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Daseinsvorsorge durch Evaluation

news

Guido Benzler, Philipp Adler und Julius Anders

Organisationsentwicklung

Daseinsvorsorge durch Evaluation

Erfahrung der Leibniz-Gemeinschaft zahlt sich aus – Schlussfolgerungen für andere Akteure in der Wissenschaft

Die Evaluationspraxis der Leibniz-Gemeinschaft hat eine lange Tradition und ist eng mit der Neuordnung des deutschen Wissenschaftssystems nach der Wiedervereinigung verbunden. Seither wurden Verfahren und Bewertungsmaßstäbe kontinuierlich weiterentwickelt. Die Kriterien spiegeln damit nicht nur die Anforderungen an einzelne Institute, sondern auch veränderte Erwartungen an leistungsfähige Wissenschaftsorganisationen insgesamt wider.

Foto: Günther Gumhold www.pixelio.de

Strategische Weiterentwicklung ist dabei keine Frage von Evaluationszyklen. Gerade externe Evaluationen machen sichtbar, welche Anforderungen an wissenschaftliche Leistungsfähigkeit, institutionelle Strukturen und strategische Entwicklung gestellt werden. Der Wandel der Leibniz-Evaluation über die letzten Jahrzehnte ist deshalb auch über die Gemeinschaft hinaus interessant. Hochschulen und andere Wissenschaftseinrichtungen stehen vor ähnlichen Fragen: Wie lassen sich Leistungsfähigkeit nachweisen, Profile schärfen und Strukturen zukunftsfähig weiterentwickeln? Die Erfahrungen aus dem Leibniz-System zeigen, welche Rolle Evaluationen dabei spielen können – und welche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Vorbereitung entscheidend sind.

rheform hat in den vergangenen Jahren mehrere Leibniz-Institute im Kontext von Evaluationen und institutioneller Weiterentwicklung begleitet. Aus dieser Perspektive heraus lassen sich die Entwicklung des Verfahrens einordnen und Orientierungen für andere Wissenschaftsorganisationen ableiten.
(…)
Fazit

Die Verbindlichkeit des Leibniz-Verfahrens macht aus Evaluation mehr als eine nachträgliche Leistungsbilanz: Sie wird zum Anlass strategischer Selbstprüfung und institutioneller Weiterentwicklung. Wer damit erst unmittelbar vor einer Begutachtung beginnt, hat wesentliche Gestaltungsmöglichkeiten bereits verschenkt. Wer Evaluation dagegen als kontinuierlichen Bestandteil der Organisationsentwicklung versteht, kann sie nutzen, um Profil und Leistungsfähigkeit langfristig zu sichern. In diesem Sinne ist Evaluation mehr als Kontrolle – sie wird zur institutionellen Daseinsvorsorge.

Für die Umsetzung bedeutet dies, strategische, wissenschaftliche und organisatorische Entwicklung frühzeitig zusammenzudenken und auf eine belastbare Datenbasis zu stellen. So lassen sich Handlungsfelder etwa in Governance, Ressourcensteuerung oder wissenschaftlicher Profilbildung rechtzeitig erkennen und gezielt weiterentwickeln. Die Erfahrung aus Evaluations- und Reformprozessen zeigt, dass gerade diese Verbindung von Analyse, Strategie und Governance nachhaltige institutionelle Entwicklung ermöglicht.

 

   Den kompletten Artikel können Sie weiter unten downloaden.

 

Prof. Dr. rer. oec. Guido Benzler ist Gesellschafter und Geschäftsführer der rheform GmbH. Seit 1993 ist er im Bereich Hochschulentwicklung tätig und berät öffentliche Einrichtungen.

Dr. Philipp Adler ist Prokurist und Bereichsleiter und ist im Bereich der strategischen und datenbasierten Beratung von Wissenschaftseinrichtungen bei der rheform aktiv.

Julius Anders ist seit 2020 bei der rheform und berät Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen bei strategischen und organisatorischen Fragestellungen.