Wissenschaften im Vergleich
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Wissenschaften im Vergleich

Die einschlägige Literatur beschäftigt sich mit derartigen Sichtweisen, versucht, den realen Sachverhalt festzustellen, zu analysieren und zu begründen (Müller 2021). Eine deutliche Diskrepanz in der Aussagekraft von Ergebnissen experimenteller und empirischer Forschung natur- und sozialwissenschaftlicher Bereiche wird in der Literatur klar erkannt – auch die Hintergründe hierfür werden untersucht und – auf den ersten Blick – scheinbar schlüssig dargestellt (Müller 2021).
Kernaussage bekannter Untersuchungen ist die These, dass sich innerhalb naturwissenschaftlicher Forschung mit deren Ergebnissen ein transparentes Zusammenspiel weniger Parameter und weniger Unbekannter experimentell oder auch rational erfassen ließe und die daraus abgeleiteten Gesetzmäßigkeiten vor Millionen von Jahren, heute und in Millionen von weiteren Jahren sowie darüber hinaus an jedem beliebigen Ort des Universums Gültigkeit haben würden, während dies im Fall der Sozial- und Geisteswissenschaften in dieser Form nicht gegeben sei (Müller 2021). Bei den letzteren Wissenschaften seien die betrachteten Systeme infolge der hohen Zahl an Unbekannten und Parametern einfach zu komplex, um deutliche Korrelationen und Abhängigkeiten zwischen einzelnen Parametern zu erkennen und daraus allgemeingültige Aussagen abzuleiten; darüber hinaus sei eine beobachtete Konsequenz ein und desselben Sachverhalts nicht von einer zeitlichen Epoche auf eine andere oder von einem bestimmten Land auf ein anderes kategorisch übertragbar, wie es in den Naturwissenschaften der Fall sei (Müller 2021).
Aus Autorensicht sind diese Betrachtungen im Ansatz nachvollziehbar und scheinbar schlüssig. Es soll daher hier anhand einiger Beispiele überlegt werden, ob und wie dieser Situation erfolgreich entgegengewirkt werden kann.
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Fazit
Die Literatur hat sich bisher divergent in der Bewertung von Aussagekraft und Gewicht geistes- und sozialwissenschaftlicher gegenüber naturwissenschaftlicher Forschung gezeigt (Müller 2021; Hafner 2006; Mayntz 2005; Klein/Rietschel 2007; Peters 2018; Weik 2001). Während einige Autoren sich klar darüber zu sein scheinen, dass ein experimenteller Zugang zur Herleitung von Gesetzmäßigkeiten in den Geistes- und Sozialwissenschaften im Gegensatz zu den Naturwissenschaften nicht gegeben sei (Müller 2021; Hafner 2006) und auch das Fokussieren auf Kausalzusammenhänge, wie sie in der naturwissenschaftlichen Forschung üblich sei, nicht die Zielsetzung in den Geistes- und Sozialwissenschaften wäre (Klein/Rietschel 2007), sehen andere Autoren den tatsächlichen Sachverhalt wie dargestellt völlig anders (Mayntz 2005; Peters 2018; Weik 2001).
Eine etwaige Diskrepanz im Ansehen beider Wissenschaftsbereiche wird auf eine mangelnde Akzeptanz der auf eine fachferne Öffentlichkeit kompliziert wirkenden Fachsprache geistes- und sozialwissenschaftlicher Vertreter zurückgeführt, während man den Naturwissenschaftlern dies zugestehe, da Themen aus diesem Bereich sowieso keine Alltagsthemen seien wie es gerade Inhalte der Geistes- und Sozialwissenschaften aber doch wären (Peters 2018).
Berücksichtigt sei aus Autorensicht, dass die Forschungsaspekte gerade der Geisteswissenschaften das menschliche Denken und die Werke geistigen Schaffens (Köck 2007, 181) sowie die jeweilige Gefühlssituationen von Menschen sind und diese allesamt durch naturwissenschaftlich erklärbare Mechanismen biologischer, bioenergetischer und elektrochemischer Natur innerhalb von Organismen gelenkt werden. Unter diesem Gesichtspunkt bildet wahrscheinlich die Psychologie einen fundamentalen Brückenkopf zwischen Geistes- und Sozialwissenschaften sowie Naturwissenschaften.
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Wenn man auf geistes- und sozialwissenschaftlicher Ebene aus den so entdeckten Gesetzmäßigkeiten für die Zukunft lernen will, muss man jedoch, wie es auf naturwissenschaftlichem Terrain ja größtenteils auch gemacht wird, die gewonnenen Erkenntnisse dauerhaft akzeptieren und sich dementsprechend verhalten. Beispielsweise wirft man einen Stein nicht vertikal in die Höhe und bleibt an selber Stelle darunter stehen, wenn man einmal erkannt hat, dass der Stein gemäß der Gravitationskraft FG = m g – mit Masse m und Erdbeschleunigung g – mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wieder herunterfällt.
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Dr. Achim Loose hat nach seinem Studium der Chemie an der TU Clausthal im Fach „Physikalische Chemie“ an der TU Braunschweig promoviert und an der FernUni Hagen BWL studiert. Seit 2006 ist er Geschäftsführer der NORDANTEC GmbH in Bremerhaven, die auf dem Gebiet der Entwicklung und Produktion von Messgeräten zur chemischen Analytik arbeitet. Foto: privat



















