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Das Land braucht die „faulen Säcke“

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K.Rüdiger Durth

Kommentar

Das Land braucht die „faulen Säcke“

Die Lehrerausbildung wird so langsam als wichtiges Wissenschaftsmanagement begriffen

„Faule Säcke“ waren für den früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder die Lehrer. Damit sprach er vielen Menschen aus dem Herzen, die den Lehrer nur halbtags arbeiten sahen und ihm die vielen Ferientage neideten. Doch längst hat sich herumgesprochen, dass die Lehrer alles andere als „faule Säcke“ sind und dass es ohne gute Lehrer keine guten Schüler und Studenten gibt. Zugleich haben immer weniger junge Menschen Lust, selbst Lehrer zu werden – zu wenig gesellschaftliches Ansehen, zu wenig Verdienst- und Aufstiegschancen. So kommt die von Politikern der CDU/CSU und FDP geforderte Exzellenzinitiative bei der Lehreraus-bildung zur rechten Zeit. Und ein erstes Fachgespräch des Bundestagsausschusses für Bildung und Forschung zeigt, wie notwendig die Experten eine solche Initiative halten.

Plötzlich zeigt sich, was die Experten schon immer wussten: Auch die Hochschulen selbst interessieren sich mehr für die Forschung als für die Lehrerausbildung. So schlägt denn auch Andreas Keller vom Hauptvorstand der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) zu Recht Alarm. Nicht zuletzt unter Hinweis auf die bevor-stehende große Pensionierungswelle von Lehrern: „Wir müssen die Attraktivität des Berufs und der Ausbildung steigern.“ Manfred Prenzel, Dekan an der TU München, räumt freimütig ein: „Universitäten sind noch nicht soweit, Lehrerbildung als wichtige Aufgabe wahrzunehmen.“

Wahrzunehmen als Aufgabe des Wissenschaftsmanagements. Denn wenn Bildungspolitiker, Hochschulprofessoren und Ausbildungsstätten nicht endlich begreifen, dass das Management der Lehrerausbildung grundlegend verbessert (sprich attraktiver) wird, dann werden wir bald eine Lehrerkatastrophe ausrufen. Mit unabsehbaren Folgen für die gesamte Gesellschaft. Offensichtlich dämmert es den Urhebern der Forderung nach einer Exzellenzinitiative für die Lehrerausbildung, dass ein Land mit immer weniger jungen Menschen umso besser ausgebildete Lehrer benötigt.

Denn bei der modernen Lehrerausbildung kommt es darauf an, dass nicht nur solide Fachkenntnisse, sondern auch Bildungsinhalte vermittelt werden. Ein qualitativ hochwertiges Wissenschaftsmanagement wird im Blick auf die Lehrerausbildung darauf Wert legen, dass Philosophie und Religion, Musik, Kunst und Sport nicht zu kurz kommen. Außerdem wird es bald keinen Lehrer mehr geben, der nicht junge Menschen mit Migrationshintergrund in seinen Klassen hat. Dass sich ein rohstoff-armes Land wie Deutschland nicht leisten kann, nach wie vor überproportional viele junge Menschen mit Migrationshintergrund ohne qualifizierten Abschluss aus der Schule zu entlassen, dürfte inzwischen unstrittig sei.

Ewald Terhart von der Universität Münster hat Recht, wenn er meint, dass durch die geforderte Exzellenzinitiative die Bemühungen um eine Reform der Lehrerausbildung eine neue Qualität bekommen würde. Allerdings nur dann, wenn nicht jahrelang über eine solche Exzellenzinitiative geredet wird, sondern möglichst bald konkrete Vorschläge gemacht und dann auch umgesetzt werden. Denn Deutschland braucht die vermeintlich „faulen Säcke“ dringend – mehr denn je, besser ausgebildet, besser bezahlt, mit mehr Karrierechancen. Ein nachhaltiges Wissenschaftsmanagement ist also erforderlich. Und ein möglichst baldiges dazu.