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Politik-Dialog mit wissenschaftlichem Nachwuchs

news

Gerrit Rößler u. Redaktion Wissenschaftsmanagement

Forschungsmarketing

Politik-Dialog mit wissenschaftlichem Nachwuchs

GAIN: Vorbereitung des Wissenschaftsmanagements auf das Jahrestreffen 2017

Die deutsche Wissenschaft hat eine verlässliche politische Rückendeckung und betreibt nachhaltig internationales Marketing. Das 16. Jahrestreffen des German Academic International Network – GAIN – in Washington D.C. zeigte wieder, dass die Regierungsparteien dem Hochschul- und Forschungssystem einen Zukunftsbeitrag zumessen. Zwei Vertreterinnen und Vertreter der SPD- sowie drei der CDU/CSU-Bundestagsfraktion waren gekommen. Sie mischten sich ein, sprachen mit deutschen Nachwuchswissenschaftlern vom Frühstück bis nach Mitternacht, machten Vorschläge und mahnten: Es dürfe nicht zu Stellenhülsen bei den kommenden 1.000 Tenure Track-Positionen kommen, die nicht dauerhaft von den Ländern finanziert würden. Es seien zudem Perspektiven für den Nachwuchs zu entwickeln, die auch alternative Laufbahnen umfassten. Hierbei müsse besonders die Karrierephase nach dem Postdoc gestaltet werden, so lautete die lobende und fordernde Politik, auch mit Blick auf das Wahljahr 2017 und dem dann folgenden 17. GAIN-Treffen.

Bild: Lichtkunst.73 www.pixelio.de

Die fünf Mitglieder des Bundestagsausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung erlebten auch, dass das Wissenschaftsmanagement zu einem erkennbaren Pfeiler der beruflichen Architektur wird. Neben Chancen in Forschung und Lehre informieren sich immer häufiger GAIN-Mitglieder über Aufgaben im Management von Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Auch die Option Unternehmensgründung gehört dazu. Alexandra Dinges-Dierig, CDU/CSU, bringt es auf den Punkt: „Es ist geboten, über eine neue Personalkategorie in der Wissenschaft nachzudenken, die gleichwertig mit der der Professoren-Karriere zu sehen ist – das kann gegebenenfalls auch das Wissenschaftsmanagement sein.“ Und Simone Raatz, SPD, ergänzt: „Es ist zu überlegen, wie in künftigen Förderprogrammen neue Karriereoptionen einzubeziehen sind.“

Keine Sicherheit nötig – aber Perspektiven erwartet
Die GAIN-Mitglieder nutzten die Dialoge und machten klar, dass sie realistisch die Zukunft sähen. „Man muss uns richtig verstehen, wir erwarten keine Sicherheit, die es nicht geben kann, was wir benötigen, sind aber verlässliche Perspektiven, um nach Deutschland zurückzukehren“, sagt Simone Schürle, MIT Boston und Unternehmerin im Abschlusspanel. Damit sprach sie vielen der über 280 jungen Wissenschaftler aus dem Herzen. Fast drei Tage tauschten sich die GAIN-Mitglieder mit Vertretern der deutschen Wissenschaftspolitik und -organisationen sowie dem Bundesministerium für Bildung und Forschung aus. Die Beratung zu Karriereoptionen in Deutschland wird hierbei immer vielfältiger und beliebter.

GAIN, die Gemeinschaftsinitiative der Alexander von Humboldt-Stiftung, des Deutschen Akademischen Austauschdienstes und der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der die Hochschulrektorenkonferenz sowie alle großen Forschungsförderorganisationen als assoziierte Mitglieder angehören, gilt jährlich auch als ein Stimmungsbarometer zum Image des deutschen Hochschul- und Forschungsstandortes. Die große Zahl der Vertreter aus den Leitungsebenen der Organisationen unterstreicht den Stellenwert dieses Treffens. Überwiegend waren Rektoren und Präsidentinnen selbst angereist. Die Befragung der Teilnehmer und Aussteller zeigt Erwartungen und Trends. Bei der begleitenden Talent Fair präsentierten sich über 70 Einrichtungen.

Ergebnis eins: organisatorische Anhaltspunkte
Der Rücklauf auf die Befragungen war mit 140 von 283 bei den Teilnehmern und mit 90 von 178 bei den Ausstellern jeweils sehr gut. 56,1 Prozent der Teilnehmer hat die Veranstaltung sehr gut gefallen, 33,8 Prozent bewerteten die Veranstaltung insgesamt als gut. 7,9 Prozent hat die GAIN 2016 zum Teil gefallen und 2,1 Prozent der Befragten (drei) bewerteten sie als schlecht, keiner als sehr schlecht. 73,7 Prozent fanden, dass sie individuell durch die Tagung neue Impulse für ihre weitere Karriereplanung bekommen hätten, für 2,3 Prozent war dies nicht der Fall. 24,1 Prozent der Befragten fanden, dass sich dies noch nicht beurteilen ließe.

52,2 Prozent der Ausstellenden bewerteten die GAIN-Jahrestagung als sehr gut und 44,4 Prozent als gut. 3,3 Prozent der Aussteller hat die Jahrestagung zum Teil gefallen. Die Talent Fair bewerteten 40,5 Prozent der Ausstellenden mit sehr gut, 49,4 Prozent mit gut und 10,1 Prozent mit teils/teils.

Dieses Stimmungsbild zeigt, dass das gemischte Format aus Beratungs- und Informationsworkshops, politischen Runden, in Kombination mit der Talent Fair – gespickt mit vielen Gelegenheiten zum Netzwerken – die Bedürfnisse der Zielgruppen bedient. Es zeigt sich, dass beide Gruppen mit unterschiedlichen Erwartungen an die Tagung herangehen. Während die Teilnehmenden Beratung, Karriereimpulse und Vernetzung sowohl untereinander als auch mit deutschen Vertretenden suchen, sind die Ausstellenden nicht zuletzt an einer guten Darstellung der eigenen Einrichtung, gegenüber den Teilnehmenden wie auch den anderen Ausstellenden, interessiert. Nicht immer gehen diese Ziele Hand in Hand.

Die Teilnehmenden wünschen sich vor allem konkrete Beratungsangebote wie einen Check der CV- und Bewerbungsmappen: Hier sehen sie Defizite bei der Vorbereitung ihrer eigenen Rückkehr in den deutschen Arbeitsmarkt. Bei den Informationssessions sind sie weniger an überblicksartigen „Rundumschlägen“ – so die formulierte Meinung – durch die deutsche Forschungslandschaft interessiert. Mehr konkrete Hinweise und Erfahrungsberichte, die die eigenen Bewerbungsziele und -strategien in einen individuellen Kontext stellen können, werden verlangt. Gewünscht wurde ein Blick „hinter die Kulissen“ und nicht einer „in die Broschüren“ der teilnehmenden Forschungsinstitutionen.

Daher wurden kleinere und interaktive Beratungsformate wie runde Tische, Einzelgespräche und „speed pitches“ bevorzugt. Daran lässt sich auch ein Bedürfnis nach Mentoring und Coaching erkennen, was Tagungen wie diese normalerweise nicht umfassend bieten können. In diesem Zusammenhang empfanden die Teilnehmenden die hohe Präsenz an Leitungsspitzen aus Hochschule, Forschung und Politik als sehr wertvoll. Die Möglichkeit, intensive Einzelgespräche zu führen, wurde von beiden Seiten als produktiv und gewinnbringend gesehen.

Gemischt fiel das Urteil gegenüber dem digitalen Matchmaker aus. Hier hatten alle Beteiligten die Möglichkeit vor der Tagung gegenseitig Einrichtungsprofile und CVs einzusehen. Gesprächstermine konnten vereinbart werden. Nach Meinung von Teilnehmenden und Ausstellenden sei das Konzept zwar gut und der Mehrwert schon jetzt spürbar gewesen, bedürfe aber in der Praxis noch einiger Verbesserung. Vor allem eine optimierte Suchfunktion und eine konsequentere und proaktivere Nutzung durch die Aussteller wurden gewünscht.

Ergebnis zwei: inhaltliche Schlussfolgerungen
Schon seit Jahren wird bei den Teilnehmenden die Sorge um die Verlässlichkeit und Planbarkeit wissenschaftlicher Karrieren deutlich. Hier zeigte sich die Notwendigkeit einer besseren und ehrlicheren Kommunikation von Seiten der wissenschaftspolitischen Strategien. Gute Programme und Ideen führen nicht automatisch zu einem Gefühl der Sicherheit und Zuversichtlichkeit. Für GAIN ist daher das Mutmachen durch positive Beispiele und durch Einblicke in den wissenschaftspolitischen Prozess ein wesentlicher Bestandteil der Tagung.

Chancen für das Management: Es gehört auch dazu, die Vorurteile abzubauen, denen Nachwuchsforscher, die sich gegen eine Professur entscheiden, oft ausgesetzt sind. Für viele ist dieser Schritt mit Scham und Selbstzweifeln behaftet. Hier gilt es, von vornherein ein realistisches Bild zu zeichnen und die Bedeutung von Karrieren jenseits der Professur hervorzuheben. Vielen Teilnehmenden scheint, nach eigener Aussage, insgesamt nicht die volle Bandbreite wissenschaftlicher Karrieren bewusst zu sei. Viele gaben an, dass sie erst durch Veranstaltungen wie GAIN Alternativen zur Universitätslaufbahn kennengelernt und zum Beispiel einen Zugang zu konkreten Informationen zu Karrieren in Wissenschaftsmanagement und -kommunikation bekommen hätten. Hier müsse das Wissenschaftsmanagement auch in den eigenen Einrichtungen noch viel Aufklärungsarbeit leisten, so eine der Empfehlungen der GAIN-Mitglieder. Dazu besteht dann in San Francisco vom 25. bis 27. August 2017 die nächste Gelegenheit.

Bild: Lichtkunst.73 www.pixelio.de