Vom Depot zur Forschungsinfrastruktur
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Vom Depot zur Forschungsinfrastruktur

Forschungsbauten müssen heute deutlich mehr leisten als die reine Bereitstellung von Flächen. Neben Laboren, Bibliotheken und Institutsgebäuden gewinnen hochspezialisierte Sammlungs- und Archivbauten zunehmend strategische Bedeutung für Forschung, internationale Kooperationen und Wissenstransfer. Besonders Einrichtungen mit umfangreichen wissenschaftlichen Beständen benötigen Gebäude, die konservatorische Anforderungen ebenso erfüllen wie wissenschaftliche Nutzung, Digitalisierung und moderne Arbeitsprozesse.
Mit dem neuen Depot- und Forschungsgebäude des Deutschen Bergbau-Museums Bochum wird diese Entwicklung konkret sichtbar. Auf dem historischen Gelände des Bochumer Vereins entsteht ein Zentrum, das Sammlung, Forschung und Restaurierung räumlich und organisatorisch zusammenführt. Das Projekt macht zudem deutlich, wie sich die Rolle wissenschaftlicher Depotbauten verändert: Sie dienen nicht mehr ausschließlich der Lagerung, sondern werden zu wesentlichen Bausteinen wissenschaftlicher Wertschöpfung.
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Fazit
Mit dem Bergbaudepot Bochum entsteht ein Forschungsbau, der für die nächste Generation wissenschaftlicher Infrastruktur steht. Das Gebäude integriert Depot, Forschung, Restaurierung und moderne Arbeitswelten und entwickelt daraus eine neue Typologie sammlungsnaher Wissenschaftsbauten. Der besondere Wert des Projekts liegt dabei nicht allein in seiner identitätsstiftenden Gestaltung, sondern in der konsequenten Verknüpfung von wissenschaftlicher Nutzung, betrieblicher Organisation und langfristiger Entwicklungsfähigkeit. Sammlung und Forschung werden nicht getrennt organisiert, sondern räumlich und funktional zusammengeführt.
Künftige Forschungsinfrastrukturen werden stärker als integrierte Systeme gedacht: flexibel, interdisziplinär, technisch hochspezialisiert und langfristig anpassbar. Das Bergbaudepot Bochum zeigt damit exemplarisch, wie wissenschaftliche Infrastruktur heute konkrete räumliche Antworten auf die Anforderungen zukünftiger Forschung geben kann: als identitätsstiftender Ort zwischen Industriegeschichte, Wissenschaft und nachhaltiger Transformation.
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Die Carpus+Partner AG erhielt den Zuschlag im europaweiten Vergabeverfahren nach VgV, in dem die Architekten Michael Lohmann und Paul Borucki den Wettbewerbsentwurf erstellten. Bearbeitende Architekten und Autoren dieses Beitrages: Dipl.-Ing. Architekt Friedhelm Nußbaum, M.A. Architekt Eric Demary und M.A. Architektur Karolos Renson. Die Carpus+Partner AG ist ein international tätiges Beratungs- und Planungsunternehmen mit 300 Mitarbeiter:innen an sechs Standorten in Deutschland mit Hauptsitz in Aachen.
Foto: Hauke Dressler/Deutsches Bergbau-Museum Bochum



















