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Haben wir genug Raum für risikoreiche Forschung in Deutschland? – die Erste!

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Aktuelle Diskussion

FORSCHUNGSRISIKO I

Haben wir genug Raum für risikoreiche Forschung in Deutschland? – die Erste!

Dr. phil. Wilhelm Krull, Generalsekretär der VolkswagenStiftung

Wenn wir über Risiken im Forschungsprozess sprechen, gilt es zunächst einmal zu differenzieren zwischen verschiedenen Fächergruppen, methodischen Herangehensweisen und Untersuchungsgegenständen. Während beispielsweise in den experimentellen Naturwissenschaften eine gewagte Idee und ihre Umsetzung in apparativ unterstützte Forschungsprozesse gleich mehrfach misslingen und am Ende völlig scheitern kann, handelt es sich in den Geisteswissenschaften zumeist um Risiken, die in einer nicht hinreichend gesicherten Quellengrundlage, mangelnder Originalität der Fragestellung oder in gleich mehreren, parallel erscheinenden Monografien und deren unterschiedlicher Ausleuchtung des Gegenstands begründet sein können. Kritische Rezensionen oder gar Verrisse der jeweiligen Publikation dürften die Reputation des Autors erheblich schmälern. Sie bieten aber auch Anlass zum Gelehrtenstreit und damit zur Chance, weitaus mehr Aufmerksamkeit als gemeinhin üblich auf das entsprechende Werk zu lenken.

Foto: Mirko Krenzel/VolkswagenStiftung

Sowohl die Rahmenbedingungen in Universitäten und Forschungseinrichtungen als auch die Förderangebote von Drittmittelagenturen und Stiftungen müssen sich daran messen lassen, welche Freiräume sie für die kreativsten Forscher eröffnen, um zu grundlegend neuen Erkenntnissen zu gelangen. Ein Klima gegenseitigen Vertrauens und der gemeinsamen Verantwortung gehört zu den wesentlichen Voraussetzungen, Risikobereitschaft, Fehlertoleranz und Durchhaltevermögen bis zum glücklichen Moment der Inspiration oder der Entdeckung nachhaltig zu befördern.

Genau daran scheint es jedoch in vielen Institutionen zu mangeln. Zwar verfügen heutzutage die meisten Hochschulleitungen über Möglichkeiten zur Anschubfinanzierung für neue Forschungsvorhaben, diese werden jedoch beinahe ausschließlich dafür eingesetzt, die Vorbereitung großer Drittmittelverbünde wie etwa Sonderforschungsbereiche, Kollegs oder Exzellenzcluster zu unterstützen. Eine erste Exploration radikal neuer Forschungsideen scheint dagegen zu riskant zu sein – nicht zuletzt mit Blick auf spätere Rechenschaftslegung.

Genau an diesem Punkt setzen zwei Förderinitiativen der VolkswagenStiftung an. Mit „Experiment! – Auf der Suche nach gewagten Forschungsideen“ bietet sie seit 2013 Natur-, Lebens- und Ingenieurwissenschaftlern die Möglichkeit, sich mit einem Kurzantrag um Mittel für die Exploration einer neuen, vielversprechenden Idee, deren Förderaussichten wegen eines noch vagen, frühen Stadiums oder einer unorthodoxen Herangehensweise aus den etablierten Förderangeboten herausfallen würden, zu bewerben. 2015 wurde eine vergleichbare, aber partiell anders ausgerichtete Förderinitiative für die Geisteswissenschaften auf den Weg gebracht. Sie trägt den Titel „Originalitätsverdacht? Neue Optionen für die Geistes- und Kulturwissenschaften“ und zielt ebenfalls auf die Exploration neuer Gedankenpfade.

Das wichtigste Kriterium bei der Beurteilung der jeweiligen Anträge ist das Potenzial an erkenntnisgewinnender Originalität. Dieses abzuschätzen stellt die Stiftung wie auch die von ihr zu Rate gezogenen Gutachter vor besonderen Herausforderungen, denn nur allzu oft unterliegen Begutachtungsprozesse der Tendenz zur Mainstreambildung. Da Konsens und Innovation in einem Spannungsverhältnis zueinander stehen, kann auch ein starkes Plädoyer eines einzelnen Jurymitglieds zu einer positiven Förderentscheidung führen.

Fazit
Zur nachhaltig wirksamen Erweiterung der Spielräume für risikoreiche Forschung reichen die skizzierten Verfahren bei Weitem nicht aus. Es bedarf dringend zusätzlicher, verlässlicher Förderstrukturen (wie zum Beispiel mit den Freigeist Fellowships und den Lichtenberg-Professuren), die besonders kreativen Forschern Geld, Raum und Zeit von fünf bis acht Jahren zur ergebnisoffenen Suche nach neuen Erkenntnissen zur Verfügung stellen. Letztlich sind dafür auf Seiten der Forscher, der Hochschulleitungen und der Verantwortlichen in den Förderinstitutionen vor allem drei Dinge vonnöten: Mut, Entschlusskraft und gemeinsames Durchhaltevermögen!

Den ausführlichen Kommentar und Beiträge zum Schwerpunkt "Optimierung der Rahmenbedingungen für F&E-Projekte" lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von WISSENSCHAFTSMANAGEMENT.

Foto: Mirko Krenzel/VolkswagenStiftung