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Qualitätssicherung in der Promotion

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Marcus Müller-Ostermaier

Governance & Management

Qualitätssicherung in der Promotion

Eine Reflexion im Spiegel der Fachkulturen

Ein Hauptaufgabengebiet des Wissenschaftsmanagements liegt in der Gestaltung und Begleitung von Qualitätssicherungsprozessen. Dem Promotionsbereich kommt dabei eine wachsende Bedeutung zu, reißen doch die Skandale um fehlerhafte Promotionen, Promotionsverfahren und deren Überprüfung nicht ab. Zudem erlangen immer mehr Fachhochschulen ein eingeschränktes, aber selbstständiges Promotionsrecht und müssen entsprechende Strukturen aufbauen. Dieser Beitrag gibt einen Einblick, wie unterschiedlich Promotionsordnungen gestaltet sind, welcher Zusammenhang zur jeweiligen Fachkultur besteht und was daraus für die Weiterentwicklung der Qualitätssicherung im Promotionswesen folgt.

Foto: Matthias Göbel

Seit etwa zehn Jahren steckt das deutsche Promotionswesen in einer Vertrauenskrise. Die Reihe insbesondere prominenter Politiker:innen, denen Plagiarismus und fehlende wissenschaftliche Qualität vorgeworfen wird, reißt nicht ab. Neben den Promovierten stehen die beteiligten Universitäten unter Druck. Schließlich verleihen sie die Titel, tragen die Verantwortung für das Verfahren, und die Betreuer:innen und Gutachter:innen sind Mitglieder ihrer Institution. Selbst die erneute Prüfung, die von den verleihenden Universitäten selbst gesteuert wird, steht immer wieder in der Kritik.

Unter dem Druck der Politik und der Öffentlichkeit wurden in schneller Folge Leitlinien zur Qualitätssicherung in der Promotion und zur guten wissenschaftlichen Praxis erstellt oder überarbeitet. Das Spektrum der Verfasser reicht von den Interessenvertretungen der Promovierenden (Promovierenden- Initiative [PI], THESIS) und der Professorenschaft (Deutscher Hochschulverband [DHV], Allgemeiner Fakultätentag [AFT]) über Verbände der Universitäten (Hochschulrektorenkonferenz [HRK], League of European Research Universities [LERU]) und Graduiertenschulen (Universitätsverband zur Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses in Deutschland [UniWiND]) bis zu außerhalb der Promotionsverfahren stehenden Wissenschaftsorganisationen (Wissenschaftsrat [WR], Deutsche Forschungsgemeinschaft [DFG], Akademien). Die Empfehlungen verbindet die gemeinsame Erwartung, dass die Vorschläge in die relevanten Normen, in erster Linie die Promotionsordnungen, übernommen werden.

Fachspezifika werden nur berücksichtigt oder deutlich, wenn die Leitlinien von einer Fachgesellschaft stammen, obwohl die Zuständigkeit für die Promotionsordnungen in den Händen der Fakultäten liegt, womit die Empfehlungen von den Rahmenbedingungen der jeweiligen Fächergruppe sowie der Akzeptanz durch die jeweilige Fachgemeinschaft abhängen. Dies wirft Fragen nach der Wirksamkeit der Empfehlungen sowie der unterschiedlichen Situation in den Fächern auf.

Fragestellung und Zielsetzung
Die Promotionspraxis zwischen den Fächern variiert stark. Das Promovierendenpanel ProFile (Hauss et al. 2012), die WiNbus-Studie (Jaksztat et al. 2012) beziehungsweise das Folgeprojekt Nacaps sowie das Statistische Bundesamt (2016) zeigen beispielsweise Unterschiede in der Anzahl der Betreuenden sowie der Promovierenden je Professor:in auf, bei der Häufigkeit des Austauschs sowie beim Einsatz von Promotionsvereinbarungen. Folglich ist erwartbar, dass die Qualitätssicherung ebenfalls unterschiedlich ausgeprägt ist. Ziel der diesem Beitrag hinterlegten Studie war es, dem Einfluss der Fachkulturen auf die Qualitätssicherung in der Promotion nachzugehen (Müller- Ostermaier 2018). Konkret ist untersucht worden, wie die Qualitätssicherung in der Promotion einige Jahre nach dem Höhepunkt der Skandale aufgestellt war, in welchem Ausmaß es fachspezifische Unterschiede gibt und worauf diese zurückgehen beziehungsweise welche Bedeutung der Fachkultur dabei zukommt.

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Fazit
Die Untersuchung zeigt auf, wie unterschiedlich sich die jeweilige Fachkultur auf die Qualitätssicherung im Promotionswesen auswirkt. Für das Wissenschaftsmanagement bedeutet dies einmal mehr, sich dem jeweiligen Arbeitsumfeld bewusst zu werden und für die Implementierung oder Überarbeitung von entsprechenden Prozessen und Instrumenten die Erwartungen und Strategien anzupassen.
Für Fachhochschulen beziehungsweise Hochschulen für angewandte Wissenschaften gilt dies besonders zu beachten, da sich der Promotionsbereich hier besonders stark wandelt und die Eigenverantwortung wächst. In mehreren Bundesländern wird forschungsstarken Bereichen an diesen Hochschulen das Promotionsrecht verliehen. Damit werden Fächer und deren professorale Vertreter:innen gestärkt, die zwar am universitären Promotionswesen bereits beteiligt waren, die jedoch in der fachhochschulischen Ausprägung kulturell anders zu bewerten sind (Multrus 2004, 283) und deren Einflussnahme auf die Gestaltung von eigenen Promotionsordnungen deshalb anders als im universitären Umfeld aussehen kann.

Außerdem erreicht das Promotionsrecht neue Professionen wie die Pflegewissenschaften, die unter dem Aspekt der Fachkultur im Promotionswesen erst einsortiert werden müssen. Auch wenn die Promotionsordnungen an den bislang wenigen betroffenen Fachhochschulen davon geprägt sind, sich gerade im Bereich der Qualitätssicherung gegenüber den Universitäten zu profilieren, so bleibt doch spannend, wie sich die jeweiligen Fachkulturen in den Prozessen der FH-Promotionen niederschlagen. Der Vorbereitung und Sensibilisierung des dortigen Wissenschaftsmanagements dient die vorangegangene Analyse.

  • Der komplette Beitrag ist im ► Onlineshop von Lemmens Medien erhältlich. Den Abonnenten der Zeitschrift Wissenschaftsmanagement steht der Beitrag in ihrem Account zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Dr. Marcus Müller-Ostermaier ist stellvertretender Leiter der Stabsabteilung Strategische Hochschulentwicklung der Hochschule München.

Foto: Matthias Göbel