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"Sicherheitswächter für Netze der Zukunft", "DFKI und ZeMA eröffnen Zentrum für Produktionstechnik/Industrie 4.0" und "Passauer Team erforscht Akzeptanz von Datenbrillen"

news

Ralf Bohlsen

Neues aus der Forschung

"Sicherheitswächter für Netze der Zukunft", "DFKI und ZeMA eröffnen Zentrum für Produktionstechnik/Industrie 4.0" und "Passauer Team erforscht Akzeptanz von Datenbrillen"

03.10.2015 - 05.10.2015

In dieser Rubrik fassen wir in loser Folge interessante Pressemeldungen aus der Forschung und Wissenschaftseinrichtungen zusammen. Ebenso berücksichtigen wir ausgewählte Veranstaltungshinweise. Wir verlinken für Sie die jeweilige Meldung. Ihre Redaktion.

Bild: Rainer Sturm www.pixelio.de

Sicherheitswächter für Netze der Zukunft
Fraunhofer SIT

Mit Software-Defined Networking (SDN) können Unternehmen ihre Computer-Netzwerke flexibel managen und so Kosten sparen. Zur Absicherung dieser software-basierten Netze hat Fraunhofer SIT OrchSec entwickelt, eine Konzeptstudie, mit der sich Angriffe auf SDN-Netzwerke automatisiert erkennen und abwehren lassen. Das Besondere an der Entwicklung, die das Institut vom 6. bis 8. Oktober auf der it-sa Sicherheitsmesse in Nürnberg am Stand 436 zeigt: Die Abwehrmechanismen sind in einzelne Software-Module gekapselt, die sich besonders leicht anpassen und ergänzen lassen. Mit Hilfe des OrchSec-Konzepts und den Software-Modulen des Fraunhofer SIT können etwa Hersteller von SDN-Controllern die Sicherheit ihrer Produkte enorm verbessern.

Herkömmliche Netzwerke bestehen aus unterschiedlichen Komponenten, die aufwendig abgestimmt werden müssen. Deshalb nutzen immer mehr Unternehmen Software-Defined Networking: Damit lässt sich das gesamte Unternehmensnetzwerk zentral steuern und flexibel auf unterschiedliche Situationen anpassen. Mittels Virtualisierung werden Kontrollschicht (Control Plane) und Datenschicht getrennt. Während die Datenschicht in den Geräten – Router, Switches, Firewalls – nur noch das Empfangen und Senden von Paketen übernimmt, bilden ein oder mehrere Controller eine Kontrollschicht. Diese übernimmt die gesamte Flusskontrolle und regelt die Verarbeitung der Datenströme. Das macht sie jedoch auch zu einem attraktiven Ziel für Hacker. Mit OrchSec erhalten SDN-Netze eine weitere Schicht, die sicherheitsrelevante Informationen sammelt und analysiert. Mit deren Hilfe lassen sich typische Angriffe erkennen und passende Schutzreaktionen auslösen.

https://www.sit.fraunhofer.de/de/news/aktuelles/presse/details/news-arti...

 

DFKI und ZeMA eröffnen Zentrum für Produktionstechnik/Industrie 4.0
Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH DFKI

Das „Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz“ (DFKI) und das „Zentrum für Mechatronik und Automatisierungstechnik“ (ZeMA) geben heute den Startschuss für das Zentrum für Produktionstechnologien in Saarbrücken. „Power4Production“ (P4P) wird Ansprechpartner für die saarländische Wirtschaft. Im Mittelpunkt des Zentrums „Power4Production“ (P4P) steht die intelligente Vernetzung von Produkten und Produktionsumgebungen der industriellen Wertschöpfung. Dabei geht es im ersten Schritt um Themen wie direkte Kommunikation zwischen Werkstück und Maschine und um die Mensch-Roboter-Kommunikation (MRK) in Verbindung mit sogenannten Cyber-Physischen-Produktionssystemen. Dazu kommen Fragestellungen rund um Themen wie robuste Netze, Cloud-Computing und Energieeffizienz in der Produktion. Das neue Zentrum P4P soll den Unternehmen dementsprechende Hilfestellungen bieten und in die Zukunft gerichtete Vorarbeiten für den Standort Saarland leisten. Die wissenschaftliche Arbeit am Zentrum soll einen aktiven Beitrag zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der saarländischen Industrie leisten. Das DFKI und das ZeMA ergänzen sich in idealer Weise in ihren Kompetenzen aus Informatik, Künstlicher Intelligenz und Ingenieurwissenschaften.

Das neue Zentrum wird durch die Professoren Müller und Wahlster gleichberechtigt geleitet. Die Schwerpunkte werden neben der Forschung im Themengebiet Industrie 4.0 der Aufbau eines Unternehmensnetzwerks sein, welches aktuelle Herausforderungen aus der betrieblichen Praxis bearbeitet. Ergänzt werden soll das Leistungsspektrum von P4P durch Fort- und Weiterbildungsangebote für Mitarbeiter und Führungskräfte aus Unternehmen.

http://www.dfki.de/web/presse/pressemitteilungen_intern/2015/dfki-und-ze...

 

Passauer Team erforscht Akzeptanz von Datenbrillen
Universität Passau

Mit technischen Systemen interagieren und dabei die Hände frei haben: Datenbrillen, z.B. Google Glass oder Epson Moverio, versprechen grundsätzlich großes Potential für Job und Lebensalltag. Mögliche Anwendungsbereiche reichen von der Kommunikation im Büro über den gezielten Informationsabruf in der Fertigungshalle bis hin zum mobilen Datenzugriff zuhause und unterwegs. Dennoch reagieren viele potenzielle Nutzerinnen und Nutzer mit Ablehnung oder haben zumindest Bedenken. Warum das so ist, haben Passauer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersucht – und daraus Empfehlungen entwickelt, was Hersteller künftig beachten können, um eine größere Akzeptanz der Brillen zu erreichen.

Die Untersuchung am Lehrstuhl für Informatik mit Schwerpunkt Eingebettete Systeme mit dem Titel „Don’t look at me that way! – Understanding User Attitudes Towards Data Glasses Usage“ präsentiert die Ergebnisse eines zweistufigen Ansatzes: Zum einen wurden in einer Fokusgruppe mit sieben Teilnehmerinnen und Teilnehmern mögliche Einsatzszenarien identifiziert und hinsichtlich ihres Konfliktpotentials klassifiziert. Zudem wurden in einer vertiefenden Benutzerstudie mit 38 Teilnehmern insgesamt 14 verschiedene Einsatzszenarien in 84 Variationen untersucht. Neben dem verwendeten Gerät wurde dabei auch die Perspektive, aus der die Szene gezeigt wurde, variiert.

Wird dieselbe Situation anders bewertet wenn sie aus der Perspektive des Benutzers (1. Person) bzw. aus der Perspektive eines Gegenübers (2. Person) betrachtet wird? „Wir sind dabei insbesondere auf die Unterschiede in der Wahrnehmung der Nutzung von Datenbrillen im Vergleich zu etablierten Geräten, beispielsweise Smartphones, eingegangen“, sagt Marion Koelle, die die Studie zusammen mit Lehrstuhlinhaber Prof. Dr. Matthias Kranz verfasst hat. „Vereinfacht gesagt, haben wir eine Methode entwickelt, gesellschaftliche Akzeptanz szenario-bezogen quantitativ messbar zu machen. Gleichzeitig zeigen wir auf, welche Faktoren die Einstellung der Zielgruppe zur Nutzung von Datenbrillen beeinflussen können.“

Durch die Nutzerstudie konnte gezeigt werden, dass die Kommunikation der Intention der Nutzung in mehreren Szenarien relevant für die Bewertung durch die Teilnehmer war. Für die Szenarien in Arbeitskontexten wurden keine signifikanten Unterschiede festgestellt. Dies legt den Schluss nahe, dass Datenbrillen im beruflichen Kontext bereits implizit als Werkzeug interpretiert werden. „Schlussendlich lässt sich für die Entwicklung zukünftiger Datenbrillen eine Konzentration auf klar abgegrenzte, aufgaben-orientierte Anwendungen und Anwendungsbereiche empfehlen“, fasst Matthias Kranz zusammen. „Im Gegensatz zu Smartphones ist hier nicht das Eines-für-Alles-Gerät vielversprechend, sondern das dedizierte Gerät für eine bestimmte, klar umrissene Aufgabe. Ein bereits heute verfügbares Beispiel ist eine intelligente Skibrille, wie sie z.B. von der Firma Recon vertrieben wird: Dem Sportler werden unter anderem seine aktuelle Position und Geschwindigkeit angezeigt.“ Sein Team indes widmet sich bereits der Folgefrage und untersucht, wie Datenbrillenträger kommunizieren müssen, um möglichst hohe Akzeptanz zu erreichen – und nicht länger die „Glassholes vom Dienst“ zu sein.

http://www.uni-passau.de/bereiche/presse/pressemeldungen/meldung/detail/...

 

 

Bild: Rainer Sturm/pixelio www.pixelio.de