit einem Hauptschulabschluss bei nur 41 Prozent. Doch nicht allen ist der gleiche Zugang zu Bildung möglich, hier spielen Faktoren wie soziale Herkunft, Migrationshintergrund, Region und Geschlecht eine entscheidende Rolle.

Negative Entwicklungstrends
Zentrale Problemstellungen ergeben sich zum Beispiel durch eine zunehmende Diversität in den Kitas und Schulen. Gründe hierfür sind unter anderem Migration und Inklusion, aber auch die erweitere Durchlässigkeit der Bildungsangebote. Kitas und Schulen müssen auf immer unterschiedliche Voraussetzungen der Kinder reagieren – wie beispielsweise auf die gestiegene Anzahl der Kita-Kinder, die zuhause nicht vorrangig Deutsch sprechen. Diese Zahl ist zwischen 2006 und 2017 von 363.000 auf 553.000 gestiegen.

Auch das Missverhältnis zwischen den Bildungsbenachteiligten und der Leistungsspitze wächst. Dies schlägt sich beispielsweise bezüglich der Aufnahme eines Studiums nieder: während nur 24 Prozent der Kinder von Eltern mit einer beruflichen Ausbildung ohne Abitur ein Studium aufnehmen, sind es hingegen bei Kindern von Akademikern 79 Prozent.

Die Attraktivität einer Region als Arbeits-, Bildungs- und Wohnort hängt wesentlich davon ab, wie gut Bildungsangebot und –nachfrage zusammenpassen. Dies führt verstärkt zu regionalen Unterschieden. Der Anteil der Auszubildenden an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist beispielsweise in Ostdeutschland mit einem Wert von 3,6 Prozent im Jahr 2016 deutlich stärker gesunken als im Westen von Deutschland, wo der Anteil auf 5,2 Prozent gesunken ist.

Handlungsempfehlungen
Um den oben genannten, aber auch länderübergreifenden Differenzen zu begegnen, bedarf es verstärkter Investitionen und Koordinationsbemühungen – vor allem gemeinsame Qualitätsstandards oder Bildungsangebote erscheinen hier sinnvoll. So empfiehlt der Bericht den Aus- und Umbau von Bildungsinstitutionen, der mit der Schaffung von mehr Kita- und Schulplätzen einhergehen sollte und Bildungsangebote auch über Ländergrenzen hinweg leichter vergleichbar machen sollte.

Als Reaktion auf die steigende Bildungsnachfrage muss mehr Fachpersonal ausgebildet, aber bereits bestehendes Personal ebenso fort- und weitergebildet werden. Die Maßnahmen der Personalgewinnung sollten dabei gesamtheitlich konzipiert werden.

Insgesamt ist zur Bewältigung der Herausforderungen insbesondere Abstimmung und Kooperation zwischen den Beteiligten notwendig. Es muss sich über gemeinsame Qualitätsmaßstäbe geeinigt werden, vergleichbare Strukturen, die gleichzeitig Rücksicht auf die Heterogenität der Bildungsteilnehmer nehmen, geschaffen und gleiche Bildungschancen für alle ermöglicht werden. Hier gilt es, neue Formen der Zusammenarbeit zu entwickeln, da die großen Bemühungen für eine Weiterentwicklung des Bildungssystems nur gemeinsam von unterschiedlichen Institutionen, Gruppen und Personen gemeistert werden kann. All diese Punkte sind wichtig, damit sich Bildung weiterhin für alle lohnt und ihr Mehrwert erhalten bleibt.

 

Der gesamte Bericht ist unter folgendem Link abrufbar:

https://www.bildungsbericht.de/de/bildungsberichte-seit-2006/bildungsber...

 

Zur Original-Pressemitteilung gelangen Sie hier:

https://www.dipf.de/de/dipf-aktuell/pressemitteilungen/damit-sich-bildun...

 

Bild: Fotolia