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Wie Phönix aus der Asche

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Aktuelle Diskussion

Innovationsschübe durch Irrwege und Skandale

Wie Phönix aus der Asche

Dr. Thomas Etheber, CFA, Dozent an der Goethe Business School im House of Finance, Frankfurt

„In jeder Krise liegt auch eine Chance“ – so lautet ein bekanntes Sprichwort. Übertragen auf die Finanzbranche müsste acht Jahre nach der größten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit die Frage lauten, wer diese Chance tatsächlich genutzt hat. Etablierte Marktteilnehmer wie etwa Banken oder doch eher andere Player wie technologieaffine FinTech Unternehmen?

Foto: Privat

Jedenfalls haben Banken bis heute mit den Nachwehen der Krise zu kämpfen, zum Beispiel in Form eines historisch niedrigen Zinsniveaus oder durch die erheblich verschärfte Regulierung. Insbesondere bei einigen Großbanken belasten weiterhin diverse Altlasten den Geschäftserfolg. Allein die 16 größten global agierenden Banken mussten im Zeitraum von 2010 bis Anfang 2015 Kosten in Höhe von 306 Milliarden US-Dollar für Rechtsstreitigkeiten und Schadensersatzzahlungen tragen (CCP Research Foundation 2015). Ob die Flut an Skandalen im Finanzsektor in Zukunft wenigstens abebbt, ist weiterhin fraglich. Da wundert es nicht, dass diverse Umfragen Banken einen erheblichen Vertrauensverlust in der Kundschaft attestieren.

Mit anderen Worten werden Dienstleistungen von Banken insgesamt kritischer beurteilt und die Analyse des Bankberaters wiegt eben nicht mehr so viel wie früher. Hinzu kommt, dass sich der Markt für Finanzdienstleistungen grundlegend verändert hat. Verbraucher sind besser informiert als je zuvor und damit anspruchsvoller. Die mittlerweile zahlungskräftigen Digital Natives sind ohnehin längst reibungslose digitale Geschäftsprozesse gewohnt und sind durchaus wechselwillig gestimmt. Das klassische Filialgeschäft mit vorgegebenen Öffnungszeiten schrumpft. Neue spezialisierte Wettbewerber haben einen technologischen Vorsprung und buhlen nicht nur auf dem Online-Vertriebsweg aggressiv um die Kundschaft. Ohnehin herrscht erheblicher Margendruck und selbst die ehemals stolzen Großbanken sind auf der Suche nach zukunftsfähigen Geschäftsmodellen.

Die Herausforderungen für traditionelle Finanzdienstleister sind offenbar vielfältig und ausgesprochen hoch. Umso mehr Sprengstoff beinhaltet die bekannte Aussage von Bill Gates aus den 90er Jahren: „We need Banking, but we need no Banks.“ In der Tat möchte aktuell ein ganzer Schwarm hoch spezialisierter FinTech Unternehmen den etablierten Finanzdienstleistern die Marktanteile streitig machen. Allein die Vielzahl der neuen Konkurrenten führt dazu, dass aktuell kaum jemand über einen gesamtheitlichen Marktüberblick verfügt. Die meisten Marktbeobachter gehen von mehreren Tausend FinTech Unternehmen weltweit aus (etwa McKinsey 2016: 12.000) – Tendenz weiterhin steigend.

Gesamte Wertschöpfungskette im Blick
Obwohl die wenigsten FinTechs sich im voll regulierten Raum bewegen und in Deutschland kaum eines überhaupt über eine Banklizenz verfügt, fungieren sie eben nicht mehr nur als reine IT-Zulieferer. Vielmehr greifen FinTechs die gesamte Wertschöpfungskette von Finanzdienstleistern an. Einige übernehmen mittlerweile sogar die klassischen Intermediärsfunktionen von Banken. So zum Beispiel in der Kreditvermittlung, dem Währungsgeschäft, dem Crowdfunding oder der Zahlungsabwicklung. Diese Geschäftsfelder werden durch die Technologien dieser zumeist sehr jungen Unternehmen zunehmend von den Banken weg auf eine Peer-to-Peer Ebene gehoben. Auf der anderen Seite übernehmen aber auch ausgereifte statistische Methoden die Analyse der Kundendaten und schaffen so personalisierte Dienstleistungen, die exakt an die Bedarfe des Einzelnen angepasst sind. Letztlich lassen sich mittlerweile sogar recht einfach vollwertige Banking-Lösungen gestalten, indem ganze Dienstleistungen mitsamt der regulatorischen Compliance und den zugehörigen Kernbanksystemen von spezialisierten Dienstleistern aus der Cloud bezogen und nahtlos in die eigenen Geschäftsprozesse integriert werden (sogenanntes Banking-asa- Service – BaaS).

Fazit
Die Geschwindigkeit mit der die Digitalisierung die Finanzbranche verändert ist extrem hoch und das Ausmaß der Veränderung ist enorm. Zwar werden viele FinTechs die erste Euphorie des FinTech-Hypes nicht überleben, trotzdem sind der zugrundeliegende Strukturwandel und die damit einhergehende Innovationskraft real. Über kurz oder lang wird keines der bestehenden Geschäftsfelder von Finanzdienstleistern unberührt bleiben. Das technologische Know-how liegt bereits heute oftmals eher bei den Innovatoren als bei den Banken. Dennoch lassen sich die (noch) bestehenden Wettbewerbsvorteile wie zum Beispiel die starke Finanzkraft, die große Menge an etablierten Kundenbeziehungen oder die bestehenden Finanzinfrastrukturen nicht einfach wegdiskutieren.

Andererseits wachsen auch die Investitionsvolumina in der FinTech- Industrie exponentiell. Mit anderen Worten, die etablierten Finanzdienstleister sollten handeln und das schnell, sofern sie nicht eine drastische Umverteilung von Marktanteilen oder gar eine Deklassierung hin zum reinen Finanzinfrastrukturanbieter riskieren möchten.

Foto: Privat

Den ausführlichen Kommentar und Beiträge zum Schwerpunkt „Management in Wissenschaftseinrichtungen im Vergleich zu FuE" lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von WISSENSCHAFTSMANAGEMENT.