Termine

Bundeswissenschaftswoche

Wichtige Termine von überregionalem Interesse.

Aktuelle Termine

Newsletter

Mit unserem Newsletter immer auf dem Laufenden.

Newsletteranmeldung

Archiv

Das Archiv bietet Ihnen ältere Ausgaben aus den Jahrgängen 2003 bis 2017 der Zeitschrift Wissenschaftsmanagement im PDF-Format kostenlos zum Download.

Zum Archiv

Themendiskussion

Diskutieren Sie unsere Themen oder schlagen Sie uns Themen für die nächsten Ausgaben vor.

Themen diskutieren
Themen vorschlagen

Aktuelle Ausgaben
Sonderausgabe 2020
Sonderausgabe 2020
special Archiv

Das Archiv bietet Ihnen die special Beilagen zur Zeitschrift Wissenschaftsmanagement aus den Jahrgängen 2004 bis 2013 im PDF-Format kostenlos zum Download.

Gibt es die richtige Transferindikatorik?

news

Wilhelm Beckmann, Vivien Findeisen und Gabriele Lang

Transfer & Peer Consulting

Gibt es die richtige Transferindikatorik?

Ein Überblick über bestehende Kennzahlenvorschläge und Empfehlungen zur Findung und Anwendung passender Indikatoren zur Steuerung von Wissens- und Technologietransferprozessen

Wissens- und Technologietransfer (WTT) hat innerhalb der letzten Jahrzehnte stark an Bedeutung gewonnen und reiht sich nicht nur im Hochschulbereich als Third Mission neben Lehre und Forschung ein (vergleiche Roessler et al. 2015, 4). Über den Hochschulbereich hinaus bewegt dieses Thema auch außerakademische Sektoren. Zur Bewertung und Steuerung der Transferaktivitäten und vor allem der Transferleistung von Transferprozessen bedarf es einer adäquaten Auswahl an Transferindikatoren zur Erreichung der Transferziele (vergleiche Molas-Gallert 2002; Hachmeister et al. 2016; Frondizi et al. 2019). Somit sollte das Interesse an einer sinnvollen Transferindikatorik bei jedem Akteur liegen, der aktiv am Transfermanagement teilnimmt. Doch welches Set an Kennzahlen ist geeignet, um die eigenen Transferaktivitäten zu beobachten und deren Leistung zu steuern?

Wissenschaftsmanagement - Entscheiden.Führen.Gestalten

Um hierzu eine Hilfestellung für Theorie und Praxis des Transfers anzubieten, nahmen sich mehrere Wissenschaftler: innen des BMBF geförderten Forschungsverbunds Transfer_i, kurz für Transferindikatorik, der Aufgabe an, den Forschungs- und Praxisstand der Transferindikatorik zu erörtern und eine Bewertung der Vielzahl an Vorschlägen unterschiedlicher Quellen vorzunehmen. Der nun folgende Beitrag stellt zum einen die Ergebnisse der theoretischen und empirischen Arbeit vor. Zum anderen präsentiert er Empfehlungen für die Entwicklung eines Kennzahlensets und gibt Auskunft darüber, welche Aspekte die Eignung einer Transferindikatorik auszeichnen. Wenn man auf der Suche nach Literatur im Forschungsfeld des Wissens- und Technologietransfers und insbesondere der Indikatorik ist, zeigt sich schnell, dass die Konzepte und Beiträge im deutschsprachigen Raum fast ausschließlich von Hochschulen, Forschungsverbünden oder wissenschaftsnahen beauftragten Expertengruppen, beispielsweise dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft oder Wissenschaftsrat, entstammen. Das kürzlich veröffentlichte White Paper des Arbeitskreises Indikatorik der TransferAllianz (2021) bestätigt dies in einer Zusammenstellung bestehender Erhebungen und aktueller Diskussionsbeiträge. Trotz der verwandten Herkunft sind die vorhandenen Indikatorikansätze sehr heterogen als Resultat der unterschiedlichen Definitionen und Dispositionen zum Transferbegriff selbst (Günther et al. 2021).

Im Transfer_i-Projekt wurde ein möglichst repräsentativer Ausschnitt bestehender Indikatorikansätze sowohl für den wissenschaftlichen Bereich als auch aus außerwissenschaftlichen Sektoren zusammengetragen, um auf diesem Weg zu einem einheitlichen Verständnis der Transferpraxis beizutragen und die Best Practices für eine Indikatorik abzuleiten. Aus 27 Studien, Papers und Projektberichten, die im Zeitraum zwischen 2011 und 2020 veröffentlicht wurden, ergab die Literaturrecherche bereits einen Rohdatensatz von 788 Indikatoren1. Die Recherche erstreckte sich zu zwei Dritteln auf deutschsprachige Quellen. Weitere vielgenutzte Quellen stammten aus dem britischen Hochschulsystem, Forschung aus EU-Projekten und internationale Hochschulrankings, beispielsweise Multirank. Alle zusammengetragenen Quellen präsentieren einen mehr oder weniger umfangreichen Vorschlag an Indikatoren in Form von Listen oder Tabellen, welche als geeignete Kennzahlen für die Leistungserfassung des Wissens- und Technologietransfers eines Transfergebers vorgestellt werden.

….

Fazit
Aus Sicht des Forschungsverbundes ist der Vorschlag eines weiteren Top-Indikatorensets für die Entwicklung einer eigenen Kennzahlensammlung nicht sinnvoll. Es ist die Aufgabe einer jeden Einrichtung sich sein eigenes an den individuellen Gegebenheiten und Zielen angepasstes Transferindikatorset zu erstellen. Nur so können die Messkennzahlen zur Zielerreichung und Entscheidungsfindung beitragen. Aus den Erkenntnissen des Forschungsverbunds Transfer_i gilt daher die Empfehlung, Kennzahlen entlang einer Prozesskette zu wählen, die bei den Wirkungszielen der Organisation oder Institution beginnt. Eine reine Messung der Transferaktivitäten ist nicht zielführend.

Ein anwendungsfreundliches Beispiel bietet der vorgestellte IOOI-Ansatz. Die Anwendung der rückwärts gedachten IOOI-Prozesslogik liefert einen wertvollen Beitrag zur Transfersteuerung, indem der Bezug zu Prozessen und Zielen hergestellt wird. Folglich können Organisationen die Transferprozesse erkennen, welche am meisten zu den Zielen beitragen und diese gezielt verbessern. Ideen für vor allem Output- und Outcome-bezogene Einzelindikatoren bieten die bestehenden Indikatorenvorschläge. Für die Entwicklung eines Indikatorensets dienen sie zweifelsfrei als wertvolle Anhaltspunkte, können aber in den wenigsten Fällen ohne Erprobung und Anpassung nicht einfach unverändert übertragen werden.

Nach dem Motto „Ein Indikator ist nur so gut wie er genutzt werden kann“ spielt die Qualität der einzelnen Kennzahl eine entscheidende Rolle. Diese ergibt sich, indem der Indikator mit den entsprechenden Bezugsgrößen ausgestattet wird (zeitlich, räumlich) und der Abwägung aus Aufwand und Nutzen. Der Forschungsverbund Transfer_i liefert hierzu ebenfalls eine Empfehlung an Kriterien. Letztlich spielt die Qualität der Vernetzung im Innovationssystem eine wesentliche Rolle und diese gilt es durch sinnvolle Transferindikatoren zu messen und zu steuern, um über alle Subsysteme hinweg Beiträge zum Innovationssystem leisten zu können.

 

  • Der komplette Beitrag ist im ► Onlineshop von Lemmens Medien erhältlich. Den Abonnenten der Zeitschrift Wissenschaftsmanagement steht der komplette Beitrag in ihrem Account zum kostenlosen Download zur Verfügung.

 

Dipl.-Wi.-Ing. (FH) Wilhelm Beckmann ist wissenschaftlicher Mitarbeiter für die Verbundleitung im Forschungsverbund „Transfer_i“ an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden. Projektleiter ist Prof. Dr. Swen Günther von der HTW Dresden.

M.Sc. Vivien Findeisen ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsverbund „Transfer_i“ an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig. Teilprojektleiter an der HTWK ist Prof. Dr. Rüdiger Wink.

M.A. Gabriele Lang ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsverbund „Transfer_i“ an der Ostbayerischen Technischen Hochschule in Regensburg. Teilprojektleiter an der OTH ist Prof. Dr.-Ing. Thomas Falter.