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Gesundheitsassistenten ++ Transferförderung ++ Grundlagenforschung + Komplexe Netzwerke ++ Quantencomputing ++ Produktionstechnologie ++ Wissensproduktion ++ Kommunikationsforschung ++ Studienangebote ++ Innovationskultur ++ Veranstaltungen

news

Ralf Bohlsen

Aktuelles aus Forschung, Bildung, Transfer und Kommunikation

Gesundheitsassistenten ++ Transferförderung ++ Grundlagenforschung + Komplexe Netzwerke ++ Quantencomputing ++ Produktionstechnologie ++ Wissensproduktion ++ Kommunikationsforschung ++ Studienangebote ++ Innovationskultur ++ Veranstaltungen

20.06. - 03.07.2026

Die Redaktion fasst einige interessante Pressemitteilungen der vergangenen Tage zusammen (KI-unterstützt) und verlinkt auf die Originalmeldungen. Allen Leserinnen und Lesern wünschen wir eine informative Lektüre.

 

Foto: Fotolia

Universität des Saarlandes
Lange fit und selbstständig: Industrie und Wissenschaft entwickeln Gesundheitsassistenten der Zukunft
Im Forschungsprojekt „SensorTech4Health 2030“ arbeiten internationale Industrieunternehmen und Wissenschaftseinrichtungen daran, Gesundheitsassistenzsysteme zu entwickeln, die Gesundheitszustand und Lebensqualität dauerhaft in der häuslichen Umgebung überwachen. Koordiniert wird das Vorhaben von Bosch Sensortec, dass eine Förderung von insgesamt 15 Millionen Euro aus dem EUREKA-Cluster Xecs erhält; Ziel ist es, selbstständiges Leben älterer und chronisch kranker Menschen durch Prävention und frühzeitige Warnsysteme zu ermöglichen. Die Systeme sollen als diskrete Begleiter im Smart Home oder am Körper auftreten und mithilfe intelligenter Sensorik – einschließlich Gassensorik, Mikrofone und KI-Algorithmen – Schlafqualität, Stresslevel, Atem- und Gesundheitsparameter sowie Raumluftzusammensetzungen erfassen. Besonderer Fokus liegt darauf, Messwerte zu verknüpfen, zu interpretieren und Handlungsvorschläge zu geben, ohne in die Privatsphäre der Nutzer einzugreifen: Es kommen keine Kameras, keine Cloud-Übertragung, und die Verarbeitung erfolgt überwiegend lokal. Geplant sind neben vernetzten Haushaltsgeräten auch Textil- und Bettlaken basierte Sensorik sowie Hörunterstützung wie verbesserte Cochlea-Hörimplantate. Zudem fließen 1,2 Millionen Euro in die Universität des Saarlandes für die Entwicklung neuartiger Gassensor-Schichten auf Metalloxidbasis, um kontinuierlich spezifische Moleküle in der Luft zu messen.
Quelle: https://www.uni-saarland.de/aktuell/sensortech4health-48952.html

Positionspapier der Hochschulallianz für den Mittelstand
Für eine nachhaltige Transferförderung von der Forschung bis zur Innovation
Das Fördersystem in Deutschland ist von Fragmentierung und mangelnder Anschlussfähigkeit geprägt, wodurch Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) und der Mittelstand (KMU) erhebliche administrative Hürden, Umsetzungsverzögerungen und wiederkehrende Ausschreibungsarbeiten begegnen. Besonders kritisch ist der Bruch in der Innovationskette: Erfolge in Programmen wie FH-Kooperativ oder KMU-innovativ scheitern oft an fehlenden Mitteln für Verwertung, Patente oder Markteinführung. Die Innovationsreise von Idee bis Marktreife muss als kontinuierlicher Prozess verstanden werden, nicht als Folge isolierter Förderphasen. Ohne klare Struktur, Strategie und Marktorientierung bleibt Innovationspotenzial ungenutzt.

Vier zentrale Forderungen: (1) Durchgängige Förderketten statt Projektinseln – Programme müssen nahtlos von Grundlagenforschung (zum Beispiel an HAW) über anwendungsnahe Entwicklung (ZIM) bis zur Verwertung greifen und Brückenangebote für Verwertungsthemen (IP-Management, Gründungsberatung) integrieren. (2) Angemessene Rahmenbedingungen für HAW und KMU – ausgewogenes Verhältnis zur Stärkung von Strukturaufbau, Forschung und Transfervorhaben, Berücksichtigung von Personal- und Mittelknappheit bei KMU sowie Aufbau regionaler Innovationsökosysteme. (3) Verwertungsorientierung als Querschnittsaufgabe – Verwertung muss von Beginn an mitgedacht und durch passende Angebote unterstützt werden; Verwertungspläne sind kein Add-on, sondern integraler Bestandteil. (4) Flexibilität und Geschwindigkeit – administrative Prozesse abbauen, Entscheidungswege beschleunigen (Vorbild SPRIND: circa zwei Wochen), schlanke Antragsverfahren und pauschalisierte Mittelverwendung für Verwertungsleistungen einführen; regionale Innovationsökosysteme stärker in Transferhubs einbinden und deren Förderung unabhängig von HTA-Dimensionen stärken.

Zur Beschleunigung von Forschungstransfer und Marktreife braucht Deutschland keine weiteren Einzelprogramme, sondern eine agile, durchgängige Innovationspipeline, die HAW und KMU systematisch vernetzt, Verwertung integrativ verankert, Bürokratie reduziert, Geschwindigkeit belohnt und regionale Ökosysteme stärkt. Nur so lässt sich das Innovationspotenzial von HAW heben, der Mittelstand nachhaltig stärken und der Transfer von Forschungsergebnissen in marktfähige Produkte beschleunigen.
Quelle: https://hochschulallianz.de/wp-content/uploads/2026/07/2026-07-02-Foerderprogramme-HAfM-Positionspapier.pdf

Technische Universität Chemnitz
Grundlagenforschung für die Elektronik von morgen: Neue Ergebnisse zu Graphen und Spin-Bahn-Kopplung
Eine Forschergruppe der Technischen Universität Chemnitz, gefördert durch die DFG im Rahmen der FOR 5242, hat neue Ergebnisse zur Spin-Bahn-Kopplung in Graphen veröffentlicht, die in der Online-Ausgabe von ACS Nano erscheinen sind. Die Studie untersucht atomar dünne Kohlenstoffschichten und deren Heterostrukturen, mit dem Fokus auf Proximity-Effekte in zweidimensionalen Systemen. Im Mittelpunkt stand der Einfluss von Blei auf die elektronischen Eigenschaften von Graphen. Durch Tieftemperatur-Transportmessungen und quantenchemische Berechnungen konnten die Wechselwirkungen zwischen Pb-Atomen und Graphen analysiert werden, wobei eine präzise kontrollierte Anordnung der Pb-Atome relativ zu den Graphenkohlenstoffatomen zu detaillierten Einsichten in mögliche Spineffekte führte. Eine innovative Messmethode ermöglichte hochauflösende Transportmessungen mit atomarer Präzision, ohne aufwendige Kontaktierung der Proben, wodurch empfindliche Nanostrukturen geschont bleiben. Die Ergebnisse gelten als die ersten ihrer Art, und ab dem kommenden Jahr soll ein deutschlandweit einzigartiges Messsystem auf dem Campus installiert werden, um weitere hochauflösende Transportmessungen an neuartigen Quantenmaterialien durchzuführen.
Quelle: https://doi.org/10.1021/acsnano.6c00354

Technische Universität Bergakademie Freiberg
Komplexe Netzwerke bei Social Media oder KI-Modellen besser verstehen: Neue Methode für temporale Graphen
Eine neue Methode zur Analyse temporaler Graphen, also zeitabhängiger Netzwerke, wurde von Forschenden der Technischen Universität Bergakademie Freiberg entwickelt. Im Zentrum steht die Frage, wann eine Folge von Netzwerken so dargestellt werden kann, dass sich deren Veränderungen konsistent über die Zeit hinweg abbilden lässt. Die Forscher übertragen die Graphenminorentheorie auf zeitliche Netze und liefern eine vollständige strukturelle Beschreibung für zweifach zusammenhängende temporale Graphen. Demnach lässt sich jeder temporale Graph entweder schrittweise vereinfachen, ohne zentrale Informationen zu verlieren, oder er besitzt eines von fünf genau beschriebenen Hindernissen, die erklären, warum eine gemeinsame konsistente Darstellung nicht möglich ist. Langfristig könnten diese Methoden dynamische Netze besser algorithmisch analysierbar machen – etwa Kommunikationsnetze, Verkehrsflüsse oder sich wandelnde Datenstrukturen. Die Arbeiten werden gemeinsam mit Forschenden des Hasso-Plattner-Instituts in Potsdam weiterentwickelt. Die Ergebnisse knüpfen an frühere Freiberger Erfolge an der Schnittstelle von Mathematik und Informatik an, wie die kanonische Zerlegung 3-zusammenhängender Graphen, die 2023 auf der FOCS-Konferenz präsentiert wurde.
Quelle: https://doi.org/10.48550/arXiv.2504.00704

Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA
Chatten mit Maschinendaten
Das Fraunhofer IPA forscht im Projekt ViPGeniE daran, Produktions- und Maschinendaten mithilfe einer generativen Künstlichen Intelligenz über einen Chat abrufbar zu machen. Mitarbeitende sollen konkrete Daten wie Maschinenzustände oder Temperaturverläufe per Dialog erfragen können und als Antwort nicht nur Text, sondern automatisch erzeugte Diagramme erhalten. Zentral ist ein Digitaler Zwilling der Produktion, der Kontextinformationen liefert und so die KI-Interpretation der Daten unterstützt. Ziel ist es, den Zugang zu Daten zu erleichtern, Wartezeiten bei der Erstellung oder Anpassung von Visualisierungen zu reduzieren und auch Mitarbeitende ohne tiefe Fachkenntnisse in der Datenanalyse zu befähigen. Das Forschungsprojekt entwickelt eine Systemarchitektur, eine flexible Umgebung für verschiedene Sprachmodelle und Digitale Zwillinge, die die Auswertung durch die KI ermöglichen. Einen ersten Demonstrator zur visuellen Aufbereitung komplexer Produktions- und Maschinendaten aus unterschiedlichen Quellen wollen die Partner voraussichtlich im zweiten Quartal 2027 präsentieren.
Quelle: https://www.ipa.fraunhofer.de/de/presse/presseinformationen/chatten-mit-maschinendaten.html

Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI)
Quantencomputing in Deutschland: Whitepaper gibt Empfehlungen zur Hightech Agenda
Deutschland gehört wissenschaftlich zu den Spitzenländern im Quantencomputing, muss aber bei der industriellen Anwendung Anschluss gewinnen. Das Fraunhofer ISI hat im Projekt Q.E.D. ein Whitepaper erstellt, das die aktuelle Quantenlandschaft analysiert, mit der Hightech Agenda abgleicht und Empfehlungen für ein tragfähiges Innovationsökosystem ableitet. Seit 2017 wurden über zwei Milliarden Euro in Quantentechnologien investiert, bislang verfolgte man einen technologieoffenen Förderansatz. Die Hightech Agenda zielt darauf, bis 2030 zwei fehlerkorrigierte Quantencomputer auf europäischem Spitzenniveau zu entwickeln und die Förderung auf drei Technologieplattformen zu konzentrieren: Ionenfallen, Neutralatome und Supraleiter. Die Befunde zeigen eine breit aufgestellte Forschungslandschaft und wachsende industrielle Beteiligung, doch der Übergang zur Praxis wird von europäischen Anbietern, insbesondere im Bereich supraleitender Materialien, dominiert. Empfehlungen: Förderung stärker auf Technologien konzentrieren, in denen Deutschland wissenschaftlich exzellent und industriell gut positioniert ist; technologische Entwicklung stärker mit dem Aufbau unterstützender Strukturen (Ausbildung, Standards, offene Testbeds, branchenspezifische Kooperationen) verknüpfen; öffentliches Investment weiter erhöhen, da private Kapitalquellen vergleichsweise gering sind; europäisch koordinieren (Plattformen, Standards, Infrastruktur) und bereits heute in Fachkräftesicherung, Zulieferstrukturen, Anbindung an Hochleistungsrechner sowie regionale Cluster investieren. Das Projekt Q.E.D begleitet weiter bis Juli 2027 die Fördermaßnahme Quantencomputer-Demonstrationsaufbauten; eine interaktive Landkarte öffentlich geförderter Organisationen unter quantencomputing-deutschland.de ist bereits verfügbar.
Quelle: https://www.isi.fraunhofer.de/de/presse/2026/presseinfo-09-qed-whitepaper-quantencomputing-hightech-agenda.html

Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT
AMTD 2026: Industrie fordert schnelleren Transfer von Innovationen in die Produktion
Die Aachener Manufacturing Technology Days (AMTD) am 24. und 25. Juni 2026 in Aachen betonten, dass die wirtschaftliche Zukunft der deutschen Industrie weniger von äußeren Rahmenbedingungen als von der Geschwindigkeit abhängt, mit der neue Technologien in industrielle Anwendungen überführt werden. Zentrales Ergebnis war die Notwendigkeit, Innovationen rascher in Produktion umzusetzen, basierend auf den drei Kernelementen Exzellenz, Effizienz und Effektivität (3E). Vertreter aus Industrie, Forschung und Politik, darunter Führungskräfte von MTU Aero Engines, Airbus Aerostructures, Mubea, BMW, DMG MORI, Rheinmetall und Everllence, diskutierten, wie Produktionssysteme produktiver, flexibler und resilienter werden müssen, um neue Märkte in Aviation, Automotive, Defense und Energy zu erschließen und auf geopolitische sowie wirtschaftliche Veränderungen zu reagieren.
Quelle: https://www.ipt.fraunhofer.de/de/presse/Pressemitteilungen/20260630-industrie-fordert-schnelleren-transfer-von-innovationen-in-die-produktion.html

Wübben Stiftung Wissenschaft
Wie Künstliche Intelligenz die historische Wissensproduktion und Erinnerungskultur verändert
Die Wübben Stiftung Wissenschaft fördert im Rahmen ihres Sandpit-Programms zum Thema „Big Data“ das Projekt „Interpreting Atrocities at Scale: AI, International Criminal Trials, and the Making of History“. Ziel ist es zu untersuchen, wie Künstliche Intelligenz die historische Wissensproduktion und Erinnerungskultur beeinflusst, indem große digitale Archive internationaler Strafprozesse ausgewertet werden (Nürnberger Prozesse, ICTY, ICTR) und deren Folgen für das öffentliche Verständnis historischer Gewaltverbrechen bewertet werden. Das Forschungsvorhaben bringt Geschichtswissenschaft, internationales Strafrecht, Digital Humanities und Informatik zusammen, um zu prüfen, welche historischen Erkenntnisse KI-Systeme aus Gerichtsdokumenten gewinnen, welche Verzerrungen auftauchen und wie diese Narrativen die Erinnerungskultur prägen könnten. Im Sandpit werden Experimente durchgeführt: Einerseits wird untersucht, wie führende KI-Modelle wie ChatGPT, Claude und Gemini Wissen über internationale Strafverfahren darstellen, andererseits testen die Teilnehmenden eigens entwickelte KI-Werkzeuge, die Millionen Seiten Prozessdokumente verarbeiten, um komplexe Zusammenhänge in den Quellen zu erkennen. Die Ergebnisse dienen als Grundlage für einen interdisziplinären Austausch beim Sandpit in Nürnberg vom 14.–16. September 2026, zu dem Teilnehmende aus Deutschland, Großbritannien, Irland, Luxemburg, den Niederlanden und den USA erwartet werden. Auf Basis des Projekts sind wissenschaftliche Folgeaktivitäten vorgesehen, darunter eine begutachtete Publikation an der Schnittstelle von Geschichtswissenschaft und Digital Humanities sowie ein allgemeinverständlicher Beitrag für die Öffentlichkeit.
Quelle: https://www.wuebben-stiftung-wissenschaft.org/program/sandpit

VolkswagenStiftung
Millionenförderung für zukunftsfähige Wissenschaftskommunikationsforschung in Deutschland
Die VolkswagenStiftung fördert in der zweiten Förderrunde vier Zentren für Wissenschaftskommunikationsforschung in Kiel, Tübingen/Karlsruhe, München und dem Rhein-Ruhr-Gebiet mit insgesamt rund 7 Millionen Euro für drei Jahre. Die Initiative „Wissenschaftskommunikation hoch drei“ baut damit die bundesweiten Forschungs- und Praxiskommunikationszentren aus, die Forschung, Praxispartner-Formate und internationale Vernetzung kombinieren. In der Startphase hatte die Stiftung insgesamt 15 Millionen Euro bereitgestellt.

Die einzelnen Zentren und Schwerpunkte:
• Kiel Science Communication Network (KielSCN): Visuelle Kommunikation zu Gesundheits- und Lebenswissenschaften; Fokus auf Emotionen und Vertrauen in Visualisierungen sowie Transfer durch neue Jobprofile („Broker“).
• Munich Science Communication Lab (MSCL): Kommunikation zu Planetary Health (Zusammenhänge Umwelt, Klimakrise, Gesundheit); Schwerpunkt auf wirksame, konstruktive und resiliente Wissenschaftskommunikation, systematische Evaluation und kulturelle/regionale Kontexte; Behandlung von Negativfolgen wie Desinformation.
• RHET AI – Center for Rhetorical Science Communication Research on Artificial Intelligence (Tübingen/Karlsruhe): Untersucht, wie KI gesellschaftlich diskutiert wird und wie Inhalte durch KI individuell angepasst vermittelt werden; Fokus auf Verständigungsgrundlagen („common ground“) in KI-gestützten Kommunikationsprozessen.
• Rhine Ruhr Center for Science Communication Research (Rhine Ruhr Center): Wissenschaftskommunikation zu Geistes- und Gesellschaftswissenschaften sowie Wissenschaftssystem-Kommunikation; thematisiert Krise der Faktizität und neue Formate zur Sichtbarmachung von Praktiken und Grenzen der Wissenschaft; in der zweiten Förderphase Fokus auf finanziellem Druck auf öffentlich-rechtliche Medien und das Wissenschaftssystem.

Ziel der dritten Förderphase ist die weitere Entwicklung der Forschungsarbeiten, Verankerung an Heimatinstitutionen sowie verstärkte nationale und internationale Vernetzung.
Quelle: https://www.volkswagenstiftung.de/de/foerderung/foerderangebot/wissenschaftskommunikation-hoch-drei-zentren-fuer-wissenschaftskommunikationsforschung-beendet

Universität Heidelberg
Wie sich die Vermittlung transformativer Kompetenzen in bestehende Studienangebote integrieren lässt
Dr. Nicole Aeschbach von der Universität Heidelberg hat einen konzeptionellen Orientierungsrahmen entwickelt, der Forschung, Lehre und Lernen so verbindet, dass Hochschullehre Studierende über fachliche Inhalte hinaus zu wissenschaftsbasierter Reflexion befähigt und zu persönlicher Handlungsfähigkeit anleitet. Im Zentrum steht ein iterativer Prozess, der integrative Elemente von transdisziplinärer Forschung, forschungsorientierter Lehre und transformativen Lernformaten verbindet. Ausgehend von Klimawandel und Nachhaltigkeit wurden Lernsettings entwickelt, in denen fachwissenschaftliche Inhalte eng mit dem Konzept der Transformativen Literacy verknüpft werden. Praxisbeispiele wie das Projekt Transformative Umweltforschung am Geographischen Institut sowie die Zusatzqualifikation Nachhaltigkeit für Lehramtsstudierende der Heidelberg School of Education illustrieren den Ansatz. Der Rahmen knüpft zudem an die Leitlinien Lehre der Universität Heidelberg an und zielt darauf ab, Studierende nicht nur fachlich zu qualifizieren, sondern sie auch zur verantwortungsvollen Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Transformationen zu befähigen. Der Beitrag ist in npj Climate Action erschienen.
Quelle: https://doi.org/10.1038/s44168-026-00360-8

Leuphana Universität Lüneburg
Aus dem Silicon Valley nach Lüneburg: Wie das „Trans-Nation Co-Creation"-Projekt eine tragfähige Innovationskultur in Deutschland etabliert
Die Trans-Nation Co-Creation (TNCC) Leadership Dialogues der Leuphana Universität Lüneburg fanden vom 13. bis 19. Juni 2026 statt und erkundeten auf einer deutschlandweiten Forschungsreise, wie KI-gestützter organisationaler Wandel gelingt. Unter Leitung von Prof. Dr. Sabine Remdisch und in Begleitung von Prof. Dr. Dr. Dr. Michael Shanks wurden Unternehmensbesuche, moderierte Diskussionen und Führungskräfteinterviews genutzt, um die Bedingungen erfolgreicher Innovation vor Ort zu verstehen und die psychologischen sowie sozialen Dimensionen des Wandels zu beleuchten. Die Tour führte unter anderem zum Innovation Park Artificial Intelligence (IPAI), Campus Founders, der Leica-Manufaktur, RITTAL, der Keltenwelt Glauberg, dem Niedersächsischen Ministerium für Inneres, Sport und Digitalisierung, der Leuphana sowie zu weiteren Innovationsorten wie einem Hamburger Ikea und dem Deep Tech Campus; Ziel war es, ein praxisorientiertes Playbook mit Leitlinien für Führungskräfte und Innovatoren zu entwickeln, das KI-gestützten Wandel in Organisationen vorantreibt. TNCC, gefördert vom Bundesministerium für Forschung, Wissenschaft und Raumfahrt, verbindet Leuphana und Stanford University zu einem transnationalen Austausch zu Leadership, Innovation und organisationaler Transformation und richtet sich an deutsche Start-ups, KMU und öffentliche Organisationen. In Heilbronn wurden im Rahmen eines Mix aus akademischem Input, Peer-Learning und internationalen Dialogen zentrale Fragen rund um Soft AI diskutiert; die Veranstaltung verstand sich als Brücke zwischen Silicon Valley/Stanford und Deutschland/Leuphana und als fortgesetzte Kooperation zur Etablierung einer nachhaltigen Innovationskultur in Deutschland.
Quelle: https://www.leuphana.de/news/meldungen-universitaet/ansicht/2026/06/25/aus-dem-silicon-valley-nach-lueneburg-wie-das-trans-nation-co-creation-projekt-eine-tragfaehige-innovationskultur-in-deutschland-etabliert.html

 

Veranstaltungen

Universität Hamburg
Online-Infoveranstaltung „Diversity Management“ am 07.07.2026
Im Kontext von Internationalisierung, demografischem Wandel und Fachkräftemangel gewinnt Diversität in Unternehmen und Organisationen zunehmend an Bedeutung. Diversity Management zielt darauf ab, Vielfalt anzuerkennen, wertzuschätzen und Potenziale zu fördern, um Kompetenzentwicklung, Arbeitsmotivation und eine diversity-gerechte Führung zu stärken. Die berufsbegleitende Online-Weiterbildung Diversity Management verbindet Konzepte aus Inklusion, Gender- und Diversity-Strategien mit fundierten Kenntnissen der Personal- und Organisationsentwicklung und vermittelt praxisnahe Methoden. Prof. Dr. Daniela Rastetter, in Kooperation mit dem Zentrum für Weiterbildung, betont, dass das Programm einen systematischen Einblick in Maßnahmen bietet, die Diversity-Strategien mit Personal- und Organisationsentwicklung verknüpfen. Zielgruppe sind Fachkräfte, Führungskräfte, Gleichstellungsbeauftragte, Personalverantwortliche, Coaches, Beraterinnen und Berater sowie Organisationsentwicklerinnen und -entwickler aus Wirtschaft und öffentlichem Dienst. In vier Modulen behandeln die Teilnehmenden den Kompetenzraum Gender und Diversität sowie Personalentwicklung, Organisationsentwicklung und Arbeits- und Organisationspsychologie mit Fokus auf Diversity in Organisationen. Die Lehre erfolgt über 12 Samstage, jeweils 3,5 Stunden live online über Zoom, ergänzt durch betreutes E-Learning. Praxisnähe wird durch Fallstudien, Kleingruppencoachings, moderierte Forendiskussionen und Best-Practice-Beispiele sowie die Reflexion eigener Berufspraxiserfahrungen gewährleistet. Am 07.07.2026 um 17:00 Uhr findet eine kostenfreie Online-Infoveranstaltung statt.
Quelle: https://www.zfw.uni-hamburg.de/weiterbildung/gesundheit-psychologie-kriminologie/diversity-management.html?mtm_campaign=uhh-newsletter

FernUniversität in Hagen
KI-Symposium am 14.07.2026 „Avatare, Agenten, Androiden: Neue Akteure in der Hochschulbildung?“
Das KI-Symposium der FernUniversität in Hagen am 14. Juli 2026 trägt den Titel „Avatare, Agenten, Androiden: Neue Akteure in der Hochschulbildung?“ und untersucht, wie digitale Avatare, KI-Agenten und androidische Systeme Lehren und Lernen in der Hochschulbildung beeinflussen können. Im Mittelpunkt steht Hybride Intelligenz, also die Koordination menschlicher und künstlicher Intelligenz zur gemeinsamen Zielerreichung und kontinuierlichen Verbesserung durch wechselseitiges Lernen. Zentrale Fragen betreffen die Auswirkungen dieser Systeme auf Lehr-Lernprozesse, die möglichen Rollen dieser Systeme sowie Veränderungen epistemischer Praktiken, Lehr-Lerninteraktionen und Verantwortlichkeiten. Ziel des Symposiums ist es, diese Fragen zukunftsweisend zu reflektieren und praktische Impulse für die Gestaltung von Lehre und Studium zu sammeln. Organisiert wird die Veranstaltung von der FernUniversität in Hagen in Kooperation mit dem KI-Campus-Hub NRW, KI:edu.nrw und dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e. V.
Quelle: https://fernuni-ki-campus.fernuni-hagen.de/symposium-am-14-7-2026-avatare-agenten-androiden-neue-akteure-in-der-hochschulbildung/